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Dufte Idee aus RiehlKölner Start-up bringt Luxusdüfte in die Waschmaschine

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Ein lächelnder junger Mann im dunkelgrauen Hemd steht in einem hellen Raum neben eeinergoldenen Winkekatzen-Figur und einem Monitor mit der Werbung für „Barron Washing Liquid“.

Rene Kante will mit Barron Cologne mehr als klassische Reinigungsprodukte und Waschmittel anbieten.

Was wäre, wenn Reinigungs- und Waschmittel plötzlich wie ein edles, betörendes Parfum riechen? Aus dieser Idee entstand das junge Start-up Barron Cologne.

Wenn im Winter „sein erster Seecontainer“ aus China in Köln eintrifft, wird für Rene Kante eine Idee zur Wirklichkeit. Geladen hat er rund 60.000 Artikel einer völlig neuen Produktlinie, die den angestaubten Markt für Wasch- und Reinigungsmittel umkrempeln soll. Denn zur Jahreswende bringt Kante mit seiner Neugründung „Barron Cologne“ exklusive Duftreiniger auf den Markt, die sich an Luxusdüften orientieren.

Die Idee für das Start-up wurde während des jährlichen Familienurlaubs auf Ibiza geboren. „Sobald man im Hotel in die Lobby kommt, wird man von einem wahnsinnigen Duft empfangen. Dieser Duft löst sofort Emotionen aus. Man kommt runter, schaltet ab und der Urlaub beginnt“, sagt der 23‑Jährige. Da stand die Idee im Raum: „Was wäre, wenn wir Reinigungsmittel hätten, die genau einen solchen betörenden Duft hätten?“

Luxus-Duft statt Chemie-Geruch

Da die Familie seit Jahrzehnten in der Reinigungsbranche verwurzelt ist, lag diese Frage nahe. Denn warum riechen herkömmliche Haushaltsreiniger eigentlich immer nur nach Chemie, Zitrus, Apfel oder Lavendel? „Uns wurde die Reinigung in die Wiege gelegt. Wir sind damit aufgewachsen.“ Also wurde an der Idee gebastelt. „Im Home-Care-Markt tut sich seit Jahren nichts, alle Produkte sehen auch gleich aus“, sagt Kante, der nach seiner Ausbildung zum Bürokaufmann im Familienbetrieb seinen Fachwirt absolvierte. Seine Überzeugung: „Wir haben hier eine Marktlücke identifiziert. Ich wollte etwas, das Luxus vermittelt.“ Zusammen mit seinem Vater Marco entwickelte er das Konzept, den Home-Care-Bereich zu emotionalisieren.

Die zweijährige Entwicklungsphase gestaltete sich technisch anspruchsvoll, da die chemischen Grundsubstanzen von Reinigungsmitteln die feinen Duftöle oft verfälschten. „Die Kunst war, die Parfumöle mit den Reinigungsmitteln zu verbinden.“ Dazu mussten vor allem Inhaltsstoffe ausgetauscht werden. Da sich in Europa kein Produzent für die Umsetzung fand, verlagerte Kante die Produktion über einen Vermittler nach China. Nach der Auswahl eines dortigen Duftölherstellers steht die Abfüllung kurz bevor. „Wir haben jetzt Produkte, die fantastisch riechen, nachhaltig sind und super reinigen.“

Zwei Flaschen mit Barron-Cologne-Etikett stehen nebeneinander auf einer dunklen Arbeitsfläche: links eine klare Flasche mit pinkfarbener Flüssigkeit und Schaum, rechts eine Sprühflasche mit gelblicher Flüssigkeit und Schaum.

Die Samples für „Barron Cologne“ gehen jetzt in die Produktion. Duftöl und Reinigungsmittel zusammenzubringen, war ein langer Prozess.

Haushaltsreiniger im Parfum-Look

Auch optisch unterscheidet sich die neue Produktlinie von den üblichen Supermarktverpackungen. In Zusammenarbeit mit einem Designteam wurden minimalistische, moderne Flaschen entworfen, die eher an Parfumflakons erinnern. „Das Ziel war ein Design, das im Wohnbereich oder Badezimmer nicht im Schrank versteckt werden muss.“

Zum Verkaufsstart umfasst das Sortiment zwei Linien und vier Duftrichtungen: Die Oberflächenreiniger starten mit „Sicily Lemonwood“ und „Dubai Saffron“, während er für die Wäschepflege die Varianten „Ibiza Breeze“ und „Saja Rose“ ausgesucht hat. Beim Verpackungskonzept verfolgt das Start-up einen Ansatz zur Müllreduzierung. Die Allzweckreiniger werden als Konzentrate vertrieben, die vom Verbraucher in einer 500‑ml-Hauptflasche mit Leitungswasser aufgefüllt werden. Für die 1-Liter-Flaschen der Waschmittel und Weichspüler sind für die Zukunft plastikreduzierte Nachfüllbeutel geplant.

Zwei lächelnde Männer in dunklen Hemden stehen vor einer grün-weißen Logowand mit dem Schriftzug „merbeck“.

Vater Marco und Sohn Rene Kante entwickeln den Gebäudereinigungsbetrieb Merbeck zu einem modernen, umweltbewussten Unternehmen weiter.

Ganz ohne Netz und doppelten Boden startet der 23-Jährige nicht: Das familieneigene Reinigungsunternehmen Merbeck an der Riehler Straße, das seit über 55 Jahren in Köln (unter anderem für die Köln Messe und die KVB) tätig ist, bietet den unternehmerischen Nährboden und logistischen Rückhalt. Für die Finanzierung erstellte Sohn Kante, der schon immer wusste, dass er in den Familienbetrieb einsteigen möchte, den Businessplan und überzeugte die Bank. „Zu sehen, wie mein Sohn an dieser Aufgabe wächst, die Bankgespräche komplett souverän meistert und das Produkt vertritt, macht mich stolz“, sagt Vater Marco Kante, der als Mitgesellschafter fungiert (und Ibiza Breeze als seinen Lieblingsduft ausgemacht hat).

Vater Kante, der den Betrieb im Jahr 2015 übernahm und heute rund 330 Mitarbeitende beschäftigt, hat für das Unternehmen während der Corona-Krise eine strategische Spezialisierung genutzt. Merbeck setzt heute verstärkt auf umweltfreundliche Verfahren wie das Trockeneis- und Sandstrahlen. „Wir bieten einen umweltbewussten Service ganz ohne Chemie, um Fassaden, Treppenhäuser oder Graffiti zu reinigen“, erklärt er. Ein Alleinstellungsmerkmal auf dem umkämpften Kölner Markt.

Für den Vertrieb von „Barron Cologne“ hat sich Sohn Rene Kante eine hybride Strategie überlegt: 70 Prozent des Verkaufs sollen online abgewickelt werden. Die restlichen 30 Prozent sind für den gehobenen Einzelhandel, Boutiquen und Parfümerien vorgesehen. Zudem startet ein lokaler Testlauf in einem Rewe-Markt in Rodenkirchen. Langfristig möchte „Barron Cologne“ auch die Hotellerie erobern, damit Gäste das Dufterlebnis als „Signature-Duft“ direkt mit nach Hause nehmen können, und dann soll auch die Produktion von China nach hier verlagert werden. Und Barron Cologne? Erinnert an Baron. Und Cologne erklärt sich von selbst.


barroncologne.com