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Babys auf der SportmatteDas ist der wohl süßeste Yoga-Kurs Kölns

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Die Kleinen dürfen sich bei dem Yoga-Kurs frei im Raum bewegen, werden aber auch in Übungen einbezogen.

Die Kleinen dürfen sich bei dem Yoga-Kurs frei bewegen, werden aber auch in Übungen einbezogen. 

Im Kölner Geburtshaus werden Eltern zusammen mit ihrem Nachwuchs aktiv. Das soll Entspannung auf beiden Seiten fördern. 

Den rechten Fuß hochziehen bis zum linken Ohr? Bei Tristan sieht das spielend leicht aus. Entspannt liegt er auf der blauen Fitnessmatte und führt die Anweisungen der Yoga-Lehrerin aus. Zugegeben: Als sieben Monate altes Baby musste er sich diese Beweglichkeit nicht erst erarbeiten. Und er hat Hilfe von seiner Mutter Evelyn, die direkt hinter ihm sitzt, und seine Beinchen bewegt. Seit rund drei Wochen nimmt das Duo an dem Kurs Eltern-Baby-Yoga teil, der im Geburtshaus in Nippes mit bis zu acht Erwachsenen und ihren Kleinen stattfindet.

Die Kölnerin Rania Dimtsia, selbst zweifache Mutter und zertifizierte Kursleiterin in den Bereichen Babymassage, sowie Baby- und Kinderyoga, hat das Angebot vor einem Jahr ins Leben gerufen. Erst fanden die Kurse nur am Standort Sülz statt, nun wurden sie auf den Kölner Norden ausgeweitet. Der Fokus liegt dabei auf den Eltern, je nach Bedarf werden sanfte Übungen zur Rückbildung der Muskeln nach der Geburt, oder etwas dynamischere Bewegungen, wie zur Stärkung des Rückens oder der Schultern, gemacht. „Die meisten sind aber an Entspannung und leichten Übungen interessiert. Wir arbeiten ganz ohne Leistungsdruck“, sagt Dimtsia.

Während seine Mutter Miyu bei einer Meditation in sich geht, entdeckt ihr Sohn Yuno mit Spielsachen, die im Raum bereitliegen.n.

Während seine Mutter Miyu bei einer Meditation in sich geht, entdeckt ihr Sohn Yuno die Spielsachen, die im Raum bereitliegen.

Immer wieder werden die Kleinen dabei eingebunden und sanft gedehnt, massiert oder spielerisch bewegt. Der Kurs trainiere dadurch auch die motorischen Fähigkeiten der Babys. Dafür sollten die Babys bereits ihren eigenen Kopf halten können. „Mein Ziel ist es, den Eltern ein kleines Programm an die Hand zu geben, das sie auch zu Hause durchführen können.“

Kursleiterin Rania Dimtsia demonstriert die Übungen an einer Puppe.

Kursleiterin Rania Dimtsia demonstriert die Übungen an einer Puppe.

In Indien, dem Yoga-Ursprungsland, sei es gängig, mit seinem Baby Yoga zu machen. In Deutschland und in Köln sei das noch nicht verbreitet. Dementsprechend werden ihre Kurse laut Dimtsia aktuell meist auch nicht von den Krankenkassen übernommen. Anders sehe das bei Rückbildungskursen aus, die Müttern kurz nach der Geburt helfen sollen. „Danach ist vor allem bei den meisten Müttern erst einmal wieder Schluss mit Bewegung. Viele fühlen sich nicht wohl dabei, an normalen Sportkursen teilzunehmen, weil sie Sorge haben, nicht mithalten zu können. Manche möchten sich auch nicht von ihrem Baby trennen“, sagt sie. „In meinen Kursen finden Eltern und Babys ihren Raum. So können sich beide Seiten entspannen.“

Die kleine Ava eifert ihrer Mutter Julia bei den Übungen nach.

Die kleine Ava eifert ihrer Mutter Julia bei den Übungen nach.

Bunte Tücher und weiteres Spielzeug warten auf einer Matte in der Mitte auf die Babys. Während die Mütter leicht ins Schwitzen kommen, spielen Tristan und die sechs Monate alte Ava fasziniert mit dem Tüll. Als sie gedankenverloren von der Matte rollt, ist die Kursleiterin zur Stelle, um sie wieder auf weichen Grund zu legen. „Die Babys können sich frei bewegen. Wenn sie unruhig werden oder Hilfe brauchen, kümmere ich mich gerne darum, damit die Eltern ihre Übungen machen können.“ Der acht Monate alte Yuno lässt sich derweil vom Yoga inspirieren und macht den Vierfüßlerstand nach, bevor er strahlend loskrabbelt. Seine Laune ist wieder gut, nachdem seine Mutter kurz pausierte, um ihn auf ihrer Matte zu stillen.

Beweglich wie ein echter Yogi: Ava macht Dehnungsübungen mit ihrer Mama.

Beweglich wie ein echter Yogi: Ava macht Dehnungsübungen mit ihrer Mama.

„Ich finde es toll, dass wir die Babys einbeziehen und Rania dabei mit auf sie achtet und für eine entspannte Atmosphäre sorgt“, sagt Mutter Evelyn nach dem Kurs. In dieser Stunde wurden die Babys unter anderem wie kleine Schiffe durch die Luft geschwungen. Bei Letzterem werden sie zum Gewicht, durch das die Muskeln der Mütter kontrolliert gestärkt werden sollen. „Der Kurs tut mir körperlich sehr gut. Wahrscheinlich hat jede Mutter mal Rückenschmerzen, und dagegen hilft Yoga sehr. Tristan findet alles hier sehr spannend und hat total Spaß, auch mit den anderen Kindern.“ Sie nutze die Übungen aus dem Kurs nun teils auch zu Hause.

Ein Kurs mit vier Einheiten kostet 65 Euro. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Kölner Geburtshauses.
https://geburtshaus-koeln.de/kurs/baby-elternyoga-mit-rania-in-suelz/