Im Historischen Rathaus nahmen Familie und Weggefährten Abschied von Fritz Schramma.
Trauerfeier im Rathaus„Es bräuchte mehr Schramma – überall im Land“

Oberbürgermeister Torsten Burmester hielt die Trauerrede im Historischen Rathaus.
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Bei einer Trauerfeier im Historischen Rathaus kamen Familie und Weggefährten von Fritz Schramma nach der Beisetzung noch einmal zusammen. Das Quartett des Gürzenich-Orchesters spielte und auch Musiker Rolly Brings, ein Freund des Verstorbenen, trat auf. Als Erinnerung an den gemeinsamen Einsatz für Toleranz sang er „Fritz Schramma ze Ihre“ das Lied „Morje Morje“. NRW-Minister Nathanael Liminski würdigte den Verstorbenen ebenfalls in einer Rede.
Oberbürgermeister Torsten Burmester schaute auf Fritz Schrammas Lebensleistung zurück und beschrieb den großen Verlust. „Er war einer von uns – das hörte man überall in Köln nach der Todesnachricht. Diese Nahbarkeit, dieses Denken der Stadt vom Menschen her, ist eine Qualität, die uns inspirieren kann angesichts einer zunehmenden Skepsis gegenüber Politik und Staat. Und vielleicht bräuchte es gerade heute wieder etwas mehr Schramma – überall im Land.“
Unvergessen sei sein Einsatz für die Vielfalt gewesen. „Verständigung begriff er als Kernthema einer heterogenen Stadtgesellschaft.“ 2004 richtete er den Integrationsrat ein. Und er setzte sich mit aller Kraft für den Bau der Zentralmoschee ein. „Ihm als gläubigen Katholiken war wichtig, dass die muslimischen Kölnerinnen und Kölner ihre Religion in einer würdigen Umgebung ausüben konnten.“ Viele würden ihn noch vor sich sehen, wie er auf der Venloer Straße zwischen erhitzten Gemütern vermittelte. Damals sei sogar seine Familie von politisch Intoleranten angegangen worden. „Und das hat sicherlich große Kraft gekostet, liebe Ulla Schramma“, richtete er sich an die Witwe. Schramma habe zu solchen Situationen gesagt: „Wer in die Arena steigt, muss damit rechnen, dass er staubige Sandalen bekommt.“
„Einer der vorzüglichsten Diener der Stadt“
Fritz Schramma habe kein Schicksal kalt gelassen, so habe er schon 2001 den Ehrenamtspreis „Köln Engagiert“ eingeführt. Und selbst am schlimmsten Tag seines Lebens, als sein Sohn durch einen Raser-Unfall am Rudolfplatz starb, hätten er und seine Frau an das Leid anderer gedacht und die „Kölner Opferhilfe“ gegründet.
Der Verstorbene habe den Weg Kölns hin zur Metropole begleitet: mit der Neugestaltung des Rheinauhafens, dem Ausbau der Medienwirtschaft und als Gastgeber für den Weltjugendtag 2005 und das Fußball-Sommermärchen 2006. In Schrammas Amtszeit fiel auch der Archiveinsturz 2009. „Es war eine übermenschliche Aufgabe, in dieser Zeit Oberbürgermeister zu sein“, so Burmester. „Er hat Großes für die Stadt geleistet. Wir werden sein Andenken bewahren – als Sohn dieser Stadt und als einer ihrer vorzüglichsten Diener.“
