Manuela Kikillus aus Rodenkirchen schreibt in dem Roman „Almas Erwachen“ über die Familie ihres Mannes.
Wahrer Kern mit fiktiven ElementenRodenkirchener Autorin verwebt reale Familiengeschichte in neuem Roman

Manuela Kikillus aus Rodenkirchen lässt sich beim Schreiben von starken Frauen inspirieren.
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Alma ist gerade 18 Jahre alt, als sie mit ihrem Mann, dem Seemann Gerhard Landmann, mit seinem neu erbauten Segelschiff, der Siam, in See aufbricht. Was daran ungewöhnlich ist? Es ist das Jahr 1889, eine Zeit, in der Frauen ganz sicher die Ausnahme auf See waren. Noch ungewöhnlicher: Alma, ihr Mann und das Schiff, das sind reale Eckpunkte, die die Rodenkirchener Autorin Manuela Kikillus, mit fiktiven Elementen zu ihrem Roman, „Almas Erwachen“ verwebt.
Es ist die Geschichte aus der Familie ihres zweiten Mannes, Dietrich Garlichs. „Bei Familienfesten wurde über die beiden gesprochen“, sagt die heute 70-Jährige. Die gebürtige Saarbrückerin, die in Köln ihr Diplom zur Sozialpädagogin absolvierte, arbeitete jahrelang unter anderem für Unicef in Zollstock. Viele Reisen in der internationalen Hilfs- und Entwicklungszusammenarbeit, prägten ihre Erfahrung, und starke Frauen liegen ihr seitdem am Herzen. „Die Entwicklungszusammenarbeit hängt meistens an den Frauen“, weiß sie aus ihrer Erfahrung.
Sechs Jahre zur See – dann Oldenburg
Die Geschichte von Alma musste in Kikillus Augen einfach erzählt werden. Denn die Siam bricht tatsächlich zur Jungfernfahrt von der Weser nach Rangun auf. Alma war die Frau, die sechs Jahre mit zur See gefahren war, ehe sie sich in Oldenburg niederließ, als ihr ältestes Kind in die Schule kam. Es sind die unerzählten Geschichten von Frauen, die Kikillus begeistern. „Vielen Frauen, die Tolles geleistet haben, wurde nie eine Stimme gegeben“, erklärt sie.
Bevor sie zwei Jahre an ihrem Roman saß, absolvierte die Autorin einen Kurs über autobiografisches Schreiben und machte einen Abschluss in einer Romanwerkstatt. Die Liebesszene und das Leben auf dem Schiff zu beschreiben, sind ihr schwergefallen. Bei den Schiffsszenen hat ihr ein ehemaliger Kapitän geholfen. „Ich hatte ja keine Ahnung von Schiffen.“
Auch in Wirklichkeit starb Almas Mann bei einem Schiffsunglück. Doch dann nimmt die Fantasie der 70-Jährigen ihren Lauf, lässt den realen Grundstock eine Einheit bilden mit starken Emotionen, gefühlter Einsamkeit, Eindrücken aus fremden Ländern und einer unerfüllten Erwartungshaltung von Alma.
Ist Alma am Ende mit ihrem Gerhard glücklich? Wird es eine andere Liebe geben? Zumindest wird ein Kind geboren, Leni, und auch dieses junge Mädchen scheint für die Rodenkirchenerin Potenzial zu besitzen. „Die ersten 50 Seiten dazu sind bereits geschrieben“, sagt Kikillus.
Im Vorfeld hatte sie, autobiografisch, einen Teil ihrer eigenen Geschichte, unter einem Pseudonym veröffentlicht. Auch hier ist ein Kern ihrer selbst in „Meine Mutter, meine Väter und ich“ hinterlegt. Im Rückblick betrachtet sie ihre eigene Familie als chaotisch, die sehr mit der Existenzsicherung gekämpft hat. Frauen, die ihre Kinder alleine durchbringen mussten und mit ihrem Leben nicht zurechtkamen. „Männer waren entweder nicht vorhanden oder unerfreulich.“
Entmutigungen sollten einen nicht abhalten, das zu verfolgen, was einem wichtig ist. Man sollte nie aufgeben. Scheitern gehört dazu. Durch die Zeilen steht es in Almas Erwachen.
Almas Erwachen, ISBN978-3-98641-343-9, mentoren-verlag.de.
