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Kölner MesseMesse-Chef glaubt weiter an einen Wiederbeginn im Herbst

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Das Geschäft der Messe ruht seit März 2020.

  1. Das Geschäft der Messe ruht seit März.
  2. Die Kunstmessen im Herbst sollen die Wende bringen – geht das noch?

Köln – Gerald Böse trägt immer noch Bart. Im Sommer hat der Messe-Chef das Versprechen abgeben, erst zum Rasierer zu greifen, wenn in Köln wieder eine Vor-Ort-Messe stattfindet. Das Geschäft ist mit dem Corona-Lockdown im März zum Erliegen gekommen.

Obwohl die Gesellschaft schon im Mai ein ausgereiftes Hygienekonzept vorgestellt hat, mussten alle Veranstaltungen bis Ende Oktober abgesagt werden – die Aussteller hatten zurückgezogen. Die Messe Frankfurt hält bis März die Türen geschlossen, Böse glaubt dennoch weiter an einen Wiederbeginn im Herbst. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Was wäre der nächste Termin?

Das sind die großen Kunstmessen: Die Art Cologne und die Cologne Fine Art und Design sind vom Frühjahr geschoben worden und sollen vom 18. bis 22. November stattfinden. Für die Messe wäre es ein wichtiges Signal in stürmischen Zeiten.

„Wir gehen fest davon aus, die Messen durchzuführen“, sagt Daniel Hug, Chef der Art Cologne. Es seien alle Hygieneregeln im Vorfeld getroffen worden. „Entsprechend setzen wir die Vorbereitungen für diese Veranstaltungen fort.“ Die Buchungslage bei den Messen sei „aktuell gut“. Auf der Art Cologne sollen sich nach letztem Stand 150 Aussteller zeigen, 50 auf der Cologne Fine Art.

Wie stehen die Chancen?

Eher nicht so gut. Köln steuert auf einen Inzidenzwert (Erkrankte pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen) von 50 zu und würde damit zum Risikogebiet zählen. Böse sagt, man gehe weiter davon aus, dass eine Beschränkung der Teilnehmerzahl für Konzerte und Sportereignisse gelte, aber nicht für persönliche Geschäftskontakte im Messeformat.

Dennoch: Die Reisebeschränkungen werden immer schärfer. Denkbar ist, dass der Wert bis zum 18. November wieder sinkt, aber die Unsicherheiten unter den Ausstellern werden nicht kleiner. Die Messe muss also mit Absagen rechnen. Geplant ist der Kunstgipfel in den Hallen 11.1 und 11.2 (Art Cologne) sowie 3.2 (Cologne Fine Art) .

Was tut die Messe, um Vertrauen aufzubauen?

In der Halle 9 ist ein Schauraum eingerichtet. Die Messe will mit dem „Safe4business-Village“ das Hygienekonzept greifbar machen und zeigen, wie in Corona-Zeiten Veranstaltungen möglich sind.

Dazu zählen Standbaukonzepte mit Abständen , App-Anwendungen und die Abbildung von Besucherströmen. Das Angebot richtet sich vor allem an Aussteller. Das Ziel: Zeigen, dass das Geschäftsleben weitergeht. „Wir arbeiten an einer virtuellen Möglichkeit, das Village zu besuchen“, sagt Böse.

Wie sehen die Hygiene-Regeln aus?

Die Messe hat eine Matrix geschrieben, um genau berechnen zu können, wie viele Besucher in eine Halle dürfen. Das Konzept umfasst allein in der Übersicht elf Seiten und beschreibt etwa Grundregeln für den Standbau mit breiten Gängen. Auf der Art Cologne sollen die Stände breiter, eher wie Schaufenster gebaut werden.

Die Messe sieht eine Trennung der Besucherwege vor, natürlich die Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes in den Hallen und dass Snacks wie Salzstangen oder Lakritz nicht in offenen Behältnissen angeboten werden. Auch Prosecco-Treffen und andere partyähnliche Veranstaltungen an den Ständen sind untersagt.

In Düsseldorf hat im September erstmals eine Messe („Caravan Salon“) unter ähnlichen Bedingungen stattgefunden. Das Problem: Die Aussteller haben zuletzt weniger den Hygienekonzepten misstraut als der eigenen Branchenentwicklung. Wer investiert schon gerne in einen Markt, der vor Unsicherheit wackelt? Dazu kommen Sorgen von Mitarbeitern und potenziellen Besuchern vor den Reisen.

Wie steht es um die Möbelmesse?

Noch wichtiger ist für die Messe die Möbelschau zu Beginn des neuen Jahres. Pünktlich zur „imm cologne 2021“ soll die neue Halle 1plus erstmals bespielt werden (siehe Infotext). Doch in der Möbelbranche brennt man derzeit nicht auf den Termin.

Die Messe soll 2021 als hybrides Format an den Start gehen, das heißt, Besucher können vor Ort und im virtuellen Raum Angebote erleben. „Allerdings leben wir in einer dynamischen Zeit“, sagt Böse. „Erst Ende Oktober werden wir sehen, wie die imm cologne aussehen wird.“ Aussteller können bis Ende nächster Woche (drei Monate vor Messebeginn) kostenlos ihre Teilnahme stornieren.

Wie viel Geld verliert die Messe?

In jeder Woche des Stillstandes verliere die Messe sieben Millionen Euro, hat Böse früh vorgerechnet. Das sind seit dem Lockdown vor gut einem halben Jahr 200 Millionen Euro. Derzeit sind 60 Prozent der Mitarbeiter in Kurzarbeit, Neueinstellungen wurden zurückgestellt.

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Das Unternehmen profitiert von den Vorjahren, als man eine Rekordbilanz nach der anderen vorlegen konnte. „Die Kölnmesse hat ausreichend Liquidität, um die Absage der Veranstaltungen in diesem Jahr zu verkraften“, sagt Böse. Mit dem Hauptgesellschafter, der Stadt Köln, ist im Rahmen des Cash-Pooling ein „zusätzlicher Kreditrahmen“ vereinbart worden. Die Messe gehört zu 79,01 Prozent der Stadt und zu 20 Prozent dem Land Nordrhein-Westfalen. Die Messe hat mitgeteilt, dass sie im Krisenjahr mit Umsatz- und Gewinneinbußen in dreistelliger Millionenhöhe rechnet.