Rolex wechselte mehrfach seine Pläne für das Gebäude am Hauptbahnhof. Jetzt hat es das Grundstück verkauft. So geht es weiter.
Rolex verlässt Kölner InnenstadtFrühere Deutschland-Zentrale am Dom weicht neuem Hotel

Der Blick auf das die frühere Rolex-Zentrale. Den Firmen-Schriftzug hatte das Unternehmen in der Vergangenheit entfernt.
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Der gut einjährige Zick-Zack-Kurs des Luxusuhrenherstellers Rolex für seine bisherige Deutschland-Zentrale direkt am Kölner Hauptbahnhof ist vorbei: Das Unternehmen verkauft das Gebäude aus dem Jahr 1976 an den Hamburger Projektentwickler May und Co. Das teilte May und Co. mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
May und Co. will das Gebäude an der Domprobst-Ketzer-Straße ab 2028 abbrechen und ein Drei- bis Vier-Sterne-Hotel mit rund 250 Zimmern bauen. Geschäftsführer Andreas Gladisch sagte: „Man fällt sozusagen aus dem Bahnhof raus und ist am Dom, es ist auch nur eine Bahnstation zur Messe. Dazu der Domblick. Besser geht es aus unserer Sicht nicht.“

Die Rückseite des Gebäudes an der Dompropst-Ketzer-Straße
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Laut Gladisch könnte das neue Hotel etwa ab 2030 fertig sein. Der Zeitplan hängt aber davon ab, wie schnell Plan- und Baurecht geschaffen wird und wie das Hotel einmal aussehen soll. Das steht laut Gladisch ebenso noch nicht fest wie der spätere Betreiber.
Niels Falkenstein, geschäftsführender Gesellschafter der Hotelberatung Schollen, sagte am Mittwoch: „Das Hotel entsteht in einer absoluten Top-Lage, da werden mögliche Betreiber Schlange stehen.“
Umzug in die Messe-City
Rolex hatte angekündigt, mit seinen Büros und Werkstätten in das Büroviertel Messe-City an den Bahnhof Messe/Deutz zu ziehen. Ob das eine dauerhafte Lösung ist, hatte Rolex in der Vergangenheit offengelassen.
Am 3. Juni hatte eine Sprecherin auf Nachfrage gesagt: „Wie bereits erwähnt, ist Köln der deutsche Heimatstandort von Rolex, weshalb das Unternehmen dem Standort auch künftig treu bleiben wird.“

Blick vom Bahnhofsvorplatz
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Eine Nachfrage in dieser Woche, ob Rolex auch nach dem Verkauf des Gebäudes in Köln bleibt – und wenn ja, wo –, blieb unbeantwortet. Seit 1956 hat das Unternehmen seine Deutschland-Zentrale in Köln, seit 1983 in dem Bau von Architekt Joachim Schürmann am Hauptbahnhof.
Wie berichtet, hatte Rolex seine Pläne für das Gebäude mehrfach geändert. Zunächst hieß es im Juli 2025, dass Rolex seine Zentrale abbrechen und neu bauen will. Entsprechende Pläne dafür hatte das Unternehmen im Gestaltungsbeirat des Stadtrates präsentiert.
Skepsis im Gestaltungsbeirat
Der Beirat ist ein vom Stadtrat bestelltes Gutachter-Gremium, dem unter anderem Architekten angehören. In möglichst frühen Planungsphasen beschäftigt sich das Gremium unter anderem mit „städtebaulichen Planungsprojekten von hoher Relevanz für die Stadtgestaltung“.
Und die Visualisierungen, die den geplanten Neubau zeigten, stießen in dem Gremium auf Skepsis. Einer Veröffentlichung durch diese Redaktion hatte Rolex damals auf Anfrage nicht zugestimmt.

Ein Bild vom Bau des Hauses
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Sechs Monate später gab Rolex im Januar dieses Jahres seine Neubau-Pläne auf und wollte das Haus sanieren. Den Kurswechsel begründete das Unternehmen mit den hohen Kosten eines Neubaus.
Wiederum drei Monate später wollte Rolex plötzlich ein Hotel samt Gastronomie realisieren. Erneut waren diese Pläne samt erster Visualisierungen Teil einer Präsentation für den Gestaltungsbeirat. Doch laut Gladisch hat das nichts mit den Ideen von May und Co. zu tun. Er kündigte neue Pläne an.
Weiteres neues Hotel kommt
Das neue Hotel ist nicht das einzige in diesem Teil der Innenstadt: Nur gut 350 Meter westlich lässt die Valk-Exclusief-Gruppe an der Stolkgasse das frühere Briefverteilzentrum der Post zum Vier-Sterne-Superior-Hotel mit 338 Zimmern auf fünf Etagen umbauen (wir berichteten). Es ist ebenfalls ein Bau von Schürmann. Er bleibt aber größtenteils erhalten. Im Jahresverlauf 2028 soll das Hotel nach Entkernung und Umbau eröffnen. Die Arbeiten laufen.
Hotelexperte Niels Falkenstein sieht den Bedarf für die beiden neuen Hotels vor allem wegen der Lage am Dom und weil Köln als Fünfter zu den Top-Fünf-Märkten gehört, was die Zahl der Übernachtungen betrifft. „Das Geld fließt in die sogenannten A-Städte und dort in die A-Lagen“, sagte Falkenstein. Der Kölner Markt sei stabil.
Eine Besonderheit hat der Standort der früheren Rolex-Zentrale: Das Haus steht direkt neben der katholischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Rolex hatte selbst in einem Papier von einer „unanständige Nähe zur Kirche“ gesprochen. Das Erzbistum Köln ließ eine Anfrage dieser Redaktion unbeantwortet, was es sich in punkto Höhe und Abstand von dem geplanten Hotel-Neubau verspricht.
Gladisch von May und Co. sagte angesprochen auf mögliche Konflikte: „Wir sind hoffnungsfroh, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Wir wollen die heutige Situation verbessern und dazu den Dialog weiterführen.“
Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version des Artikels hatten wir geschrieben, das Gebäude stamme von Architekt Jochen Schürmann. Er heißt aber Joachim. Wir haben die Stelle korrigiert.