Moskau wirft Pawel Durow Beihilfe zum Terrorismus vor. Hintergrund sind Vorwürfe gegen Telegram wegen angeblicher Sabotage-Rekrutierungen.
Vorwurf der Sabotage-RekrutierungRussland schreibt Telegram-Gründer Durow international zur Fahndung aus

Pavel Durow, Mitbegründer von Telegram, wird von Moskau gesucht. (Archivbild)
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Russland hat den Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, international zur Fahndung ausgeschrieben. Dem 41-Jährigen werde „Beihilfe zum Terrorismus“ vorgeworfen, teilten russische Behörden mit. Hintergrund sind Ermittlungen des Inlandsgeheimdienstes FSB zu mutmaßlichen Rekrutierungen junger Russen für Sabotageakte über Telegram.
Nach Angaben des FSB soll ein in Russland verbotener Dating-Bot auf der Plattform vom ukrainischen Geheimdienst genutzt worden sein, um junge Menschen für Angriffe und Sabotageaktionen anzuwerben. Seit Juli 2025 seien in verschiedenen Regionen 46 russische Staatsbürger im Alter zwischen 12 und 22 Jahren festgenommen worden. Ihnen werden unter anderem Angriffe auf Sicherheitskräfte sowie Anschläge auf Energie- und Verkehrsinfrastruktur vorgeworfen.
Russland wirft Telegram Unterstützung von Terrorismus vor
Der FSB macht Telegram dafür verantwortlich, den Dienst nicht entfernt zu haben. Die betroffenen Nutzer seien demnach von Agenten kontaktiert worden, die sich als junge Frauen ausgegeben hätten. Anschließend seien sie unter Druck gesetzt und zu Straftaten angestiftet worden. Ob andere Länder die Fahndung gegen Durow unterstützen werden, war zunächst unklar.
Telegram gehört zu den wichtigsten Onlinediensten in Russland. Die Behörden in Moskau haben wiederholt versucht, den Zugang zur Plattform einzuschränken oder Druck auf Durow auszuüben, damit Nutzerdaten herausgegeben werden. Gleichzeitig bemüht sich die russische Regierung, Nutzer zu staatlich unterstützten Alternativen zu bewegen.
Moskau erhöht Druck auf den Messenger-Dienst
Durow wurde in Sankt Petersburg geboren und besitzt neben der russischen auch die französische Staatsbürgerschaft sowie die Staatsangehörigkeit der Vereinigten Arabischen Emirate. Bekannt wurde er zunächst als Gründer des sozialen Netzwerks VKontakte, das häufig mit Facebook verglichen wird. Nach Konflikten mit den russischen Behörden verließ er das Unternehmen und gründete später Telegram.
Der Telegram-Chef geriet bereits zuvor juristisch unter Druck. In Frankreich wurde 2024 gegen ihn wegen möglicher Verstöße im Zusammenhang mit kriminellen Inhalten auf der Plattform ermittelt. Zeitweise unterlag er dort Auflagen der Justiz. Nach einer Lockerung der Einschränkungen ließ er sich in Dubai nieder.
Durow selbst wies die Vorwürfe gegen Telegram in der Vergangenheit zurück und kritisierte die russischen Behörden. Er warf ihnen vor, unter dem Vorwand von Ermittlungen den Zugang zu Telegram einschränken und die Privatsphäre der Nutzer beschneiden zu wollen. (dpa/afp/red)
