Im Fall des Uhrengeschäfts an der Breite Straße beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen die zwei Tatverdächtigen. Die Ermittler vermuten „Crime as a Service“.
Schuss-Serie in KölnPolizei zählt 34 Fälle und 24 Festnahmen

In Köln sind in der Nacht zum Mittwoch erneut Schüsse gefallen. Es ist eine von insgesamt 34 ähnlichen Taten seit Pfingsten.
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Die Kölner Polizei ermittelt seit Pfingsten in 34 Fällen von Schüssen, Brandsätzen oder Sprengstoffanschlägen auf Geschäfte und Wohnhäuser. In den verschiedenen Tatkomplexen wurden bislang 24 Tatverdächtige festgenommen, wie ein Sprecher der Behörde auf Anfrage mitteilte.
Die Polizei sieht in den Festnahmen einen Erfolg. „Die bisherigen 24 Festnahmen zeugen von einer durchaus erfolgreichen Ermittlungsarbeit“, sagte der Behördensprecher. Allerdings: „Was die Ermittlungen grundsätzlich erschwert, ist unter anderem die Tatsache, dass die ausführenden Schützen durch die Hintermänner nahezu beliebig ausgetauscht werden.“ Es habe sich ein konspiratives, kriminelles Geschäft etabliert. „Die Täter der oberen Ebenen beweiskräftig festzunehmen, erfordert kleinteilige kriminalistische Arbeit. Das nimmt Zeit in Anspruch. Gerade dann, wenn Personen schweigen, denen die Taten möglicherweise gegolten haben.“
Tat auf der Breite Straße: Einer soll geschossen, einer gefilmt haben
Nach bisherigem Ermittlungsstand hängen die Taten nicht alle miteinander zusammen. Wegen der unterschiedlichen Hintergründe ermitteln mehrere Ermittlungsgruppen; wo sich Zusammenhänge zeigen, werden die Erkenntnisse zusammengeführt.
Im Fall der Schüsse auf das Uhrengeschäft an der Breite Straße hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag Haftbefehle gegen die beiden Tatverdächtigen beantragt. „Dem 42-Jährigen und dem 18-Jährigen werden Sachbeschädigung, Bedrohung und ein Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz vorgeworfen“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Männer gemeinschaftlich gehandelt haben. Der 42-Jährige soll mit einer Maschinenpistole auf das Geschäft geschossen, der 18-Jährige die Tat gefilmt haben. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird weiter gefahndet.
Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Tat nach dem Prinzip „Crime as a service“ im Auftrag von Hintermännern ausgeführt worden sein könnte. Eine Entscheidung des Haftrichters lag am Nachmittag noch nicht vor. Beide Tatverdächtige haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
