Stefan Schmitz feiert 50 Jahre Betriebszugehörigkeit bei Hülden – einem Kölner Familienunternehmen für Schrauben, Werkzeuge und Arbeitskleidung.
Jubiläum im Familienbetrieb50 Jahre zwischen Schrauben und Werkzeugen bei Hülden in Sülz

Stefan Schmitz auf der Treppe von der Büroetage zu den Verkaufsräumen.
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Sichtbeton und unverputztes Mauerwerk bestimmen das Ambiente im Gebäude der Firma August Hülden GmbH & Co. KG an der Weisshausstraße 7. Als das Gebäude in den 80er-Jahren errichtet wurde, beschloss der Inhaber Paul Kellerwessel, die Wände in ihrem Rohzustand zu belassen, mit Blick auf die akkurate Arbeit, die der Polier geleistet hatte, aus Liebe zum Handwerk. Denn das passt perfekt zur Produktpalette, die das Unternehmen im Erdgeschoss und online verkauft: Schrauben, Muttern, Dübel, Werkzeuge, Maschinen und Arbeitskleidung – unter der Regie von Prokurist und Betriebsleiter Stefan Schmitz. In diesem Jahr zählt er seit 50 Jahren zur Crew.

Auch das Treppenhaus der Firma Hülden ist imposant aus Sichtbeton, der noch Muster der Bretterverschalung aufweist.
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Vom Auszubildenden zum Prokuristen
1976 begann er seine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann bei der Niederlassung von Hülden in Düren, zu deren Kundschaft seine Eltern gehörten. Sie hatten einen Schlosserbetrieb. Weil Schmitz’ Brüder beide Schlosser werden wollten, entschied er sich für den kaufmännischen Beruf. Nach seiner Ausbildung arbeitete Schmitz lange in Düren. Als 1985 ein Prokurist der Firma in Rente ging, beförderte man ihn zum Einkaufsleiter, und so befand sich sein Arbeitsplatz nun in Köln. 2017 verabschiedete sich eine weitere Führungskraft in den Ruhestand und Schmitz übernahm die Position als Betriebsleiter. Seit fünf Jahren hat er Prokura und blickt nun stolz auf seine Karriere im Unternehmen zurück. „Natürlich war es auch Glück“, sagt er. „Es wurde immer gerade eine passende Stelle frei, eine neue Herausforderung, die man mir anbieten konnte.“ So habe er den Arbeitgeber nie wechseln müssen. Der Job blieb spannend. Er hat an der Entwicklung des mittelständischen Betriebes teilgehabt.
Vom Schraubenladen zum mittelständischen Betrieb
Seine Geschichte begann schon im Jahr 1888, als August Hülden, der Großonkel des heutigen Geschäftsführers, die Firma als kleines Eisenwarengeschäft am Perlengraben gründete und sie zu einem gut sortierten Schraubenlager aufbaute, um zunächst vor allem Handwerker und kleine Werkstätten zu versorgen. Als das Unternehmen 1958 wegen des Baus der Severinsbrücke einem Brückenpfeiler weichen musste, zog es an die Trierer Straße, wo Schmitz dann zum Kölner Team stieß. Die Firma wuchs weiter und der Standort wurde zu klein. Und so baute man 1987 an der Weißhausstraße den neuen Firmensitz. Insgesamt 60 Menschen arbeiten heute in Köln und Düren für die Firma Hülden.

Die Firma Hülden an der Weißhausstraße.
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In Zeiten des Onlinehandels mit Service punkten
Das Geschäft hat sich verändert: „Früher hat jeder Handwerker vor Ort gekauft, Industriebetriebe, der örtliche Handel“, schildert Schmitz. Doch mit dem Siegeszug des Internets musste sich Hülden auch auf den Online-Vertrieb einstellen. Das Unternehmen hat einen Onlineshop, eine besondere Rolle würden aber „E-Commerce-Lösungen“ für Stammkunden spielen, erläutert Schmitz. Ein Beispiel seien sogenannte Kanban-Systeme: Regale, die das Unternehmen beim Kunden installiert und nach Bedarf mit Schrauben, Werkzeugen und Arbeitsschutzkleidung versieht. Der Verbrauch der Materialien wird elektronisch erfasst und die Regale werden entsprechend wieder aufgefüllt.
Ein anderes Beispiel seien Ausgabeautomaten, erzählt Schmitz, an denen jeder Mitarbeiter mit seinem Chip die jeweils benötigten Werkzeuge oder Arbeitsschutzzubehör ziehen kann und die ebenfalls wieder aufgefüllt werden. „Unsere Außenmitarbeiter beliefern und beraten zudem die Kundinnen und Kunden, bei der Auswahl der zu ihren Bedürfnissen passenden Maschinen und anderen Materialien“, so Schmitz. Der Service sei entscheidend, um bei ihnen zu punkten.
Strategien für die Zukunft – und der endgültige Abschied
Hülden versorgt mittlere und größere Industriebetriebe in der gesamten Region. Das Unternehmen bezieht seine Produkte vorwiegend aus Deutschland und der EU, nur Schrauben werden zumeist in Fernost gefertigt.
Das aktuelle Schwächeln der Wirtschaft würde sich zwar in einer gesunkenen Nachfrage bemerkbar machen, sagt Schmitz, es gäbe aber auch Strategien für die Zukunft: „Marketing auf Social Media wird immer wichtiger“, betont der Prokurist. Arbeitskleidung sei ein boomender Markt. Die Kunden würden vermehrt Wert auf Kleidung mit ihrem Firmenlogo legen. „Auch ich habe Shirts und Hemden mit dem Hülden-Logo darauf“, sagt Schmitz. „Ich trage sie bei den Kunden mit Stolz.“ Ende des Jahres wird er sie endgültig ausziehen, denn dann geht der 65-Jährige in den Ruhestand.
