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NRW-CheckDas sind die größten Probleme des Landes

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Ein Auto fährt am Morgen an der Preisanzeige einer Tankstelle vorbei. Die Kraftstoffpreise sind zuletzt stark gestiegen. Das treibt auch die Befragten beim „NRW-Check“ um. (Archivbild)

Ein Auto fährt am Morgen an der Preisanzeige einer Tankstelle vorbei. Die Kraftstoffpreise sind zuletzt stark gestiegen. Das treibt auch die Befragten beim „NRW-Check“ um. (Archivbild)

In der aktuellen Umfrage zu den größten Problemen im Land Nordrhein-Westfalen hat sich die Lage der Wirtschaft auf den Spitzenplatz geschoben.

Als die drei größten Probleme des Landes machen die Bürgerinnen und Bürger im aktuellen „NRW-Check“ – wie in den vorangegangenen Befragungen – Verkehr und Mobilität (27 Prozent), die Lage der Wirtschaft insgesamt (22 Prozent) sowie Migration und Flüchtlinge (20 Prozent) aus. Knapp dahinter liegt der landespolitische Dauerbrenner Bildung (19 Prozent). Allerdings haben sich die Prioritäten gegenüber dem „NRW-Check“ aus dem Juli vorigen Jahres zum Teil deutlich verschoben (siehe Grafik).

So haben die wirtschaftlichen Probleme an Bedeutung gewonnen, während der Themenbereich Zuwanderung in der Dringlichkeit gesunken ist. Neben der stärkeren Gewichtung der wirtschaftlichen Lage generell (plus 4 Punkte) zählen die steigenden Preise generell mit 18 Prozent und – erstmals genannt – konkret die Benzinpreise (11 Prozent) zu den größten Problemen. Bei der Inflation hat sich der Wert, der zuletzt bei 7 Prozent lag, mehr als verdoppelt.

Das Thema innere Sicherheit ist im Mittelfeld der Skala weiter nach unten gerutscht, während der Klima- und Umweltschutz in der Problemwahrnehmung der Bürger unterdessen kaum noch eine Rolle spielt.

Starke Unterschiede zwischen den Anhängern der Parteien

Bei den Einschätzungen zu den derzeit wichtigsten Problemen im Land zeigen sich weiterhin teils deutliche Unterschiede zwischen den Anhängern der politischen Parteien.

So sind die Zuwanderung und ihre Bewältigung nur für die Anhänger der AfD das mit Abstand wichtigste Problem: Der Wert von 56 Prozent ist der höchste in der Befragung insgesamt. Am unteren Ende der Skala stehen hier die Grünen-Anhänger: Für nur 5 Prozent von ihnen sind die Fragen rund um Zuwanderung ein gravierendes Problem.

Die innere Sicherheit wird von den AfD-Anhängern ebenfalls weit überproportional (28 Prozent) als großes Problem genannt (Bevölkerungsdurchschnitt: 12 Prozent). Aber auch die hohen Preise regen die AfD-Anhänger häufiger auf als die Anhänger der anderen Parteien. Die Grünen-Klientel ist auch hier die entspannteste von allen: 11 Prozent halten die Inflation für ein besonders dringliches Problem, nur vier Prozent innere Sicherheit und Kriminalität.

Grünen-Anhänger setzen Akzent auf Umwelt- und Klimaschutz

Der mangelnde Klima- und Umweltschutz wird von ihnen dafür weitaus häufiger (20 Prozent) für problematisch gehalten als vom Bevölkerungsdurchschnitt (7 Prozent). Dringlich erscheint das Thema aber auch den Anhängern der Linkspartei (16 Prozent). Eine vergleichbare Problemwahrnehmung haben die Anhänger beider Parteien im Hinblick auf den Rechtsruck/Rechtsextremismus (Linkspartei 22 Prozent, Grüne 10 Prozent), der im Bevölkerungsdurchschnitt mit 5 Prozent zu den derzeit am seltensten genannten Problemen gehört.

Unter den Anhängern der Linkspartei rangiert das Thema Wohnungsmangel/Mieten in der Problemwahrnehmung mit 23 Prozent deutlich über dem Durchschnittswert (14 Prozent). Wohnungsmangel und hohe Mieten treiben vor allem die SPD-Anhänger um: 23 Prozent von ihnen nennen diese Themen als großes Problem. Im Durchschnitt der Bevölkerung liegt der Anteil bei nur 14 Prozent.

Demgegenüber bewertet die CDU-Klientel die Themen Wirtschaft (30 Prozent) und Verkehr/Mobilität (32 Prozent) als besonders dringlich. Beim Thema Verkehr liegen die Unionsanhänger interessanterweise gleichauf mit den Unterstützern der Grünen (31 Prozent).

Bei der Einschätzung zur Bewältigung der verschiedenen Probleme des Landes fällt insgesamt ein hoher Grad an Unzufriedenheit auf. Werte um die zehn Prozent, etwa im Bereich Schule/Kitas – stellen der verantwortlichen Landesregierung ein schlechtes Zeugnis aus, auch wenn sich die Lagebeurteilung für den Bereich der Kitas etwas entspannt hat (siehe Diagramm).

Einzig die CDU-Anhängerschaft kommt zu einem günstigeren Urteil: Jeweils ein Viertel ist mit der Situation im Bereich Schule/Kitas zufrieden (Durchschnitt: 11 Prozent Schulen, 13 Prozent Kitas). Der Anteil der Unzufriedenen ist dementsprechend geringer.

In einem ohnehin negativen Umfeld sticht die Position der AfD-Anhänger durchweg noch einmal heraus: Sie sind in allen Bereichen notorisch die Unzufriedensten mit einem Spitzenwert von 98 Prozent in der Zuwanderungspolitik.