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Kölner Hilfe für Geflüchtete„Wir bringen die Ärzte zu den Menschen“

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Im Laborbereich werden Medikament und ein Notfallkit gelagert. 

Köln – Magenkrämpfe, Kopfschmerzen, fehlende Medikamente gegen Bluthochdruck oder dringend benötigtes Insulin – nach ihrer tagelangen beschwerlichen Flucht brauchen viele der aus der Ukraine geflohenen Menschen medizinische Hilfe. Die bekommen sie jetzt unmittelbar am Ankunftszentrum auf dem Breslauer Platz. Hier steht seit Wochenbeginn der „Medibus“. Mit seinen zwei Behandlungsräumen, dem Wartebereich und einem Labor ist er eine kleine rollende Arztpraxis, mit einem Team aus Fachärzten und Assistentinnen.

Etwa 60 Menschen suchen hier täglich Hilfe auf

„Etwa 60 der knapp 200 Geflüchteten, die täglich am Hauptbahnhof ankommen, suchen Hilfe im Bus“, sagte Gesundheitsamtsleiter Johannes Nießen. Die Verständigung wird über Videodolmetscher möglich, die in medizinischen Fachbegriffen geschult sind. Die Behandlungsräume im mittleren und hinteren Bereich des Busses können optisch abgeschirmt werden und bieten Privatsphäre; während der Behandlung erfolgt das Übersetzen ohne Kamera. „Für etliche Menschen ist es wichtig, nach den traumatischen Erlebnissen einfach mal in geschützter Atmosphäre sprechen zu können“, sagte Niessen. „Und zu wissen, dass ihnen hier geholfen wird.“

Am Ende werden sie an einen niedergelassenen Arzt verwiesen

Die Beschwerden der Patientinnen werden im Medibus erfasst und können von den 18 Kranken- und Pflegekräften, die die derzeit 3700 Geflüchteten in den städtischen Unterkünften als Teilzeitkräfte betreuen, abgerufen werden. Drittes Glied in der Kette ist dann ein niedergelassener Arzt oder eine Ärztin, an die die Menschen weitergeleitet werden können.

Anders als zuvor kann den Geflüchteten jetzt auch vor Ort mit einem Rezept geholfen werden. Vorher musten sie dazu in eine Arztpraxis gehen. „Jetzt bringen wir die Ärzte zu den Menschen“, so Niessen. „Und auch die Medikamenten-Zuzahlung fällt für die Geflüchteten jetzt weg.“

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Entwickelt wurde das Medibus-Konzept von dem IT-Anbieter Cisco mit Unterstützung der DB Regio AG, sieben Busse sind derzeit im Einsatz. Etwa in ländlichen Gebieten ohne Hausarztversorgung. Oder in Berlin. Hier fährt der Bus zu Einrichtungen, in denen ukrainische Waisenkinder leben. Für die Stadt Köln ist der Einsatz es Busses, der an sieben Tagen die Woche von 8 bis 22 Uhr besetzt ist, kostenlos. Und auch in Sachen Energiegewinnung ist die rollende Arztpraxis vorbildlich: 16 Solarzellen auf ihrem Dach erzeugen den benötigten Strom.