Erfinder des Eco-HoppingsKölner zeigt, wie ökologisches Einkaufen funktioniert

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Olivér Szabó in einem komplett begrünten Raum der Büroetage.

Raderberg – Der Dalai Lama kann nachdenklich. Aber auch lustig? Am Ende beides gleichzeitig? „Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn ein Moskito im Zimmer ist.“ Diesen weisen Satz Seiner Heiligkeit kann man nachlesen im Tour Guide für das „X-mas Eco-Hopping Made in Kölle“. Der Satz kann aber auch als Leitwort für all jenes dienen, dem sich Olivér Szabó im zweiten Teil seiner beruflichen Karriere verschrieben hat.

Ökologisch optimiertes Eventmanagement

„Der Klimawandel, der im Kleinen auch an meinem Arbeitsplatz über einen Zeitraum von 14 Jahren zu verfolgen und nicht mehr zu leugnen war, bewog mich, Dinge zu verändern und unter ökologischen Gesichtspunkten zu optimieren“, beschreibt Szabó seine Verwandlung vom CO2-Saulus zum Öko-Paulus. Er gründete die Firma „Greencentive – Ökologisches Event- und Projektmanagement“. Stadtweit auf sich aufmerksam macht die Firma mit der Organisation der Eco-Hoppings. Erstmals 2020 konnte man sich ausgerüstet mit einem Tour-Guide, den Szabó und sein Team aufgelegt hatten, auf eine nachhaltige Stadttour machen.

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Raum zum lässigen Nachdenken bietet der Firmensitz an der Bonner Straße.

„Eco-Hopping ist Entdeckungsurlaub für Locals und Öko-Touristen“, hieß es damals. 70 Stationen listet der Guide für das ökologische Einkaufen im diesjährigen Advent auf. Meist werden Geschäfte genannt, die ökologisch unbedenklich gefertigte Produkte anbieten. Traditionell ist hier die Südstadt stark. Die Palette reicht von der Schreinerei Stadtwaldholz, die nur Bäume verwertet, die auf dem Kölner Stadtgebiet geschlagen wurden, über den Barf Butcher, der Tiernahrung anbietet, bis zur Schuhmacherei Cordes.

Aber eines steht für Szabó auch fest: „Wenn ich fünf nachhaltig produzierte Pullover kaufe, beißt sich die Katze in den Schwanz. Dann hebt sich der ökologische Vorteil auf.“ Neben der Südstadt findet man in dem Guide noch etliche andere Stadtteile. Es gibt auch eine App, die das Erkunden noch bequemer macht. Und jetzt wird das Ganze noch einmal deutlich größer. „Wir planen Eco-Hopping und die entsprechende App für Stuttgart, Freiburg, München und Berlin“, wirft Szabó einen Blick in die Zukunft.

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Beach-Volleyball-Weltmeisterschaft organisiert

In der Vergangenheit hat er Sport und Medienkommunikation studiert und danach Events organisiert. Ziemlich große Events wie etwa die Beach-Volleyball-Weltmeisterschaft in Berlin. In Sachen Ökologie waren die Dimensionen zu Beginn deutlich kleiner. Mal ging es zum Müllsammeln an den Rhein. Szabó hat auch Pilzsammeln mit Experten angeboten. „Es gibt so viel Aufklärungsbedarf“, hat er festgestellt. Und: „In der Szene sind sehr viele Idealisten unterwegs und sehr wenige, die damit Geld verdienen möchten.“

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Als EcoHub sieht Szabo seinen Firmensitz in Köln.

Er gehört zu Letzteren. Schließlich möchte er seiner Familie ein ökologisch korrektes aber keineswegs spartanisches Leben bieten. Alles andere als spartanisch ist der Firmensitz an der Bonner Straße 180. Auf zwei Etagen findet man Büroarbeitsplätze, die man mieten kann, eine Dachterrasse mit Siebengebirgs- und Domblick, einen Wintergarten mit Hängematte und natürlich eine standesgemäße Bar – alles parat also für Workshops und Veranstaltungen.

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