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Kölner KarnevalTraditionskorps reduzieren Zahl der Pferde im Rosenmontagszug

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Ein Pferdegespann der Ehrengarde auf der Severinstraße beim Rosenmontagszug 2024.

Ein Pferdegespann der Ehrengarde auf der Severinstraße beim Rosenmontagszug 2024.

Das Traditionskorps der Ehrengarde möchte mehr Planungssicherheit, die Jecken der Altstädter argumentieren ähnlich.

Die Ehrengarde der Stadt Köln verzichtet im kommenden Rosenmontagszug auf Pferde, die Kutschen oder andere Wagen ziehen. Das Traditionskorps möchte damit vorrangig mehr Planungssicherheit und einen reibungslosen Zugverlauf erreichen, wie Präsident Hans-Georg Haumann mitteilte. Während des Rosenmontagszugs 2026 hatte die Ehrengarde aufgrund einer Unwetterwarnung die Pferde vorzeitig von der Strecke nehmen müssen. „Selbst wenn es schon am Vortag eine Sturmwarnung oder Ähnliches geben würde, könnten wir nicht so schnell reagieren, da an den Wagen erhebliche Umbauten vonnöten wären“, sagt Haumann.

Ehrengarde und Altstädter wollen mehr Planungssicherheit

In den vergangenen Jahren hatten wiederholt Wetterkapriolen die Planungen bei den Traditionskorps erschwert, die mit Pferden im Zug unterwegs sind. Daher wollen auch die Altstädter bis 2028 alle Kutschpferde durch Traktoren ersetzen, wie Korpssprecher Ben Bereuter auf Anfrage mitteilte. „Bis 2027 schaffen wir das noch nicht, da wir bis dahin noch nicht alle Ersatzfahrzeuge organisiert haben“, so Bereuter. Einzig die kleine Mariechen-Kutsche solle nach wie vor von zwei Pferden gezogen werden. Dem Vernehmen nach gibt es ähnliche Überlegungen auch bei weiteren der insgesamt neun Traditionskorps im Kölner Karneval.

Insgesamt erleichtere der Verzicht die Planungen, sagt Ehrengarde-Präsident Haumann. Zudem seien die Auflagen in den vergangenen Jahren komplizierter geworden. So sei das zulässige Ladegewicht für die Wagen herabgesetzt worden. Auch dies spreche für den Einsatz von Fahrzeugen. Die Entscheidung habe nichts mit der Debatte um Pferde im Rosenmontagszug zu tun, betont Haumann. Auch zukünftig werde die Ehrengarde mit Reitern im Zug dabei sein: „Die Reiterei gehört zu unserer Geschichte. Das ist unsere DNA“, blickt Haumann auf das Jahr 1902. Schon bei der Premiere im Rosenmontagszug waren Reiter der Ehrengarde vertreten.

Früher gehörten bis zu 500 Pferde ganz selbstverständlich zum Bild des Zochs. Durch den Druck von Tierschützern, strenge behördliche Auflagen und Sicherheitsbedenken nach Unfällen wurden die Zahlen massiv gedrosselt. 2018 waren zwei Pferde an einer Kutsche der Gesellschaft Treuer Husar durchgegangen. Fünf Menschen wurden verletzt. Beim Rosenmontagszug 2026 liefen nur noch rund 230 Pferde mit. Jedes Tier wird vor dem Start in der Südstadt von Amtstierärzten untersucht. Die Stadt Köln führt stichprobenartig Doping- und Sedativatests bei den Pferden durch, um sicherzustellen, dass keine Tiere medikamentös ruhiggestellt wurden.