Die Kölner Haie haben sich am 47. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga durch ein 1:0 bei RB München vorzeitig den Hauptrundensieg gesichert und sich damit für die Champions League qualifiziert.
Kölner HaieKEC zeigt die perfekte Defensivleistung

Dichtgehalten: Verteidiger Oliwer Kaski (Mitte) und Torhüter Janne Juvonen verteidigen gegen Münchens Adam Brooks und ließen in 60 Minuten keinen gegentreffer zu.
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Die Kölner Haie sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nicht aufzuhalten. Das Team von Chefcoach Kari Jalonen fuhr dank einer perfekten Defensivleistung, einem Treffer von Gregor MacLeod sowie eines überragenden Janne Juvonen im Tor am Sonntag beim 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) gegen RB München den 19. Sieg in den jüngsten 20. Spielen ein, sicherte sich am 47. Spieltag vorzeitig den Hauptrundensieg und qualifizierte sich für die Hockey Champions League. Der KEC jagt durch den dritten Dreier nach der Olympiapause mit nunmehr 110 Punkten zudem den Hauptrunden-Punkterekord, den Adler Mannheim mit 116 Zählern hält.
Jalonen verzichtete im Topspiel beim Tabellendritten auf seinen Neuzugang Markus Nutivaara. Als überzähliger Importspieler saß diesmal Verteidiger Veli-Matti Vittasmäki draußen, dafür stand Stürmer Juhani Tyrväinen im Lineup.
Erster Saisonsieg gegen München
Die Haie gingen mit einer Extramotivation in das vierte und letzte Hauptrundenduell mit den Münchnern. Der EHC war das einzige DEL-Team, gegen das die Kölner in dieser Saison noch sieglos waren. Der EHC hat dem KEC also drei seiner insgesamt nur zehn Niederlagen 2025/26 beigebracht.
Die Gastgeber erwischten in der mit 10.796 Zuschauern ausverkauften SAP-Arena den besseren Start und hatten im ersten Drittel dreimal Pech. Yasin Ehliz, Phillip Sinn (beide 5.) und Konrad Abeltshauser (15.) trafen nur das Gestänge. Zudem ließen die Münchner eine 25 Sekunden lange doppelte Überzahl und eine Topchance von Ryan Murphy liegen (20.), die KEC-Goalie Janne Juvonen entschärfte.
Gregor MacLeod fälscht perfekt ab
Die Haie hatten in der von Defensive und hoher Intensität geprägten Partie offensiv einen Abschluss von Robin van Calster (3.), eine Doppelchance von Ryan MacInnis und Parker Tuomie (14.) sowie ein starkes Powerplay (18.) zu bieten. Eine Schrecksekunde gab es, als Haie-Stürmer Robin van Calster den am Boden liegenden Maxi Daubner unglücklich mit dem Schlittschuh im Gesicht traf (7.). Der am Mund blutende Münchner Verteidiger wurde vorsichtshalber zur näheren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.
Das Juvonen-Team überstand zu Beginn des zweiten Drittels eine Strafzeit gegen Tyrväinen und stand auch in der Folge defensiv bombensicher. „Beide Teams haben wahnsinnige Defensiv-Statistiken. Wir müssen geduldig bleiben, auf unsere Chancen warten und eiskalt zuschlagen“, beschrieb Verteidiger Maximilian Glötz bei Magenta-Sport die Strategie der Haie.
Gesagt, getan. Die im zweiten Abschnitt offensiv aktiveren Haie gingen durch den 18. Saisontreffer von Gregor MacLeod in Führung (35.). Der Center fälschte einen Schuss von Valtteri Kemiläinen perfekt von rechts neben dem Tor ins entgegengesetzte linke Eck ab. Es blieb nach 40 Minuten beim 1:0 für die Gäste, weil das Gestänge Juvonens bester Freund blieb. Tobias Rieder traf nur die Latte (40.).
Wir hatten heute alle Hände voll zu tun.
Die Defensivarbeit der Kölner blieb auch im Schlussdrittel tadellos. Janne Juvonen zeigte auf dem Weg zu seinem fünften Shutout dieser Saison gegen Gabriel Fontaine seine Klasse (48.). Seine Vorderleute killten ein weiteres Powerplay (50.) des EHC und blockten Schüsse, was das Zeug hielt. Es blieb aber bis zum Schluss spannend, weil Brady Austin (42.) und Nate Schnarr (50.) das 2:0 verpassten. Auch das Kölner Powerplay (45.) blieb erfolglos.
München warf alles rein und am Ende wurde es dramatisch. Erst wanderte Nate Schnarr auf die Strafbank (57.), dann musste auch noch Louis-Marc Aubry für zwei Minuten runter (59.). Die Gastgeber zogen ihren Torwart Mathias Niederberger und spielten mit Sechs gegen Drei. Die Haie-Defensive hielt aber auch in dieser Situation. Juvonen war nicht zu bezwingen und als Kapitän Moritz Müller einen Schuss todesmutig blockte war es geschafft. „Wir hatten heute alle Hände voll zu tun. Janne war wieder großartig“, sagte Stürmer Parker Tuomie und ergänzte mit Blick auf den möglichen Punkterekord und den ersten Saisonsieg gegen die starken Münchner: „Das nehmen wir gerne mit, auch wenn wir uns in den Playoffs nichts dafür kaufen können.“
Statistik:
Kölner Haie: Juvonen; Austin, Kaski; Sennhenn, Kemiläinen; Müller, Glötzl; Kero, MacLeod, Russell; Aubry, Schnarr, Bokk; Storm, Tyrväinen, Niedenz; Tuomie, MacInnis, van Calster. — SR.: Frano/Palkövi. — Zuschauer: 10.796 (ausverkauft). —Tor: 0:1 MacLeod (34:59/Kemiläinen, Sennhenn). — Strafminuten: München 8; Köln 14.
