Es sollte ein unvergesslicher Moment werden. Doch nach dem Heiratsantrag beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen der beiden Männer.
Staatsanwaltschaft ermitteltWirbel um Heiratsantrag bei Heimspiel des 1. FC Köln

Das Heimspiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg am 30. Januar 2026 stand im Zeichen des „Diversity Day“.
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So einen Heiratsantrag gibt es selten. Vor 50.000 Zuschauern versprechen sich zwei Männer beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg den Bund der Ehe. Doch mittlerweile dürfte bei dem Paar Katzenjammer eingetreten sein. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 27-Jährigen wegen Diebstahls und anderer Vorwürfe. Seit vielen Monaten sucht die Ermittlungsbehörde den Beschuldigten, konnte ihn bislang allerdings nicht ausfindig machen.
Durch den öffentlichen Heiratsantrag wurden mutmaßlich Geschädigte sowie die Staatsanwaltschaft auf den Gesuchten aufmerksam. „Verantwortliche einer in Köln beheimateten Bar haben im Herbst 2024 Strafanzeige gegen einen ehemaligen Angestellten wegen Diebstahls und weiterer Vorwürfe erstattet. Das Verfahren ist Anfang 2025 vorläufig eingestellt worden, weil keine sicheren Erkenntnisse dazu vorlagen, wo der frühere Angestellte tatsächlich wohnte beziehungsweise wo er sich länger aufhielt“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der Rundschau.
1. FC Köln steht mit Behörden und 27-Jährigem in Kontakt
Um dem Beschuldigten eine Ladung zu einer Vernehmung persönlich zustellen zu können, sei es zwingend erforderlich, zu wissen, wo der Mann wohnt, hieß es von der Staatsanwaltschaft weiter. Vor diesem Hintergrund habe die Staatsanwaltschaft strafprozessuale Maßnahmen zur Aufenthaltsermittlung veranlasst. „Geschehnisse rund um das Heimspiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg sowie Erkenntnisse aus den sozialen Netzwerken wird die Staatsanwaltschaft bei ihren weiteren Ermittlungen berücksichtigen“, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter mit.
Die Vorwürfe gegen den 27-Jährigen sind inzwischen auch beim FC angekommen. Man stehe mit den Behörden und dem Protagonisten im Austausch, hieß es aus dem Geißbockheim. Das Heimspiel gegen Wolfsburg am vergangenen Freitag stand im Zeichen des „Diversity Day“. Die FC-Profis liefen bei ihrem 1:0-Sieg in einem Sondertrikot auf, um für Vielfalt im Sport und in der Gesellschaft zu werben.

