Drohnenangriffe fordern Tote in der russischen Teilrepublik Tatarstan – während Kiew vor nordkoreanischen Soldaten warnt.
Ölraffinerie in TatarstanViele Tote nach ukrainischem Drohnenangriff – Selenskyj warnt vor Nordkoreanern

Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) und der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un posieren für ein Foto. (Archivbild)
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Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Teilrepublik Tatarstan sind am Montagmorgen (10. August) 13 Menschen getötet und 48 weitere verletzt worden. Das teilte die Regierung der Republik mit. Republikchef Rustam Minnichanow verhängte daraufhin Trauer.
Der Bürgermeister von Nischnekamsk, Radmir Beljajew, sprach von einem massiven Angriff auf Industrieanlagen und zivile Objekte. Nach Angaben ukrainischer Medien wurde auch die Ölraffinerie „Taneko“ in Nischnekamsk getroffen. Der ukrainische Generalstab bestätigte später den Angriff auf die Raffinerie.
Selenskyj warnt vor Zehntausenden Nordkoreanern
Unterdessen rechnet die ukrainische Führung nach eigenen Angaben mit einer deutlichen Ausweitung der nordkoreanischen Militärhilfe für Russland. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf der Plattform X, Russland könne zwischen 30.000 und 50.000 nordkoreanische Soldaten auf seinem Territorium einsetzen. Noch im Juli hatte er von 30.000 zusätzlichen Soldaten gesprochen. Seine Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Selenskyj sieht in der Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang auch eine Gefahr für andere Staaten in Asien. Nordkorea könne seine Erfahrungen mit moderner Kriegsführung ausbauen und von Russland militärische Technologien erhalten. Die Ukraine hofft deshalb auf eine engere Zusammenarbeit mit Südkorea und bittet unter anderem um Unterstützung bei Luftverteidigungssystemen. Im Gegenzug bietet Kiew Kooperation im Bereich Drohnen an.
Nordkorea hatte sich bereits im vergangenen Jahr mit schätzungsweise bis zu 15.000 Soldaten am russischen Krieg gegen die Ukraine beteiligt. Sie unterstützten die russische Armee bei der Rückeroberung von Gebieten in der Region Kursk. Nach offiziell nicht bestätigten Schätzungen wurden dabei mindestens 2000 Nordkoreaner getötet. Moskau und Pjöngjang sind durch einen Vertrag über eine strategische Partnerschaft verbunden.
Russische Angriffe treffen Odessa
Zuvor wurde die Ukraine erneut schwer getroffen. Ein russischer Großangriff auf die Region um die Küstenstadt Odessa führte in der Nacht zum Sonntag zu einem massiven Stromausfall. Nach Angaben von Selenskyj waren am Morgen mehr als 300.000 Haushalte ohne Strom.
Später war etwa ein Drittel der Versorgung wiederhergestellt. Bei dem Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen wurden mindestens sechs Menschen verletzt.

Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutzdienst zur Verfügung gestellten Foto sind Rettungskräfte dabei, nach einem russischen Raketenangriff in Odessa einen Brand in Wohngebäuden zu löschen.
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Russland bestätigte den Angriff. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wurden ein Heizkraftwerk und sieben Umspannwerke getroffen. Selenskyj hatte daraufhin Vergeltung angekündigt und bekräftigt, dass die Ukraine weiterhin die russische Erdölindustrie, Rüstungsbetriebe und andere wichtige Infrastruktur angreifen werde.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 überziehen sich beide Seiten mit Angriffen. Während Russland nach Angaben Kiews vor allem zivile Ziele angreift, nimmt die Ukraine mit Langstrecken-Drohnen zunehmend die russische Ölindustrie und andere für die Kriegsführung wichtige Infrastruktur ins Visier. (dpa/afp/sbo)
