Nach Treibstoff-Fund an Kölner MoscheeStaatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Für viel Aufregung hatte der mutmaßliche Brandanschlag auf die Zentralmoschee in Ehrenfeld gesorgt.
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Köln – Die Aufregung war groß: Wollte ein Radfahrer mit Treibstoff die Ditib-Moschee in Ehrenfeld anzünden und einen Anschlag begehen? Dieses Szenario spielten die Sicherheitsbehörden monatelang durch und führten intensive Ermittlungen durch. Nun fällte die Kölner Staatsanwaltschaft eine Entscheidung: „Wir haben die Ermittlungen eingestellt“, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn gegenüber der Rundschau. Es sei fraglich, ob ein Anschlag durchgeführt werden sollte.
Der Vorfall hatte sich am 19. November 2021 auf einem Gehweg an der Moschee in Ehrenfeld ereignet. Es lief ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung.
Ein Benzinkanister sorgte für Aufregung
Wie die Polizei mitteilte, war ein Benzinkanister um 5.05 Uhr einem Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes aufgefallen. Er soll in mehr als zwei Metern Entfernung zu einer Moschee-Hintertür offen auf dem Boden gelegen und noch Diesel enthalten haben. Zudem lagen in diesem Bereich fünf Einwegfeuerzeuge auf dem Boden. Der Sicherheitsdienst hatte daraufhin Material aus der Videoüberwachung angeschaut. Auf diesem wurde ein Radfahrer festgestellt worden, der um 3.59 Uhr etwa in Höhe des Fundorts des Kanisters „eine seitliche Bewegung“ vollführt habe, hieß es von den Behörden. Ob es sich dabei - wie von den Sicherheitsmitarbeitern vermutet - um ein versehentliches Fallenlassen oder ein bewusstes Ablegen des Kanisters gehandelt habe, könnte zunächst nicht abschließend beurteilt werden.
Radfahrer war wohl nur zufällig am Kanister
Als Möglichkeit in einem Bericht des Innenausschuss wurde genannt, dass der Radfahrer dem möglicherweise zuvor schon abgelegten Benzinkanister nur ausweichen wollte. Die Staatsanwaltschaft geht nun davon aus, dass der Radfahrer wohl zufällig an den Benzinkanister vorbeigekommen ist, ihn möglicherweise umgefahren hat und so der Diesel-Treibstoff auslief. Die Polizei suchte auf Überwachungsvideos von Tankstellen nach dem Radfahrer – ohne Erfolg. Auch die Überwachungsvideos an der Moschee seien von der Qualität „sehr schlecht“, so Willuhn. Dort sei kaum etwas zu erkennen. Die sichergestellten Feuerzeuge seien vermutlich nach einer Raucherpause vergessen worden.
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Bei der Alarmierung der Polizei gab es indes eine Panne: Die Sicherheitsmitarbeiter informierten zunächst nur die nächste Schicht, die um 5.45 Uhr eintraf. Diese habe dann um 9.18 Uhr die Polizei in Kenntnis gesetzt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.


