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EröffnungAcht Jahre für 15 mal 30 Meter: Sechtem eröffnet Bolzplatz

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Der neue Bolzplatz wurde eröffnet.

Nach acht Jahren Planung und Kosten von rund 370.000 Euro können Jugendliche in Bornheim-Sechtem nun kicken.

Er wirkt wie ein riesiger Käfig mitten auf dem Feld: der neue Bolzplatz am Ortsrand von Sechtem. Sechs Meter hoch sind die Ballfangzäune, die die 15 mal 30 Meter große Kunstrasenfläche umgeben. Die Höhe war eine Auflage der Deutschen Bahn, da der Platz nur wenige Meter von den Bahnhofsgleisen entfernt liegt. So sollen Bälle nicht in den Zugverkehr geraten und die Jugendlichen geschützt werden.

Bornheims Bürgermeister Christian Mandt (CDU) und Sechtems Ortsvorsteher Rainer Züge (SPD) zerschnitten am Montagnachmittag offiziell das Flatterband und machten den ersten Anstoß, bevor Jugendliche des Fußballvereins Salia Sechtem und der Sportgemeinschaft (SG) Sechtem den Platz freudig in Beschlag nahmen. Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung und der Baufirma waren ebenfalls gekommen.

Acht Jahre bis zur Eröffnung

Es dauerte acht Jahre von den ersten Ideen bis zur Eröffnung. Ursprünglich sollte der Platz bereits 2023 fertig sein. Sechtem hatte seit 2012 einen Bolzplatz hinter dem Spielplatz an der Berner Straße, wo heute der Feuerwehrspielplatz liegt. Züge erinnerte an die Initiatoren: Der damalige Ortsvorsteher Dieter Paschmanns (SPD) und die früheren Ratsmitglieder Uwe Kuhnert (CDU) und Hans-Martin Siebert (FDP) hatten Sponsoren und Spender gewonnen, um Jugendlichen einen Treffpunkt zu ermöglichen. Doch die Anwohner störten sich am Lärm. Zudem waren die Ballfangzäune zu niedrig, sodass Bälle in die Nachbargärten gelangten. Schließlich klagte eine Anwohnerin erfolgreich. „Das bedeutete das Ende des schönen Bolzplatzes“, bedauerte Züge.

Lange Suche nach einem neuen Standort

2018 beantragten CDU und SPD einen neuen Standort. Fündig wurde die Stadt hinter der Park-and-Ride-Anlage an der Keldenicher Straße.

Die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern zogen sich hin. 2024 wurde ein Artenschutzgutachten in Auftrag gegeben, 2025 folgten Schutzmaßnahmen. Danach konnte ein Landschaftsarchitekt die Planung übernehmen.

Nach Klärung statischer Fragen wurde im vergangenen Dezember der Ballfangzaun bestellt. Lieferzeiten und ungünstige Witterung verzögerten die Arbeiten. Zum Schutz vor Vandalismus installierte die Stadt eine Videoüberwachung. Am 22. September waren die Hauptarbeiten abgeschlossen.

Christian Mandt und Rainer Züge.

Auf den verbleibenden Flächen wurde eine Blühwiesenmischung ausgesät. Die Feldahornbäume sollen im November gepflanzt werden.

Bewegungspark bleibt vorerst offen

Da das knapp 3000 Quadratmeter große Grundstück mehr Platz bietet, plante die Politik einen generationenübergreifenden Bewegungspark. Die Sechtemerin Cornelia Czaja hatte die Idee im Mai 2022 per Bürgerantrag eingebracht. Sie schlug einen Fitness- und Skaterparcours, eine Pumptrack-Anlage, Calisthenics-Elemente und Grünflächen vor. Auch eine Boulebahn war im Gespräch.

Die Mittel stehen noch im Doppelhaushalt 2027/2028. Ob sie angesichts der angespannten Finanzlage erhalten bleiben, bezweifelte Bürgermeister Mandt. Es handele sich um freiwillige Leistungen. Bislang investierte die Stadt rund 370.000 Euro in den Bolzplatz. Damit wurde das Projekt mehr als doppelt so teuer wie kalkuliert: 2022 war die Verwaltung noch von 150.000 Euro ausgegangen.

Kritik gab es darüber hinaus auch am Standort. Jugendliche müssen zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Keldenicher Straße queren.

Aus umliegenden Orten ist der neue Bolzplatz mangels Nahverkehrsanbindung schwer erreichbar. Zudem wurde vor möglichen Angsträumen auf dem Weg gewarnt, besonders in der dunklen Jahreszeit. Der Bolzplatz ist täglich bis 22 Uhr geöffnet. (fes)