Aus Rache und zur Demütigung soll ein 27-Jähriger einen Mann (42) brutal vergewaltigt haben — seit Dienstag steht der Deutsch-Türke nun vor dem Landgericht.
Prozess in KölnAngeklagter soll Mann vergewaltigt haben

Köln: Ein Schild weist auf das Landgericht Köln hin.
Copyright: Federico Gambarini/dpa
Das Motiv für die Tat vom August 2022 soll ein 20-monatiger Gefängnisaufenthalt nach Jugendstrafrecht gewesen sein, für den der Angeklagte sein Opfer verantwortlich gemacht haben soll. Zudem soll während der Zeit in Haft die Mutter des 27-Jährigen verstorben sein. Dass er sich nicht vor ihrem Tod um sie habe kümmern können, dafür habe der Angeklagte den 42-Jährigen ebenfalls verantwortlich gemacht. In einer weiteren Anklage wird dem Angeklagten eine Tat vorgeworfen, die drei Tage vor der mutmaßlichen Vergewaltigung stattgefunden haben soll.
Am 14. August 2022 hatte sich der Angeklagte zunächst, wie er später selbst einräumte, zur Wohnung des späteren Opfers in Mülheim begeben. Laut den Vorwürfen soll er die Wohnung von innen abgeschlossen haben und so eine Flucht des 42-Jährigen verhindert haben. „Er verpasste dem Geschädigten sodann eine Kopfnuss und schlug ihn mehrfach“, hieß es in der Anklage. Anschließend habe der Angeklagte mit einer Schere mehrfach in Richtung des Geschädigten gestochen, der daraufhin Angst bekommen habe.
Handy-Videos vom Opfer gemacht
Dann habe der Angeklagte zwei Handy-Videos von dem Opfer gefertigt und habe ihn gezwungen zuzugeben, „dass dieser an seiner vorherigen Inhaftierung Schuld sei“, hieß es in der Anklage weiter — gemeint war die 20-monatige Haftstrafe nach Jugendstrafrecht aus dem Jahr 2019. Während der Aufnahme soll der Angeschuldigte dem 42-Jährigen mehrfach mit der flachen Hand und mit einem gezielten Faustschlag ins Gesicht geschlagen haben, „sodass ein Teil seines Gebisses absplitterte“. Der Angeklagte habe dann verlangt, dass der 42-Jährige über einen Zeitraum von zwei Jahren 50 Euro monatlich an ihn zahlen solle, wozu es im Folgenden aber nicht gekommen sei. Darüberhinaus habe der Angeklagte sechs Euro erbeutet und eine Nintendo-Spielkonsole an sich genommen.
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„Er steckte dem Zeugen im Wohnzimmer möglicherweise einen Teddybären als Knebel in den Mund“.
Bei einem erneuten Besuch drei Tage später soll der Angeklagte den 42-Jährigen mit dem Tode bedroht und an Händen und Füßen mit Ladekabeln gefesselt haben. „Er steckte dem Zeugen einen im Wohnzimmer befindlichen Gegenstand — möglicherweise einen Teddybären — als Knebel in den Mund“, hieß bei der Anklageverlesung. die Augen soll er dem Opfer mit einer Bauchtasche verbunden und gesagt haben: „So, das war“s jetzt mit dir.“ Anschließend soll er gedroht haben, den 42-Jährigen aus dem Fenster zu werfen.
Wenig später soll es dann zu der Vergewaltigung gekommen sein, bei der auch eine leere Bierflasche verwendet worden sein soll. Die Tat habe der 42-Jährige traumatisiert und er habe unter massiven Angstzuständen gelitten. Der 42-Jährige soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen werden.
Den Vergewaltigungsvorwurf bestritt der Angeklagte. Der Vorwurf sei völlig aus der Luft gegriffen. Und er bestritt auch, dass er den 42-Jährigen für den Tod seiner Mutter verantwortlich gemacht habe. Die Mutter lebe noch.
