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Stadt beschließt höhere PreiseIn Köln werden Taxi und Uber ab Juni teurer

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Taxis in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs.

Die Stadt Köln erhöht zum 1. Juni die Taxi-Tarife und führt gleichzeitig Mindestpreise für Mietwagen ein.

Die Taxi-Tarife in Köln werden zum 1. Juni erhöht. Dann führt die Stadt auch Mindestentgelte für Mietwagen ein.

Taxifahren in Köln wird teurer. Das hat der Kölner Stadtrat gestern mit großer Mehrheit mit den Stimmen von Grünen, CDU, SPD, Linken, BSW und Klimafreunden beschlossen. Dagegen stimmten AfD, Volt und FDP/KSG. Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung Ende Februar eine zweistufige Erhöhung der Tarife vorgeschlagen und zeitgleich die Einführung von Mindestentgelten für Mietwagen angekündigt.

Grund für die erneute Anhebung der Taxi-Tarife sind vor allem höhere Personalkosten wegen des steigenden Mindestlohns, aber auch   die Preisentwicklung bei Fahrzeugen, Kraftstoff und Wartung. Jedoch sind die jüngsten Preissprünge an der Tankstelle wegen des Iran-Kriegs dabei noch nicht berücksichtigt.

Taxi-Tarife in Köln wurden zuletzt 2022 erhöht

Erhöht wurden die Taxi-Tarife in Köln zuletzt 2022. Der aktuelle Tarif gilt seit 19. Dezember 2024 und ermöglicht Festpreise bei vorbestellten Fahrten, die vom regulären Kilometerpreis fünf Prozent nach unten und 20 Prozent nach oben abweichen dürfen. Er basiert auf dem Mindestlohn von 2022 in Höhe von 12,00 Euro pro Stunde. Aktuell beträgt der Mindestlohn 13,90 Euro, ab Januar 2027 werden es 14,60 Euro sein.

Vor diesem Hintergrund hatte der Taxi-Anbieter Taxi17 höhere Tarife beantragt. Seinem Vorschlag folgte die Stadt weitgehend, obwohl die Genossenschaft Taxi-Ruf Köln die Erhöhung ablehnt. Nun wird der Kilometerpreis ab 1. Juni 2026 von derzeit 2,60 Euro um 30 Cent auf 2,90 Euro steigen. Das entspricht einer Erhöhung um 11,5 Prozent.

Die bisherige Reduzierung des Kilometerpreises ab dem achten Kilometer auf 2,20 Euro entfällt künftig. Die Grundgebühr beträgt ab 1. Juni weiterhin 4,90 Euro. Die Wartezeit verteuert sich von 50 Cent auf 60 Cent pro Minute. Der Zuschlag für Großraumtaxen steigt von 6,00 auf 7,00 Euro.

Die zweite Preiserhöhung erfolgt am 1. März 2027. Dann steigt die Grundgebühr von 4,90 auf 5,00 Euro und der Kilometerpreis von 2,90 auf 3,00 Euro. Der Tarifkorridor für Festpreise erlaubt künftig Abweichungen nach unten und nach oben in Höhe von 20 Prozent.

Uber wirft Stadt Köln „Preisdiktat“ vor

Mit den jüngsten Änderungen erhöht sich der Preis für eine durchschnittliche Fahrt mit sieben Kilometern Länge und vier Minuten Wartezeit ab 1. Juni um 2,50 Euro von 25,10 auf 27,60 Euro. Ab März 2027 verteuert sich der Tarif um weitere 80 Cent auf 28,40 Euro. Das sind 13,1 Prozent mehr als heute.

Gemäß dem Plan der Stadt, parallel zur Erhöhung der Taxi-Tarife auch Mindestentgelte für Mietwagen einzuführen, sollen Fahrdienste, wie sie von Plattformen wie Uber und Bolt vermittelt werden, künftig mindestens 80 Prozent des regulären Taxi-Tarifs kosten. Dazu werde die Stadt am 1. Juni 2026 eine Allgemeinverfügung erlassen, sagte Stadtdirektorin Andrea Blome im Rat.

Die geplanten Mindestpreise hatten zu massivem Protest der Mietwagen-Branche geführt. Uber warf der Stadt vor, sie wolle ein „Preisdiktat“ durchsetzen. Köln werde zur teuersten Taxi-Stadt Deutschlands und verhindere preiswerte Alternativen. Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler betonte: „Sollten Mindestpreise eingeführt werden, wäre flexible Mobilität für viele unbezahlbar. Gerade Menschen, die darauf angewiesen sind, würde das Leben unnötig erschwert.“

In der Ratssitzung verteidigte Manfred Richter (Grüne) die Tarif-Erhöhung. Sie sei gut begründet und nachvollziehbar. Er erinnerte daran, dass bei Kontrollen von Mietwagen häufig Verstöße gegen die Rückkehrpflicht festgestellt würden. Darauf bezog sich auch Bernd Petelkau (CDU). Er betonte, dass Taxis Teil des öffentlichen Nahverkehrs seien und es bei Mietwagenanbietern Defizite in Bezug auf die Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften gebe, insbesondere bei der Rückkehrpflicht. Auch Gerrit Krupp (SPD) begrüßte die Pläne der Verwaltung.

Stadt Köln soll Runden Tisch mit Taxi- und Mietwagengewerbe einrichten

CDU und SPD stellten gemeinsam einen Änderungsantrag, wonach die Verwaltung „umgehend einen Runden Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern des Taxi- und Mietwagengewerbes“ einrichten soll, „um den weiteren Prozess fortlaufend im Dialog zu beraten“. Zudem soll die Änderung des Taxi-Tarifs nach einem Jahr evaluiert werden. Dieser Antrag erhielt eine große Mehrheit, nur Volt, FDP/KSG, und AfD stimmten dagegen.

Mit einem eigenen Änderungsantrag forderten Volt und FDP/KSG, auf Mindestentgelte für Uber und Co. zu verzichten. Doch dafür gab es keine Mehrheit. Man könne das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, mahnte Volker Görzel (FDP). Die Erhöhung der Tarife nannte er unsozial und ungerecht.