Tanzen schafft Gemeinschaft: Was das bedeutet, erlebte eine Kölner Tanzgruppe beim Line-Dance-Alpfestival in Kaprun. Es ging dabei auch um einen Weltrekordversuch.
Auf 2500 MeternLine Dance Gruppe aus Köln machte bei Weltrekordversuch in Österreich mit

Die Line Dance Gruppe „Owls on rail“. Ganz rechts Denise Dembeck aus Köln-Rondorf.
Copyright: Denise Dembeck
Jede Woche treffen sich Denise Dembeck aus Köln und ihre Bekannten zum Line Dance. Die 43-Jährige ist erst seit rund neun Monaten dabei, andere aus der Gruppe „Owls on rail“ tanzen schon seit zwei Jahren. Sie bewegen sich dabei in Linien und Reihen nach festen Choreografien, meist zu Countrymusik. „Leichte Tänze lernt man schnell, in aufwendigere muss man sich erst reinarbeiten“, sagt die 43-Jährige.
„Wir sind dabei immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen“, erzählt Dembeck – und war sofort begeistert, als zwei Mitglieder der Gruppe von dem Weltrekordversuch in Österreich erzählten. „Wir haben dann herumgefragt, wer mitfahren möchte.“ Zu siebt brachen sie Mitte Juni zu einem ganz besonderen Wochenende nach Kaprun im Salzburger Land auf. Das Festivalgelände befand sich an einer Bergstation hoch über dem Zeller See.
Festivalstimmung auf 2500 Metern
„Das war eine ganz besondere Atmosphäre: Ich war vorher noch nie auf einem Festival und schon gar nicht auf 2500 Metern“, sagt Dembeck. „Wir tanzen sonst immer in unserer eigenen kleinen Blase. Plötzlich standen wir mit Hunderten Gleichgesinnten vor dieser beeindruckenden Bergkulisse – das war ein ganz besonderes Gefühl. Alle haben getanzt und friedlich gefeiert, es war eine tolle Stimmung“, beschreibt sie. Bei Partys und Workshops entstanden schnell neue Bekanntschaften. Vier Tage lang teilte sich die Gruppe ihren Platz mit einer Tanzgruppe aus Berlin, hielt einander Tische frei und traf sogar Bekannte aus der eigenen Region wieder.
Am Samstag stand der Rekordversuch bei bergig-kühlen 26 Grad an: Teilnehmende aus Österreich, Italien, Ungarn, Estland, Litauen und weiteren Ländern standen dafür gemeinsam in Reihen auf einem Berg und präsentierten dieselbe Choreografie. „Damit der Rekord anerkannt wurde, galten strenge Vorgaben: Man musste lange Jeans, Boots und einen Cowboyhut tragen – andernfalls wäre man nicht in die Wertung aufgenommen worden. Turnschuhe hätten nicht gezählt.“ 960 Teilnehmende wurden schließlich registriert.
Die eigentliche Herausforderung wartete jedoch kurz vor dem Auftritt. „Wir kannten weder das Lied noch den Tanz. Erst rund eine halbe Stunde vorher wurde die Choreografie in einem Workshop gezeigt. Danach mussten wir uns konzentrieren und möglichst fehlerfrei tanzen“, sagt Dembeck. Und der Rekord, er gelang. Sie und ihre Mitstreiterinnen können sich nun als Weltrekordhalterinnen im Line Dance bezeichnen. „Wir haben uns die Füße wund getanzt – es war ein Wochenende voller Gemeinschaft, Musik und unvergesslicher Eindrücke“, schildert Dembeck.
