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Trotz purzelnder Preise keine SchlangenKölner Autofahrer bleiben vorerst gelassen

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Tanken 010622

Ein Autofahrer an einer Tankstelle (Symbolbild).

Köln – Das ist er also, der Tag, auf den gebeutelte Autofahrende angeblich so lange schon warten. Endlich runter mit den Benzinpreisen. Endlich wieder ohne Bauchschmerzen die Tankstelle ansteuern. Von wegen. An der Aral-Tankstelle auf der Riehler Straße herrscht am Vormittag weitestgehend gähnende Leere. Minutenlang kein Auto in Sicht. Dabei haben die Konzerne gehalten, was sie versprechen mussten. 1,88 Euro für Super E10 – das hat es seit Wochen nicht gegeben.

Und dann endlich, der erste steuert die Aral an: „Ich wollte heute morgen um 2 Uhr schon losfahren, als ich in meiner App gesehen habe, wie günstig der Sprit ist. Aber meine Freundin meinte, mach das nicht, das bleibt jetzt erstmal so günstig“, erzählt Carlo Tabbi. Da blieb er locker und kam später. Ist das der Grund für ausbleibende Schlangen an den Tankstellen? Wiegen sich die Autofahrenden in der Sicherheit, die Preise bleiben jetzt unten?

ADAC: Preisschwankungen über den Tag wahrscheinlich

Da mahnt Thomas Müther zur Vorsicht. Der Sprecher des ADAC Nordrhein macht deutliche Preisschwankungen über den Tag und die Tankstellen hinweg aus. „Bei den Spritpreisen gibt es teilweise Unterschiede von 20 bis 40 Cent je Liter und das auch an Tankstellen, die sehr nah beieinander liegen.“ Der Grund? „Das kann an Logistikproblemen liegen oder daran, dass zunächst der teuer eingekaufte Sprit noch zu höheren Preisen abverkauft werden soll“, erklärt Müther. Aber immerhin, mit dem Blick auf die Preistafeln ist eine Befürchtung aus den Tagen vor dem 1. Juni vom Tisch: Die Konzerne halten die Preise nicht oben, sie senken sie tatsächlich.

Aber auch die Tageszeit scheint ein Grund für die Preisschwankungen zu sein. Ein Angestellter einer Kölner Tankstelle berichtet hinter vorgehaltener Hand, die Literpreise seien vor allem früh morgens, oder spät geringer – eben dann, wenn die Berufspendler meist zuhause sind. Das deckt sich mit Müthers Beobachtung.

ADAC-Rat: Abends tanken

Der Rat des Experten: „Wer noch genug Sprit im Tank hat, der sollte versuchen, am Abend zu tanken. Zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr ist es am günstigsten.“ Angesichts der nun sinkenden Preise rät Müther, nicht direkt zur Tankstelle zu sprinten, so es die Tankfüllung hergibt. Er erwartet, das in den kommenden Tagen auch an den Zapfsäulen die Preise noch weiter sinken, an denen sie jetzt noch im Verhältnis hoch sind.

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Doch mit der Geduld ist das so eine Sache: Viele Kundinnen und Kunden der Kölner Tankstellen zeigen sich skeptisch, wie lange der Preisnachlass noch an den Anzeigetafeln zu sehen sein wird. Sie gehen davon aus, dass spätestens mit den Pfingstfeiertagen die Preise erneut ansteigen werden. Die Gefahr sieht auch der ADAC . Darum Müthers Appell: „Wir erwarten von den Tankketten, dass sie die Preise zu Pfingsten nicht wieder nach oben schrauben, um durch die Hintertür selbst Kasse zu machen.“