Die Kölner Politiker Jörg Detjen und Roland Schüler sprechen sich gegen die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region für Olympia aus.
Olypische Spiele in KölnUmstrittene Visionen - Kritik an Rhein-Ruhr-Olympia

Das modulare Olympiastadion, dass im Kölner Norden entstehen könnte.
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Die Münchener wollen Olympia in ihrer Stadt, das steht fest. Anfang November stimmte bei einem Bürgerentscheid eine Mehrheit von rund 66 Prozent für eine Olympiabewerbung 2036, 2040 oder 2044. Neben Bayerns Landeshauptstadt konkurrieren Berlin, Hamburg und die Region Rhein-Ruhr (NRW) um die deutsche Bewerbung.
17 Kommunen gehören dabei zur Rhein-Ruhr-Region, die ihre bereits vorhandenen Sportstätten für unterschiedliche Sportarten zur Verfügung stellen könnten. Köln wird dabei als mögliches Zentrum gesehen. In Köln-Kreuzfeld könnten ein temporäres Stadion und das olympische Dorf entstehen, das etwa 90 Prozent der Teilnehmenden unterbringen soll. Die Olympia-Bauten sollen im Nachhinein als Wohnquartier genutzt werden.
Doch diese Pläne stoßen nicht überall auf Begeisterung. Linken-Politiker Jörg Detjen und der Lindenthaler Bezirksbürgermeister Roland Schüler (Grüne) sprechen sich, unabhängig von ihren Parteien, gegen eine solche Ausrichtung aus. Beide nennen die Kritikpunkte als Privatpersonen. „Natürlich sind solche Spiele immer toll, aber für uns ist entscheidend, für welchen Preis“, sagt Roland Schüler.
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„100 Jahre nach Hitlers Spielen. Das geht gar nicht.“
Eine Ausrichtung im Jahr 2036 lehnen die Politiker kategorisch ab: „100 Jahre nach Hitlers Spielen. Das geht gar nicht.“ Es sei eine Steilvorlage für alle rechtsextremen Kräfte. Die beiden fordern auch, auf eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2040 und 2044 zu verzichten.
„Die Schieneninfrastruktur in NRW ist ein Sanierungsfall“, betont Schüler. Man habe, abgesehen vom Geld, nicht die entsprechenden Kapazitäten für Planung und Bau. Denn auch wenn das RRX-Netz bis 2035 ausgebaut werden soll, sei es trotzdem nur für den Alltagsverkehr ausgerichtet und nicht für eine solche Großveranstaltung. Die Entfernungen zu den verschiedenen Sportstätten, darunter Dortmund, Gelsenkirchen und Recklinghausen, seien zu groß. Fazit: Das NRW-Konzept sei dezentral und biete keine kompakten Spiele, wie etwa in Paris 2024.
Laut Detjen und Schüler ergäbe sich im Falle einer Umnutzung des Olympischen Dorfs für privates Wohnen eine Zeitverzögerung von circa zehn bis 15 Jahren, wodurch der Wohnungsmarkt viel später entlastet würde als geplant. „Wenn man überlegt, dass die Arbeiten an der Oper schon 14 Jahre gebraucht haben, dann könnte es knapp werden“, lacht Detjen.
