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Keine Durchfahrt mehrAm Herseler Werth in Bornheim liegen die Jachten auf dem Trockenen

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Niedrigwasser am Herseler Rheinufer

Niedrigwasser am Herseler Rheinufer

Das Niedrigwasser am Rhein ist bei allen Anrainern zu sehen. Auch der Jachthafen am Herseler Werth liegt fast auf dem Trockenen.

Es ist eine bizarre Kulisse, die sich derzeit am Rheinufer zwischen Uedorf und Hersel den zahlreichen Spaziergängern und Radfahrern bietet. So manch einer bleibt stehen und zückt seine Handykamera: Die ellenlagen Kies- und Sandflächen sowie die schmale Flussrinne sind begehrte Fotomotive – faszinierend und bedrückend zugleich.

Flussinsel nur noch einen Steinwurf vom Ufer entfernt

Die monatelange Trocken- und Hitzeperiode macht sich auch am Bornheimer Rheinufer deutlich bemerkbar. Besonders extrem zeigt sie sich auf Höhe des Herseler Werths. Die Flussinsel ist plötzlich nur einen Steinwurf vom linksrheinischen Ufer entfernt, Schiffe können das schmale Rinnsal nicht mehr passieren.

Der Wasserstand wirkt extrem niedrig, der Blick auf den Flussgrund ist klar, die Distanz scheint so gering, dass man mühelos zu Fuß auf die Insel gelangen könnte. Unabhängig von der lebensgefährlichen Strömung warnen mehrere Hinweisschilder ausdrücklich davor, das Herseler Werth zu betreten. Seit 1993 ist die Rheininsel als Naturschutzgebiet ausgewiesen und darf keinesfalls betreten werden. Durchgehend mit Pappeln bepflanzt, bietet sie bis zu hundert Vogel- und Insektenarten einen natürlichen Schutzraum.

Historisch niedriger Pegelstand zwischen Köln und Bonn

Auswirkungen hat das Niedrigwasser auch für die Jachten und Boote, die im Herseler Hafen vor Anker liegen – sie liegen buchstäblich auf dem Trockenen. Derzeit liegt der historisch niedrige Pegelstand zwischen Köln und Bonn bei unter 60 bis maximal 70 Zentimetern.

Zum Vergleich: Im Mai 2011 wurde bei einer Niedrigwasserphase ein Pegel von 145 Zentimetern gemessen, im September 2003 waren es nach einer längeren Trockenperiode laut dem Internetportal Uedorf.de 91 Zentimeter. Laut der Hochwasservorhersagezentrale liegt der mittlere Wasserstand, also der Normalwert, des Rheins am Pegel Bonn bei 290 Zentimetern. Entspannung ist nicht in Sicht. Die Wetterdienste prognostizieren bis zum Wochenende eine neue Hitzewelle.