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Stillstand auf vielen WegenSo lief der KVB-Streik in Köln am Montag

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Köln: Busse der Kölner Verkehrsbetriebe KVB stehen im Depot.

Köln: Busse der Kölner Verkehrsbetriebe KVB stehen im Depot.

Der Kölner Verkehr stand am Montag aufgrund eines KVB-Warnstreiks weitgehend still, was Staus und Verkehrsstörungen verursachte.

Der Ebertplatz gewinnt gewiss keinen Preis für Schönheit und Sauberkeit. Am Montagmorgen wurden die Hässlichkeit des Platzes und die dunklen Ecken noch einmal mehr sichtbar. Ohne die Fahrgäste fällt der Blick intensiver auf Dreck, Graffiti und düstere Gänge. Der Streik bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) machte den so belebten Verkehrsknotenpunkt zum „Geisterbahnhof“. Die Kioske waren geschlossen, der Schalter für KVB-Kunden dicht, und auf den Info-Tafeln erschienen keine Hinweise auf einfahrende oder verspätete Bahnen. Dennoch liefen vereinzelte Fahrgäste auf die Bahnsteige und wunderten sich über die ausbleibenden Bahnen.

Busse und Bahnen bleiben im Depot

Der öffentliche Nahverkehr ist am Montag in Köln durch den Warnstreik weitgehend zum Erliegen gekommen. Busse und Bahnen sind in zahlreichen großen Verkehrsbetrieben zum Betriebsbeginn in den Depots geblieben. „Alle Ein- und Ausgänge sind symbolisch blockiert“, sagte Frank-Michael Munkler von der Gewerkschaft Verdi zur Situation bei den Kölner Verkehrsbetrieben. Nach den Daten des ADAC gab es am Montagmorgen kurz vor 8 Uhr knapp 260 Kilometer Stau und zähflüssigen Verkehr auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen — bundesweit waren es 500 Kilometer. Der Zeitverlust habe im Einzelfall bis zu einer Stunde betragen.

Verdi ruft bundesweit zu Warnstreiks im Nahverkehr auf.

Verdi ruft bundesweit zu Warnstreiks im Nahverkehr auf.

„Der Warnstreik macht sich bemerkbar insbesondere in Ballungsräumen“, teilte ADAC-Sprecher Thomas Müther mit.

Oberhalb des Ebertplatzes war es dagegen alles andere als ruhig. Ein langer, zäher Autowurm quälte sich von der Zoobrücke über die Riehler Straße in Richtung Innenstadt. Auf vielen Zufahrtsstraßen ging es am Montagmorgen nur ganz langsam voran. „Ich habe aus Porz vierzig Minuten mit dem Auto in die Innenstadt gebracht. Sonst fahre ich zwanzig Minuten“, sagte ein Autofahrer. Wer nicht mit dem Auto zum Ziel wollte, wählte das Taxi. Ein Taxifahrer am Hauptbahnhof sagte am Montagmorgen, dass er von dem Streik nicht profitierte:   „Mittlerweile wird so oft gestreikt, die Leute sind vorbereitet.“ Sein Kollege sieht dies anders und berichtete Stunden später, dass er mehr gebucht wird, als an normalen Tagen: „Die Anfragen sind hoch“.

Köln: Eine Tafel im leeren U-Bahnhof Ebertplatz weist auf einem Warnstreik hin.

Köln: Eine Tafel im leeren U-Bahnhof Ebertplatz weist auf einem Warnstreik hin.

Ein Nadelöhr war am Montag — unabhängig vom Streik — der Hauptbahnhof. Viele Menschen nutzten die S-Bahnen, um ans Ziel zu kommen. Doch auch dabei haperte es. Gegen 9 Uhr meldete die Bahn Probleme bei der S11 zwischen dem Hansaring und Worringen wegen einer Signalstörung – schon zuvor hatten sich die S-Bahnen vor dem Hauptbahnhof gestaut, teils verzögerten sich die Abfahrtszeiten der Bahnen um rund eine Viertelstunde. Laut der Mitteilung auf dem Bahn-Portal sollten die Probleme auf der Strecke bis 11 Uhr andauern. Bis dahin könne es zu Verspätungen und Ausfällen kommen, hieß es. Zwischen Dellbrück und Bergisch Gladbach fuhr die S11 am Morgen gar nichts.