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Perfekter Platz für PrunkvollesMuseum Schüntgen präsentiert Schreine aus St. Pantaleon

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Hinter Vitrinen sind golden-verzierte Truhen ausgestellt.

Die Ausstellung "Schreine und Steine aus St. Pantaleon" gänzt im Museum Schnütgen. 

Für die Forschung ist das Nebeneinander mit den Sammlungsstücken ein Glücksfall. Die Reliquienschreine sind bis Ende Januar zu sehen. 

Es sind Leihgaben. Aber Direktor Moritz Woelk stellte halb scherzhaft wiederholt fest, dass die zwei kostbaren Reliquienschreine und drei Fragmente von Steinskulpturen nun im Museum Schnütgen ihren „eigentlichen Platz“ gefunden hätten.

Goldschmiedekunst wurde in Köln perfektioniert

Doch die seltenen Schätze machen hier nur Station, während die romanische Kirche St. Pantaleon restauriert wird. Im größten Ausstellungsraum des Museums – in der ebenfalls romanischen Kirche St. Cäcilien – entsteht derweil ein spannender Dialog, der so manches über Kölns kunstgeschichtliche Bedeutung verrät.

Für die Forschung, so Woelk, sei die Ausstellung „Schreine und Steine aus St. Pantaleon“ ein Glücksfall, da die Leihgaben mit Kunstwerken aus der Sammlung des Museums, darunter die Ursulatafel und einige Neuerwerbungen, zueinander in Bezug gesetzt werden könnten. Es waren vor allem die romanischen Werke der Goldschmiedekunst, die in Köln zur Perfektion gelangten und in den goldenen Reliquienschreinen geradezu ihren Höhepunkt erreichten.

Kardinaltugenden sprechen für einstigen Abt

Die Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Klugheit, Stärke und Mäßigung prangen am Dach des Maurinusschreins und sagen schon einiges über den einstigen Abt, der als Märtyrer starb und zu den Heiligen der katholischen Kirche zählt. Sein Sarg wurde beim Neubau der Kirche St. Pantaleon im Jahr 966 gefunden, 1180 wurde für die Reliquien dann der Schrein gefertigt.

Dem heiligen Albinus zu Ehren hatte Kaiserin Theophanu 984 der Kirche und dem dazugehörigen Kloster Reliquien geschenkt. Auf eigenen Wunsch wurde sie im Westwerk von St. Pantaleon beigesetzt . Für Albinus, der ebenfalls den Märtyrertod starb, wurde dann 1186 der kostbare Schrein angefertigt. Auch hier verzieren Emaille, Gold und Bergkristalle.

Schreine sind aus „Magie Bergkristall“ bekannt

Bereits in der Schau „Magie Bergkristall“ waren die Schreine im Museum Schnütgen zu sehen, die neue Ausstellung knüpft in gewisser Weise direkt daran an. „Es sind nur noch ganz wenige romanische Schreine erhalten“, weiß Woelk. Und da die Geschichte von St. Pantaleon eng mit der von Kaiserin Theophanu verknüpft sei, sei es „geradezu eine kaiserliche Ausstellung“ im Museum Schnütgen.

Prunkvoll sind die Schreine, aber der Besucher kommt vor allem in den vielen Details auf seine Kosten, wie Volontärin Jule Wölk erläutert. Ob kleine Zeichnungen in knopfgroßen Emaillekunstwerken oder große Kapitell-Steine, die den Abschluss einer Säule bildeten – es treten in pflanzlichen Ornamenten große Ähnlichkeiten in der Formsprache zu Tage: „Alles zusammen bildet eine Einheit, man kann hin und herlaufen und vergleichen“, sagt Woelk.

Neben Christus wurden früher Heilige und Märtyrer dargestellt

In direkter Nachbarschaft zu den Schreinen stehen drei Fragmente von Steinskulpturen aus dem elften Jahrhundert, die einst an der Westfassade von St. Pantaleon angebracht waren. Sie haben Bezug zur Tradition der Antike und zählen zu den ältesten Beispielen monumentaler Skulptur in Köln. Da sich die Architektur des Kirchbaus von St. Pantaleon „quasi von selbst schmückte“, wie es Erzdiözesankonservatorin Anna Pawlik formuliert, konnte die Westfassade damals als Kulisse für die Großfiguren genutzt werden.

Und wer kam damals neben Christus überhaupt in der Darstellung in Frage? Es waren die Märtyrer und Heiligen, deren Verehrung sich verstärkte. Auf dem Dach des Albinusschreins wird das Martyrium geschildert. Dort ist zu sehen, wie Albinus getauft wird, wie er vor den Richter geführt wird und wie er schließlich gegeißelt und enthauptet wird.

Wer genau hinschaut, sieht in den feinen Emaillebildchen auch Beiträge von Carl Kessler, der die beiden Schreine aus Sankt Pantaleon sowie den Suitbertus-Schrein aus Düsseldorf-Kaiserswerth 1950 restaurierte. Nahtlos fügen sich die von ihm gefertigten Emaillen dort ein, wo die Originale verloren gegangen waren. Sie zeigen Kriegsgeschosse, einen Luftangriff. „Es ist ein kleiner Verweis auf die große Zäsur im 20. Jahrhundert“, so Pawlik.

Bis 31. Januar, Di bis Mi 10 – 18 Uhr, Do 10 bis 20 Uhr, Fr bis So 10-18 Uhr, Leonard-Tietz-Str. 10.