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„Sie sind der Bass der Stadt“Peter Brings und OB übergeben Ehrenamtlichen Köln-Engagiert-Preis

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Die Verleihung des Ehrenamtspreises „KölnEngagiert 2026“ fand in der Piazzetta des Historischen Rathauses in Köln statt. Mit dem Ehrenamtspreis würdigt die Stadt Menschen, die sich in besonderem Maße für das Gemeinwohl einsetzen.

Die Verleihung des Ehrenamtspreises „KölnEngagiert 2026“ fand in der Piazzetta des Historischen Rathauses in Köln statt. Mit dem Ehrenamtspreis würdigt die Stadt Menschen, die sich in besonderem Maße für das Gemeinwohl einsetzen. 

Neun Preisträger in feierlichem Rahmen im Historischen Rathaus geehrt – Ehrenamts-Tag im Rheinauhafen mit Ehrenamtsbörse und buntem Bühnenprogramm.

Mit Rikschas Senioren Ausflüge in der Stadt ermöglichen, Schüler, die Blut spenden, Ärzte, die in Kalk Fragen rund um Gesundheit beantworten: Das Engagement der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger des Kölner Ehrenamtspreises vereint die unterschiedlichsten Bereiche. Am Sonntag würdigten Oberbürgermeister Torsten Burmester und die Bürgermeisterinnen Derya Karadag, Teresa De Bellis-Olinger und Maria Helmis-Arend bei einer feierlichen Verleihung im Historischen Rathaus die Vereine und Einzelpersonen, die den Preis „Köln Engagiert 2026“ erhalten haben.

Prominenter Pate für die Aktion der Stadt Köln ist in diesem Jahr Peter Brings, dessen Stimme vom Konzert am Vorabend anlässlich 35 Jahre Bandgeschichte etwas strapaziert klang. „Sie sind der Bass dieser Stadt. Ein Song lebt nicht allein von der Melodie, er braucht einen Bass, der sie trägt.“ Ohne Menschen, die ihre „Zeit, Kraft und Herzblut“ einsetzen, um etwas zu bewegen, „würde hier alles aus dem Takt laufen“, sagte Brings. Der Ehrenamtspreis gehe an Menschen, die sich nicht in den Vordergrund rückten, sondern „mit ihrem Engagement unsere Stadt jeden Tag ein Stück lebenswerter machen. Ohne sie wäre die Melodie Köln weniger bunt, weniger vielfältig und auch weniger menschlich.“

„Keupstraße ist überall“, Rugby United und Radeln ohne Alter ausgezeichnet

Bernhard Riedl kutschiert ältere Menschen mit einer Rikscha.

Bernhard Riedl kutschiert ältere Menschen mit einer Rikscha.

OB Torsten Burmester bezeichnete die Ehrenamtlichen als Menschen, als „Kölnerinnen und Kölner, die Außergewöhnliches leisten“, als „Vorbilder“, die Verantwortung übernehmen – und das neben Beruf und Familie. Bei der Verleihung wurden die Projekte in kurzen Videos vorgestellt. Anschließend stellten sich die Preisträger auf der Bühne vor und trugen sich ins Gästebuch der Stadt Köln ein. Diese Redaktion hat in den vergangenen Wochen im Rahmen der Serie „Ziemlich beste Leute“ das Engagement der Ausgezeichneten vorgestellt.

Darunter Lisa Naumann vom Verein „Rugby united“, der AGs an Schulen durchführt und insbesondere benachteiligten Kindern und Jugendlichen, teilweise mit Förderbedarf, Zugang zu Sport, Gemeinschaft und gesellschaftlicher Teilhabe ermöglicht. „Ich bin komplett überwältigt. Am meisten Spaß macht es, nah an den Kindern dran zu sein. Die Herausforderung ist, den Kindern gerecht zu werden, weswegen wir die Angebote so offen wie möglich halten“, sagte Naumann.

Bewegend war auch der Moment, als Mitglieder der 2022 entstandenen Initiative „Keupstraße ist überall“ ihren Miteinanderpreis für Vielfalt und Demokratie auf der Bühne entgegennahmen. Ein Anwohner der Keupstraße, der Augenzeuge des Nagelbombenanschlags von 2004 war, erzählte, dass er bis 2018 aus Angst seine Geschichte nicht öffentlich gemacht hat. „Seitdem habe ich über 3000 Schülern meine Geschichte erzählt.“ Die Ausstellung der Initiative ist ein außerschulischer Lernort und eine Erinnerungsstätte zugleich. Die Initiative kommt auch regelmäßig mit Polizeianwärtern ins Gespräch, um aufzuklären: Nach dem NSU-Anschlag auf der Keupstraße gerieten lange Anwohner selbst ins Visier der Behörden. Ein rechtsextremes Motiv wurde zunächst nicht für möglich gehalten.

Mit dem Miteinander-Preis für Demokratie und Vielfalt wurde auch Faina Khazanova ausgezeichnet. Einmal im Monat empfängt sie zwölf NS‑Verfolgte. Es handelt sich um Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion jüdischer Herkunft. Khazanova wollte in dem Video ihr Gesicht nicht zeigen: Aufgrund des erstarkten Antisemitismus fürchtet die Seniorin Übergriffe und Feindseligkeiten. In der Piazzetta nahm sie den Preis dennoch persönlich entgegen und bedankte sich. „Der Bundesverband für Information und Beratung für NS-Verfolgte hat das Projekt vor 17 Jahren ins Leben gerufen. Wir sprechen über gemeinsame Erinnerungen, Sorgen und Nöte“, so Khazanova.

Unermüdliches Engagement für Brück: Heinz-Dieter Richmann

Heinz-Dieter Richmann, der sich in Brück vielfältig engagiert

Heinz-Dieter Richmann, der sich in Brück vielfältig engagiert

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Verein „Radeln ohne Alter“, der Senioren an Orte bringt, die sie selbst nicht mehr problemlos erreichen können. Das Gymnasium Pesch erhielt den Schulpreis für das Angebot der Schüler, Senioren digitale Anwendungen zu erklären. Und die Berufsschule Lindenstraße organisiert regelmäßig Spendenaktionen für wohltätige Vereine und auch Stammzellenspenden, mit denen schon zwei Menschen geholfen werden konnte. Die PR-Agentur Vocato hilft Vereinen bei der Pflege ihrer Kommunikationskanäle.

Und Heinz-Dieter Richmann aus Brück wird auch nach fünf Jahrzehnten Engagement für seinen Stadtteil Brück nicht müde: Er ist Einsatzleiter der Feuerwehr und im Vorstand der Bürgergemeinschaft Brück, die Dorffeste durchführt, Angebote für Kinder realisiert und in den 90ern den Erhalt des Wildparks erreichte. Das Gesundheitskollektiv in Kalk engagiert sich für eine niedrigschwellige und solidarische Gesundheitsversorgung im strukturell benachteiligten Stadtteil Kalk. Etwa 30 Ehrenamtler aus Gesundheitsberufen beantworten gesundheitliche Fragen, gehen dafür sogar von Tür zu Tür.

Am Nachmittag wurden die Ehrenamtlichen auch auf der Bühne am Elisabeth-Treskow-Platz im Rheinauhafen gewürdigt. Beim Ehrenamtstag gab es ein Bühnenprogramm mit Auftritten von den Bläck Fööss, den Lucky Kids der Rheinischen Musikschule, dem Zirkus Linoluckynelli und der Kinder- und Jugendtanzgruppe des 1. FC Köln. Auch eine Ehrenamtsbörse mit mehr als 100 Vereinen, Projekten und Einrichtungen fand statt.