Köln – Der Geiselnehmer vom Kölner Hauptbahnhof bekommt nicht die medizinische Versorgung, die mal für ihn vorgesehen war. Der Mann, der am 15. Oktober 2018 eine Mitarbeiterin in einer Apotheke als Geisel nahm, ist in einem Kölner Pflegeheim untergebracht. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft. Eigentlich sollten neurologischen Experten den Geiselnehmer in einer Fachklinik behandeln.
Kopfschuss durch Spezialkräfte
Der mittlerweile 60 Jahre alte Täter hatte bei dem Zugriff durch Spezialkräfte einen Kopfschuss erlitten. Kurz zuvor wollte der Angreifer die Frau in der Apotheke anzünden. Nach den Schüssen schwebte der Mann in akuter Lebensgefahr und war dem Tod näher als dem Leben.Der Kölner Staatsanwaltschaft flatterten in den vergangenen Monaten immer wieder Absagen von Krankenkassen ins Haus, sie wollten die Kosten für die Behandlung nicht bezahlen. „Kein öffentlicher Träger war bereit, die Kosten zu übernehmen“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der Rundschau.
Die Behörde hätte „diverse“ Absage von verschiedenen Einrichtungen bekommen. Die Staatsanwaltschaft habe sich „sehr bemüht“, eine adäquate Versorgung für den Mann zu erreichen. Das Ziel der Versorgung in einer Fachklinik war, den Geiselnehmer wieder gesundheitlich so weit auf die Höhe zu bringen, dass er wieder selbstständig agieren und an einer möglichen Gerichtsverhandlung teilnehmen kann.
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Warum die Krankenkasse die Behandlungskosten ablehnen, teilten die Behörden nicht mit. Die Summe für die Behandlungskosten blieb ebenfalls unklar. Die Rede ist von mehreren tausend Euro, vermutlich aber mehr.Wie geht es in dem komplexen Fall nun weiter? „Es ist beabsichtigt, ihn bis Ende des Jahres zur Frage der Verhandlungsfähigkeit noch mal gutachterlich untersuchen zu lassen. Vom Ergebnis dieser Untersuchung hängt die Einschätzung ab, ob es noch zu einer Hauptverhandlung kommen wird oder nicht“, sagte Oberstaatsanwalt Bremer.



