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Konsequenzen aus Fall DormagenOtt gegen Herabsetzung der Strafmündigkeit

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28.01.2026, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Jochen Ott, (SPD), Fraktionsvorsitzender, spricht im Landtag. Einen Tag nach dem Rücktritt von NRW-Flüchtlingsministerin Paul (Grüne) geht es im nordrhein-westfälischen Landtag erneut um ihre Rolle bei der Aufklärung des Solinger Terroranschlags. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Oppositionsführer Jochen Ott im NRW-Landtag.

In Dormagen soll ein Zwölfjähriger einen anderen Jungen umgebracht haben. Bisher beginnt die Strafmündigkeit erst mit 14 Jahren. Sollte sich das ändern? SPD-Landtagsfraktionschef Jochen Ott nimmt gegenüber der Rundschau Stellung.

Der designierte SPD-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl, Jochen Ott, hat sich gegen eine Herabsetzung der Strafmündigkeit für Kinder ausgesprochen. „Ich halte nichts davon, Kinder mit zwölf Jahren ins Gefängnis zu stecken“, sagte Ott der Kölnischen Rundschau zur Diskussion über mögliche Konsequenzen aus einem Tötungsdelikt in Dormagen, wo ein Zwölfjähriger einen Vierzehnjährigen umgebracht haben soll. Der SPD-Landtagsfraktionschef fügte hinzu: „Aber wir brauchen ein vernünftiges Konzept für frühzeitige, sinnvolle Sanktionen bei schweren Regelverstößen.“ Ott verwies auf die Schweiz, wo frühzeitig auch mit Jugendarrest interveniert werde.

Die Tat ruf zu Recht Entsetzen hervor, so Ott. „Wenn Kinder Kinder töten, ist etwas vollkommen aus dem Lot geraten. Auch für die Familie des Jungen, der dieses Tötungsdelikt begangen haben soll, ist die Situation schrecklich.“ Es drängten sich Fragen auf, auf die die Gesellschaft schon lange Antworten geben müsse, sagte Ott weiter: „Welche Entwicklungen prägen Kinder heute? Ein ungeschützter Konsum von medialen Inhalten, die jedem Erwachsenen die Sprache verschlagen. Eine massive Zunahme von Mobbing – verstärkt durch digitale Medien, die keinen Rückzugsraum mehr lassen.“ Erwachsene müssten hier klare Grenzen setzen und Kinder wirksam schützen.  Strengere und tatsächlich durchsetzbare Altersgrenzen für soziale Medien gehörten „wie in Frankreich auf die Tagesordnung“. (EB)