Neue Schul-Workshops zur KI kombinieren Grundlagen, Praxis und kritischen Umgang.
Spezial-SchulungenMit dieser Initiative kommt KI in Kölner Klassenzimmer

In einem Workshop lernen Schülerinnen und Schüler den Umgang mit KI.
Copyright: NetCologne
„Wir wollen, dass junge Menschen KI einordnen können, nicht nur nutzen“, sagt Max Landefeld, Workshopleiter des Projekts „AI4Schools Cologne“ vom Fraunhofer IAIS. Vor Schülerinnen und Schülern des Schiller-Gymnasiums erklärte der Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts Sankt Augustin am Beispiel eines einfachen Katzenfotos, wie Modelle mit Künstlicher Intelligenz (KI) trainiert werden. Der Workshop in Lindenthal war Teil eines neuen Bildungsprojekts namens „AI4Schools Cologne“.
Dahinter steckt eine Bildungsinitiative des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Kooperation mit NetCologne. „Sie soll erstmals eine strukturierte KI-Bildung direkt ins Klassenzimmer nach Köln bringen“, heißt es in einer Mitteilung von NetCologne. In Workshops programmieren Schülerinnen und Schüler Roboter, analysieren Modelle und lernen, KI-Tools kritisch einzuordnen.
Workshop in Köln: KI besser verstehen lernen
So erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Schiller-Gymnasium beispielsweise, warum KI Muster erkennt, aber nicht wirklich ‚versteht‘. „Genau dieses Wissen brauchen sie, um Technik kritisch und sicher einzusetzen“, erläuterte Landefeld.
Die eintägigen Workshops richten sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 und werden von Fraunhofer-Expertinnen und -Experten durchgeführt. Auf dem Programm stehen Grundlagen der Künstlichen Intelligenz, neuronale Netze, generative KI sowie Chancen und Risiken der Technologie. Ein zentraler Bestandteil ist die praktische Arbeit im Open Roberta Lab, einer Open-Source-Entwicklungsumgebung des Fraunhofer IAIS.
Unter Anleitung programmieren die Jugendlichen eigene Roboter, die über Sensoren gesteuert werden, etwa indem sie bei Hindernissen stoppen oder bei einem bestimmten Farbsignal anhalten. Für die Schülerinnen und Schüler wird so nachvollziehbar, wie Automatisierung und datenbasierte Entscheidungslogik funktionieren.
„Digital Skills“ als Schulfach in Köln
Das Schiller-Gymnasium hat in diesem Schuljahr erstmals das Fach „Digital Skills“ eingeführt. Schulleiter Georg Scheferhoff betont: „Wir wollen digitale Kompetenzen konsequent fördern. KI wird den Schul- und Berufsalltag der kommenden Jahre prägen. Die Workshops unterstützen uns dabei, früh anzusetzen und Schülerinnen und Schüler auf diese Entwicklung vorzubereiten.“
Die Stadt Köln begleitet den Wandel mit eigenen Angeboten, unter anderem durch das Kommunale Medienzentrum KOMEZ, das Fortbildungen, KI-Sprechstunden und ein Schulentwicklungsprojekt zum Thema „Schule trifft KI“ anbietet. Ziel ist ein Konzept, das später allen Kölner Schulen zur Verfügung gestellt wird.
„Digitale Bildung ist längst Teil des schulischen Alltags. Mit Projekten wie AI4Schools fördern wir nicht nur technische Fertigkeiten, sondern den bewussten, verantwortungsvollen Umgang mit KI. Das ist eine Schlüsselkompetenz für den Bildungs- und Berufsweg junger Menschen“, betont Anne Lena Ritter, Leiterin des Kölner Amts für Schulentwicklung.
Für NetCologne ist AI4Schools Cologne ein Baustein im langjährigen Engagement für digitale Bildung in Köln. Das Unternehmen betreut im Auftrag der Stadt Köln die digitale Infrastruktur aller 265 städtischen Schulen – von WLAN über Geräte-Management bis zum Hosting in lokalen Rechenzentren. „Diejenigen, die unsere digitalen Infrastrukturen in Zukunft nutzen, sitzen heute im Klassenzimmer“, sagt Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne. „Wir wollen, dass sie souverän mit KI umgehen können und verstehen, wie diese Technologien funktionieren.“
NetCologne finanziert 50 Workshops, die in diesem Schuljahr an verschiedenen Kölner Schulen stattfinden. Perspektivisch sollen ergänzend auch Lehrkräfte-Workshops angeboten werden. Alle Workshops sind kostenfrei; Teilnehmende erhalten ein Zertifikat, das später auch für Bewerbungen genutzt werden kann.

