Das Weidenpescher Lokal „Zur alten Zollgrenze“ hat seinen ganz eigenen Charme. Am 6. Juni feiert das jetzige Team seinen zehnten Geburtstag.
Urgestein in KölnDas Lokal „Zur alten Zollgrenze“ in Weidenpesch feiert Jubiläum

Das Team der „Alten Zollgrenze“ um Gastwirt Detlev Kreber (hinten links).
Copyright: Bernd Schöneck
Nach langen Jahren im Bergischen Land zog es Detlev Kreber, den heutigen Inhaber der „Alten Zollgrenze“, wieder nach Köln. „Ich bin in Ehrenfeld und Mülheim groß geworden, und habe dann meine Ausbildung in Bergisch Gladbach absolviert“, erinnert er sich. Vor elf Jahren ging es jedoch wieder zurück nach Köln. „Ich habe das Bergische sehr geliebt, aber irgendwie sehnte ich mich nach 30 Jahren dort nach meiner Heimatstadt zurück“, so der 63-Jährige. „Ich habe es bislang keinen Tag bereut, nach Köln zurückgekehrt zu sein.“
Nachdem er zuvor im Steakrestaurant „Haus Bolz“ an der Kempener Straße 46 tätig gewesen war – dort befindet sich heute der Vietnamese „Ha Noi 46“ – übernahm er das Lokal „Zur alten Zollgrenze“, dessen Gebäude aus dem Jahr 1698 stammt. In zehn Jahren hat sich der Laden eine treue Fangemeinde erarbeitet. Etliche Veedels- und Karnevalsvereine wie die „Prummefunke“ sowie diverse Karten-Runden haben die Gaststätte als Stammquartier. „Detlev hat den Laden richtig hochgebracht – und ich habe hier schon viele Inhaber erlebt“, lobt der 75-jährige Stammgast Volkmar, der auch im Laden hilft. „Er geht ganz wunderbar auf die Wünsche der Gäste ein; für sie tut er alles.“
Wie kam Ihnen die Idee, den Laden zu übernehmen? Als ich noch im Haus Bolz war, wollte mein Vorgänger Hans Cornely den Laden aus gesundheitlichen Gründen übergeben. Ich war sofort dabei; mir gefiel insbesondere, dass hier ein Garten mit dabei war. Diesen hatte ich bei meinem alten Laden vermisst.
Wie kam die Gaststätte zu ihrem Namen? Im alten Bauernhaus von 1698, in dem sich von Anfang an eine Restauration befand, hatten die Franzosen während ihrer Zeit in Köln eine Zollstation errichtet. In den Anfangsjahren der Pferderennbahn wurden in den Stallungen des Hauses zudem die Pferde untergebracht.
Was gefällt Ihnen an Weidenpesch? Die vielen netten Leute, die hier leben, sowie die kurzen Wege. Nicht zu unterschätzen ist auch die gute Verkehrsanbindung mit der Bahn, die praktischerweise genau vor der Tür hält.
Was unterscheidet die Zollgrenze von anderen Wirtschaften? Das ist ganz klar das Kölsch, das immer vom Fass kommt, sowie die wunderbare Terrasse, wo wir übrigens in der Adventszeit unseren eigenen kleinen Weihnachtsmarkt, inklusive Waffeln und Grünkohl mit Mettwurst, ausrichten. Und selbstverständlich die große Tradition als wahrscheinlich älteste Gaststätte des Kölner Nordens.
Was ist bei den Gästen besonders beliebt? Ganz eindeutig die Schnitzel, die es hier in 16 Variationen auf einer zweiseitigen Schnitzelkarte gibt. Etwa das Rahmschnitzel, Florentiner Schnitzel, Elsässer Schnitzel, Amerikanisches Schnitzel und noch viele, viele mehr. Was außerdem gut ankommt, sind saisonale Gerichte wie Spargel, Pfifferlinge oder Muscheln, ebenfalls auf vielfältige Art zubereitet.
Welche Pannen hatten Sie schon? Ich hatte tatsächlich vergessen, als ich mal Bratkartoffen machen wollte, diese vorher kleinzumachen Und einmal hatte ich bei der Jägersauce, als ich sie gerade ausgießen wollte, den Henkel in der Hand. Das war eine schöne Sauerei. Aber dass in der Gastronomie schon mal etwas Kleines passieren kann, macht es zugleich wieder spannend.
Speisekarte bietet viele Schnitzelvariationen
Die Schnitzel sind der Star auf der Karte der alten Zollgrenze: 16 verschiedene Varianten, mit Pommes Frites oder Kroketten, gibt es für jeweils 17,90 Euro, beim Schnitzeltag Dienstag einen Euro günstiger. Des Weiteren gibt es eine Auswahl an Fischgerichten (ab 17,90 Euro) sowie argentinische Steaks ab 18,90 Euro (z.B. Hüftsteak 200 Gramm) mit frei wählbaren Beilagen. Darüber hinaus gibt es elf verschiedene große gemischte Salatteller (10,90 bis 17,90 Euro). Am Samstag, 6. Juni, wird ab 15 Uhr das Zehnjährige gefeiert – hierbei gibt es alle Schnitzel-Variationen für 12 Euro und das Kölsch kostet aus Anlass des Jubiläums nur 1,20 Euro.
Zur alten Zollgrenze, Neusser Straße 549. Dienstags bis sonntags ab 17 Uhr, sonn- und feiertags Mittagstisch von 12 bis 14 Uhr. Montag ist Ruhetag.
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