Das Kolumba zeigt noch bis 13. Juli Werke von Schülern des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums. 65 Arbeiten fügen sich perfekt in den Museumsbestand ein.
Museums-KooperationWerke von Nippeser Gymnasiasten begeistern im Kolumba

Die Schülerin erläutert ihr Werk zur Unvernunft.
Copyright: Bernd Schöneck
„Ich hatte mir zunächst überlegt, was Unvernunft eigentlich ist“, erläutert die Schülerin Emely Zeiner ihr Werk, das als eines von 65 Gemälden, Installationen, Skulpturen und Gedichten im Rahmen der Sonderschau des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums im Kolumba zu sehen ist. „Dabei habe ich sie nicht negativ definiert, sondern im Sinne von Unbeschwertheit und Leichtigkeit.“ Ihr Bild, auf dem ein Mädchen auf eine Wand kritzelt, steht im Dialog mit einer benachbarten Christuskind-Ikone aus dem Bestand des Erzbistum-Museums. Dessen Körperhaltung, mit erhobener rechter Hand, ist auf dem Werk der Schülerin gespiegelt. Eine der Linien, die das gezeigte Mädchen malt, sprengt sogar den Rahmen des Bildes und setzt sich auf der Museumswand fort, um eine Ecke herum. „Es zeigt, dass Kreativität und kindliche Freiheit keine Grenzen haben“, so die Gymnasiastin.
Es ist eine erstaunliche und sehenswerte Schau, die noch bis Sonntag, 13. Juli, im Kolumba zu sehen ist: An „make school productive!“ haben sich Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgängen des Gymnasiums an der Blücherstraße 15–17 beteiligt – nicht nur Mitglieder der Kunst-Leistungskurse, sondern repräsentativ durch die Schülerschaft; mit und ohne Museums-Vorerfahrungen.
Kolumba in Köln: Schülerkunst verschmilzt mit Museumsbestand
Die 65 Exponate sind über sämtliche Museumsräume verteilt und integrieren sich perfekt, nehmen sehr häufig Bezug auf die Kunstwerke im Bestand. „Die Ausstellung ist bewusst so konzipiert, dass man nicht auf den ersten Blick sagen kann, was Kunst aus dem Haus ist und welche Werke von uns sind“, so Schulleiter Oliver Baum.
Die Ausstellung, wegen der großen Resonanz bis in die zweite Juli-Woche verlängert, ist der Abschluss der zwölften Auflage der Aktion „Schulen zu Gast“ des Kolumba. Im Oktober 2025 ging es los; ein halbes Jahr lang konnten die jungen Mitwirkenden kostenlos ins Museum und sich dort inspirieren lassen. „Es ist für uns ganz spannend, wie die Leute auf die Kunst aus der Schule reagieren“, betont Museumsleiter Marc Steinmann.
Unter den vielen Hinguckern ist eine Installation, welche die erwachsene Sehnsucht nach Spielplatz-Idylle aufgreift; ein Teil davon ist auf dem Flachdach eines gegenüber des Museums liegenden Gebäudes zu sehen. Auch die Arbeit der Sechstklässlerinnen Helena Keil und Juna Montens lässt staunen: Sie befassten sich mit der „Fliegenden Lokomotive“ von Victoria Bell, die in einem der turmhohen Räume steht.
„Mein erster Gedanke war, dass die Skulptur irgendwie im Raum gefangen wirkt. Deshalb habe ich sie zum Fenster herausfliegen lassen.“ Ihre Figuren nehmen die Silhouette des Kunstwerks auf und hängen an der Wand – je höher und je mehr in Richtung Dachfenster, desto kleiner. Ihre Mitschülerin schrieb das zum Kunstwerk und der Idee passende Gedicht „Anders“.
