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Über das Internet aufgeflogenMutmaßliche Drogen- und Waffenhehler vor Gericht

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Symbolbild einer Cannabis-Pflanze

Köln – Sicher ist nur, dass nichts sicher ist. Auch nicht Encrochat, ein Unternehmen aus den Niederlanden, das von 2016 bis 2020 Handys mit einem angeblich nicht zu knackenden Messengerdienst anbot. Encrochat galt unter Ermittlern als „WhatsApp für Gangster“. Der Messengerdienst erfreute sich großer Beliebtheit unter Kriminellen in ganz Europa, die aufgrund der angepriesenen Sicherheit sich relativ sorglos über ihre Machenschaften austauschten. Doch dann wurde das System 2020 von französischen und niederländischen Strafverfolgungsbehörden geknackt und mit einer Schadsoftware infiziert. Die Chats wurden an die jeweils zuständige Polizeibehörde weitergeleitet. Laut einer Mitteilung des Bundeskriminalamtes von Juli dieses Jahres wurden aufgrund der Daten allein in Deutschland 2250 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Mariuhana, Kokain und Heroin wurden geschmuggelt

Eines dieser Verfahren wird nun vor dem Landgericht gegen drei Männer (25, 48 und 48) geführt. Sie sollen rund anderthalb Tonnen Marihuana sowie Kokain und Heroin im Kilogrammbereich nach Deutschland und in die Niederlande geschmuggelt haben. Ferner wird einem der Angeklagte  Waffenhandel vorgeworfen. Die Angeklagten, die in dem Verfahren mit Strafen bis zu 15 Jahren Haft rechnen müssen, kündigten über ihre Verteidiger Einlassungen an.

Laut der Anklageschrift  sollen sich der 25-Jährige und sein 48-jähriger Vater, der als Hauptangeklagter in dem Verfahren gilt, spätestens ab März 2020 mit weiteren  Mittätern zu einer Bande zusammengeschlossen haben. Neben Marihuana sollen sie auch Kokain und Heroin geschmuggelt haben.

Das Rauschgift kam aus Spanien

Hierzu soll der 48-Jährige Geld bei Abnehmern eingesammelt und bei einem Kontaktmann in Südspanien Rauschgift geordert haben. Ferner soll der 48-Jährige die Kuriere — darunter ab Ende 2020 auch der zweite Angeklagte 48-Jährige — organisiert und instruiert haben. Die Kuriere sollen nach Andalusien in Südspanien gefahren und dort die Ware bar bezahlt und entgegengenommen haben. Per GPS-Tracker sei der 48-jährige Hauptangeklagte immer über den  Standpunkt des Kurierfahrers informiert gewesen. Wurden zu Beginn noch Marihuana-Mengen im zweistelligen Kilogrammbereich nach Deutschland oder in die Niederlande geschmuggelt, führte die Bande von September bis November 2020 im Wochentakt jeweils 120 Kilogramm  ein. 

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Ferner soll der Vater des 25-Jährigen  mit Waffen gehandelt haben. Laut Anklageschrift hatte der Mann vier Maschinenpistolen vom Typ Sudajew PPS 43 — einer Maschinenpistole, die von 1943 an von der Roten Armee eingesetzt und bei einigen Streitkräften noch bis in die 1980er Jahre verwendet wurde — zum Kauf angeboten haben. Eine der Waffen soll er  für 2000 Euro veräußert haben. Was mit den restlichen Waffen passierte, ließ die Anklageschrift offen.   Bis Ende Januar sind 17 Verhandlungstage terminiert.