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Russischer FührungsoffizierBerlin weist nach Festnahme von Spionin mutmaßlich Verantwortlichen aus

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21.01.2026, Berlin: Die Botschaft der Russischen Föderation in Berlin. Eine Deutsch-Ukrainerin soll in Berlin für Moskau spioniert haben. Die Bundesanwaltschaft lässt sie festnehmen. Im Verdacht stehen in dem Fall auch zwei ehemalige Bundeswehr-Angehörige. Zudem werden zwei mutmaßliche Unterstützer prorussischer Gruppen in Brandenburg gefasst. (zu dpa: «Mutmaßliche Russland-Spionin in Berlin gefasst») Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Botschaft der Russischen Föderation in Berlin. Eine Deutsch-Ukrainerin soll in Berlin für Moskau spioniert haben, ihr mutmaßlicher Führungsoffizier wurde ausgewiesen.

Eine Deutsch-Ukrainerin war wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Nun weist Deutschland einen Militärattaché der russischen Botschaft aus.

Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin im Dienste Russlands mit deutscher und ukrainischer Staatsangehörigkeit hat die Bundesregierung den russischen Botschafter einbestellt. Dem Botschafter sei mitgeteilt worden, dass ein in dem Fall ebenfalls Verdächtiger ausgewiesen worden sei, der „im Auftrag von Russland spioniert hat“, teilte das Auswärtige Amt am Donnerstag mit. Die Deutsch-Ukrainerin Ilona W. war am Mittwoch festgenommen worden.

Nach Informationen des „Spiegel“ handelt es sich bei dem Ausgewiesenen um den Führungsoffizier der mutmaßlichen Spionin, den stellvertretenden Militärattaché der Botschaft. Die Frau soll ihre gesammelten Informationen zum Ukraine-Krieg an ihren Kontaktmann in der russischen Botschaft weitergegeben haben.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) bestätigte die Ausweisung am Rande eines Besuches in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba und sprach von einem „feindseligen Akt“, wie ein „Spiegel“-Journalist berichtete.

Russische Spionage unter dem Deckmantel des Diplomatenstatus?

„Spionage in Deutschland toleriert die Bundesregierung nicht - erst recht nicht unter dem Deckmantel des Diplomatenstatus“, teilte das Auswärtige Amt mit. Daher sei der Botschafter einbestellt und über die Ausweisung informiert worden.

Ilona W. wird nach Angaben der Bundesanwaltschaft vorgeworfen, für einen Geheimdienst einer fremden Macht tätig gewesen zu sein. Sie sollte dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs zur Entscheidung über die Untersuchungshaft vorgeführt werden.

W. soll spätestens seit November 2023 geheimdienstliche Kontakte in die russische Botschaft in Berlin unterhalten haben. Zwei frühere Mitarbeiter der Bundeswehr stehen im Verdacht, ihr dienstliche Informationen gegeben zu haben. (afp)