War es am Freitag der heißeste Junitag in Köln? Der Deutsche Wetterdienst erklärt das Messproblem.
„Als historisch zu bezeichnen“Kölner Hitzerekord von 1947 geknackt – DWD erklärt Messproblem

Hitze in Köln – aber wurde der Juni-Rekord von 1947 geknackt?
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Wurde nun in Köln der Juni-Hitze-Rekord von 1947, gemessen an der Station in Stammheim, geknackt – oder nicht? Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat am Samstagmorgen (27. Juni) beim Deutschen Wetterdienst (DWD) nachgehakt.
„Am Freitag war es auch in Köln wie im gesamten Rheinland der heißeste Junitag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“, erklärt DWD-Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn. Die Wetterstation am Flughafen registrierte ein Maximum von 37,5 Grad, womit der bisherige Juni-Rekord in Köln/Bonn von 36,8 Grad recht deutlich übertroffen wurde. Der Wert wurde am 18. Juni 2002 gemessen.
Daten der Messstation in Köln-Stammheim
Der Allzeit-Rekord am Flughafen – 40,3 Grad vom 25. Juli 2019 – war aber nicht in Gefahr. „Leider ist die DWD-Klimastation Köln-Stammheim nicht mehr in Betrieb. Zwar läuft dort eine Ersatz-Messstation, deren Werte als seriös gelten können, diese sind allerdings nicht offiziell“, so der Wetter-Experte. In Stammheim wurde am Freitag eine Höchsttemperatur von 39,5 Grad erzielt.
So wurde nach sage und schreibe fast 80 Jahren der bisherige Juni-Temperaturrekord in Köln-Stammheim von 37,9 Grad vom 27. Juni 1947 klar überboten – allerdings nur inoffiziell.
„Die derzeitigen Tage sind aus klimatologischer Sicht als historisch zu bezeichnen und vermitteln ein Gefühl dafür, wie unsere Klimazukunft im Sommer (nicht in jedem aber eben immer öfter) aussehen wird“, beschreibt Thomas Kesseler-Lauterkorn die Lage.
„Wir müssen uns mit entsprechenden Maßnahmen in allen Lebensbereichen darauf einstellen. Solche Hitzeereignisse werden sich in den nächsten Jahrzehnten weiter häufen und sogar noch verschärfen. Hinweise für Planungsempfehlungen zur Anpassung an den Klimawandel wurden in einer großen Studie ‚Klimawandelgerechte Metropole Köln‘ bereits 2013 gegeben.“
Der höchste Wert in NRW wurde am Freitag mit 40,2 Grad derweil in Tönisvorst registriert. So heiß war es im Juni in NRW noch nie.
Erste Unwetter in NRW – ab Montag wird es kühler
Trotz der Hitze gab es in der Nacht zu Samstag bereits die ersten heftigen Hitzegewitter in NRW. Vor allem das Ruhrgebiet und die Stadt Duisburg wurden getroffen. Doch für wirkliche Abkühlung sorgte das Gewitter nicht. Und auch am Samstag soll es wieder richtig heiß werden. Es gibt eine entsprechende Hitzewarnung. Am Abend und in der Nacht zu Sonntag sind dann erneute Gewitter mit Unwetterpotenzial möglich. Laut DWD sei derzeit aber noch unklar, welche Bereiche es treffen kann.
Auch am Sonntag müsse mit Gewittern gerechnet werden. Die Temperaturen gehen laut Prognose etwas zurück, auf 30 bis 35 Grad. Ab Montag soll es mit Werten bis zu 28 Grad dann endlich erträglicher werden.

