Polizeischule in Brühl wird geschlossen

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BRÜHL. Das Polizeiausbildungsinstitut (PAI) in Brühl wird geschlossen. Das bestätigte gestern Ulrich Rungwerth, Sprecher des NRW-Innenministeriums in Düsseldorf: „Das wird ab 2004 angegangen.“ Auch die Polizeischule in Linnich (Kreis Düren) wird dichtgemacht. Von den vier Instituten sollen nur noch die Einrichtungen in den westfälischen Städten Selm-Bork und Stukenbrock erhalten bleiben.

Gerüchte habe es seit einigen Tagen gegeben, mit dieser Entscheidung habe im Bildungszentrum Brühl zum jetzigen Zeitpunkt trotzdem niemand gerechnet, erklärte Hans-Dieter Olms, Mitglied der Polizeigewerkschaft (GdP) und Mitarbeiter im PAI. „Die Stimmung ist natürlich sehr gedrückt“, kommentierte er gestern. In der Brühler Polizeischule sind 175 Menschen beschäftigt, 109 Beamte und 65 Angestellte und Arbeiter. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben, sicherte Rungwerth zu. Die Beschäftigten würden an anderer Stelle eingesetzt. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Mitarbeiter selbst dabei auch ein Wort mitreden können“, so Olms.

Anders als in Linnich sollen die Gebäude in Brühl weiter genutzt werden. „Schon jetzt sind dort zwei Hundertschaften aus Köln untergebracht, deshalb bietet sich diese Lösung auch für weitere Polizeieinheiten an, die jetzt an der Gaedestraße in Köln untergebracht sind“, sagt Rungwerth. Betroffen sein könnten unter anderem die Hundestaffel und Sondereinheiten wie der Verkehrsdienst und das Sondereinsatzkommando.

Als Grund für die Schließung nannte Rungwerth die sinkende Zahl an Ausbildungsplätzen im Zuge des Spardiktats. Statt wie bislang 1090 werden in den beiden nächsten Jahren nur noch jeweils 500 Polizeianwärter eingestellt.

Bürgermeister Michael Kreuzberg fiel gestern Nachmittag aus allen Wolken, als er die Nachricht hörte. „Noch vor einem Jahr hatte man uns zugesagt, dass Brühl von Umstrukturierungen nicht betroffen ist“, so Kreuzberg. Für Brühl sei diese Entwicklung „höchst bedauerlich“, auch weil der Kontakt der Polizeischule zu heimischen Vereinen und der EUFH sehr gut gewesen sei. Auch Landrat Werner Stump bedauert den „Verlust für den Rhein-Erft-Kreis“. Deutlichere Worte findet der FDP-Landtagsabgeordnete Horst Engel. „Diese Entscheidung ist eine Katastrophe, der inneren Sicherheit wird ein Bärendienst erwiesen“, sagt Engel. Michael Mertens, GdP-Vorsitzender im Rhein-Erft-Kreis, übt ebenfalls massive Kritik. „Das gesamte Rheinland wird vernachlässigt, wenn es hier demnächst keine einzige Ausbildungseinrichtung mehr gibt. Das ist nicht weitsichtig.“

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