Der ARD-„Deutschlandtrend“ widmet sich den Protesten von jungen Menschen. Die Zufriedenheit mit Kanzler Merz und seiner Regierung bleibt indes gering.
Nach Protesten auch in KölnGroßer Rückhalt für Gen Z – AfD bleibt in Umfrage vorn

Mehrere Tausend Demonstranten von „Gen Z regelt“ versammelten sich am 31. Oktober zu einer Kundgebung am Kölner Rheinufer. Das Verständnis für die Proteste jungen Menschen ist laut dem neuen „Deutschlandtrend“ hoch. (Archivbild)
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Die Protestaktionen junger Menschen, insbesondere der sogenannten Generation Z, stoßen in der Bevölkerung mehrheitlich auf Wohlwollen: 73 Prozent äußern Verständnis für ihr Anliegen, 22 Prozent nicht. 82 Prozent finden zudem, die Politik berücksichtige die Interessen junger Menschen weniger gut oder schlecht. Das zeigt der ARD-„Deutschlandtrend“ von Infratest dimap, für den 1.297 Wahlberechtigte befragt wurden.
Auch die Sonntagsfrage wurde beim „Deutschlandtrend“ gestellt: Wäre am Sonntag Bundestagswahl, läge die AfD demnach unverändert bei 27 Prozent. CDU/CSU kämen auf 20 Prozent, die SPD auf 13 und die Linke auf 11 Prozent. FDP und BSW lägen mit jeweils 3 Prozent unter der Mandatsschwelle. Die FDP verliert einen Punkt gegenüber Oktober.
Hohe Unzufriedenheit mit Kanzler Merz
Mit der Arbeit der Bundesregierung sind indes lediglich 11 Prozent der Befragten zufrieden, 87 Prozent zeigten sich unzufrieden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erreicht für seine Arbeit einen Zufriedenheitswert von 12 Prozent. 85 Prozent der Befragten sind jedoch unzufrieden mit dem Kanzler.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). (Archivbild)
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Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) rangiert indes weiterhin bei 49 Prozent Zufriedenheit. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) kommt auf 20 Prozent. Mit Außenminister Johann Wadephul (CDU) sind 32 Prozent der Befragten zufrieden und mit Innenminister Alexander Dobrindt 29 Prozent. Die Arbeit von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) stellt derweil 19 Prozent der Befragten zufrieden.
Junge Menschen setzen auf Linkspartei
Hinsichtlich der Demonstration junger Menschen wurde auch zur Wehrpflicht gefragt – ein zentraler Streitpunkt der Proteste. Seit Januar 2026 müssen sich junge Männer ab Jahrgang 2008 mustern lassen und einen Fragebogen ausfüllen. Der Wehrdienst bleibt jedoch freiwillig. Diese Regelung halten 64 Prozent der Befragten für richtig. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es 48 Prozent, 42 Prozent halten sie für falsch.
Bei der Frage, welchen Parteien sie am ehesten zutrauten, ihre Interessen zu vertreten, nannten von der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen indes 29 Prozent die Linkspartei. Es folgte die AfD mit 21 Prozent vor den Grünen mit zwölf Prozent. Die Unionsparteien nannten lediglich fünf Prozent, die SPD drei Prozent.

Eine verkleidete Demonstrantin wird in Köln von Polizeibeamten befragt. (Archivbild)
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Die Grenzen legitimen Protests sind für die Befragten derweil eindeutig: 89 Prozent halten die Teilnahme an angemeldeten Demonstrationen für gerechtfertigt, 95 Prozent lehnen jedoch Gewalt oder Sachbeschädigungen ab. Was Blockaden und Besetzungen angeht, fällt das Meinungsbild nicht ganz so klar aus: 65 Prozent der Befragten lehnen zeitweise Straßenblockaden ab. Ähnlich sieht es bei der vorübergehenden Besetzung von Schulen, Hochschulen oder Ämtern aus (66 Prozent dagegen).
Gen Z plant weitere Proteste – auch in Köln
Dass die junge Generation es schwerer hat, eigenen Wohlstand aufzubauen, sehen derweil 58 Prozent der Befragten so. Unter den 18- bis 34-Jährigen steigt der Anteil auf 72 Prozent. Eine leichte Mehrheit von 54 Prozent glaubt indes, dass man es in Deutschland durch Fleiß und Leistung zu Wohlstand bringen kann. Auch dort fällt die Einschätzung bei jungen Menschen weniger optimistisch aus: 55 Prozent der 18- bis 34-Jährigen widersprechen der Aussage.
Bei der Frage, ob die junge Generation größere Krisen bewältigen muss als frühere Generationen in der Vergangenheit, herrscht indes Uneinigkeit: 47 Prozent der Befragten antworteten mit „eher ja“ und 45 Prozent mit „eher nein“.
Der Generation Z werden in der Regel die Geburtsjahrgänge 1995 bis 2010 zugeordnet, teilweise auch etwas später. Auf den aus ihrem Kreis organisierten Demonstrationen am vergangenen Wochenende forderten die Teilnehmenden insbesondere bessere Bildung und ein bezahlbares Leben, zudem mehr Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Eine Rückkehr zur Wehrpflicht wurde abgelehnt. Neue Proteste in Köln wurden indes bereits angekündigt. (das/dpa/afp)
