In der Ukraine werden Züge angegriffen, zugleich stellt Russland neue Gespräche in Aussicht. Eine Feuerpause lehnt Moskau ab.
Züge im VisierUkraine meldet Angriffe auf Bahnnetz – Russland stellt neue Gespräche in Aussicht

Feuerwehrleute löschten nach einem russischen Luftangriff einen Brand in einer Lagerhalle.
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Die Lage im Ukraine-Krieg bleibt angespannt: Während die Ukraine Russland einen systematischen Angriff auf ihr Eisenbahnnetz vorwirft, signalisiert Moskau zugleich Bereitschaft zu neuen Gesprächen mit Kiew und Washington. Eine Feuerpause während möglicher Verhandlungen lehnt Russland allerdings ab.
Die staatliche ukrainische Eisenbahngesellschaft versetzte ihr Überwachungszentrum und das gesamte Personal am Sonntag wegen landesweiter Angriffe in höchste Alarmbereitschaft. Sie warnte vor möglichen Evakuierungen, Zugverspätungen und Umleitungen – unter anderem in der zentralukrainischen Region Dnipro.
Zug auf dem Weg nach Polen getroffen
Besonders brisant ist ein Vorfall nahe der polnischen Grenze. Nach Angaben des polnischen Bahnbetreibers PKP Intercity wurde ein Zug auf der Strecke von Kiew nach Warschau von einer russischen Drohne getroffen. Verletzt wurde demnach niemand. An Bord befanden sich 206 Menschen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau vor, den Zug absichtlich angegriffen zu haben.
Bei einem weiteren Drohnenvorfall in der Region musste laut einem Bericht des „Spiegel“ ein privat gecharterter Sonderzug teilweise evakuiert werden. Darin waren demnach unter anderem der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter, sowie der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson unterwegs. Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Robin Wagener soll in dem Zug gereist sein.
Moskau schließt Gespräche im Oktober nicht aus
Parallel dazu gibt sich Russland mit Blick auf mögliche Verhandlungen offen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, neue trilaterale Gespräche mit der Ukraine und den USA im Oktober seien nicht ausgeschlossen. Einen konkreten Termin oder Ort gibt es bislang nicht.

Eine Frau geht nach einem russischen Luftangriff an einem brennenden Lagerhaus am Stadtrand von Odessa vorbei.
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Nach Angaben von Kreml-Berater Juri Uschakow fehlt allerdings noch ein abgestimmtes Paket als Grundlage für neue Gespräche. Offen seien unter anderem die territoriale Frage und weitere Punkte.
Die USA bemühen sich darum, die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew wieder in Gang zu bringen. Bisherige Gesprächsrunden hatten keinen Durchbruch gebracht. Seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar gab es keine weiteren Gespräche.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte zugleich, dass Moskau zwar zu Verhandlungen bereit sei, währenddessen aber nicht die Kampfhandlungen einstellen wolle. (afp/dpa/red)
