Köln – Der große Corona-Schock blieb aus. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der Büromarkt-Bericht der Immobilienberater von Greif und Contzen in Köln. Der Flächenumsatz bei Büro-Immobilien übertraf demnach am Jahresende 2021 mit 305 000 Quadratmetern sogar das Vor-Corona-Niveau von 2019. Köln habe sich in schwerer Zeit im bundesweiten Vergleich erstaunlich stabil gezeigt: Unter den Top-Sieben-Standorten in Deutschland weise speziell der Kölner Büromarkt der Domstadt eine der besten Entwicklungen auf.
In Köln nahm die Leerstandsquote laut Greif und Contzen auch in der Pandemie-Zeit nur geringfügig zu und liegt derzeit bei rund 3,2 Prozent. Vor allem die hohe Flächennachfrage einiger Großnutzer haben den Markt belebt.
Hoher Anteil öffentlicher Einrichtungen
„Der Kölner Markt profitiert von einem hohen Anteil öffentlicher Einrichtungen und privatwirtschaftlicher Unternehmen wie Bildungseinrichtungen und Rechtsanwaltskanzleien“, sagt Andreas Reul, Leiter des Bereichs Büroimmobilien. Dagegen weist die Nutzerstruktur in anderen Top-Sieben-Märkten Branchenschwerpunkte auf, die noch von Umstrukturierungen und Erschwernissen gehemmt würden – beispielsweise die Automobilbranche in Stuttgart oder das Finanzwesen in Frankfurt.
Dementsprechend legten die Mietpreise in Köln teils deutlich zu. Die Spitzenmiete stieg von rund 26 Euro pro Quadratmeter auf etwa 28 Euro, die Durchschnittsmiete von 14 Euro pro Quadratmeter auf etwa 15,40 Euro. Die Preisentwicklung betrifft nicht nur Bestand und Neubauten in der Innenstadt, sondern auch Teilmärkte außerhalb des Zentrums. Vor allem im Kölner Westen – Ehrenfeld, Braunsfeld und Ossendorf – wurden große Flächenvermietungen umgesetzt.

Eine Grafik zum Büromarkt-Bericht in Köln von Greif & Contzen
Copyright: Greif & Contzen/isotype.com/Thomas Banneyer
Weniger Einfluss als von vielen erwartet habe dagegen der Trend zum Homeoffice gezeigt. Mobiles Arbeiten, so ist man bei Greif und Contzen überzeugt, werde zwar auch künftig fester Bestandteil der Arbeitswelt sein. Dies nehme aber weniger Einfluss auf den Büroimmobilienmarkt als von vielen erwartet. Eher würden Räume großzügiger geschnitten und Flächen so gestaltet, dass sie Austausch und Vernetzung zwischen Mitarbeitenden förderten.
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Auch für die Zukunft bleibt man optimistisch, was die Vermarktung von Büroflächen angeht: „Wir rechnen damit, dass einige bislang zurückgehaltene große Flächengesuche aus der Privatwirtschaft angemeldet werden“, sagt Reul. Zudem werde auch das Thema Nachhaltigkeit sowohl im Bau wie im laufenden Nutzungsbetrieb eine größere Rolle spielen: „Aufgrund von neuen gesetzlichen Regelungen muss künftig über Nachhaltigkeitsbemühungen Rechenschaft abgelegt werden. Investoren werden zunehmend solche Bauten bevorzugen, die beispielsweise im Betrieb weniger Ressourcen verbrauchen,“ so Reul.



