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PrüfstandFachplanungsbüro wil die Einbahnstraßenregelungen in Bornheim begutachten

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Die CDU-Fraktion beantragt eine neue Einbahnstraßenregelung in Hersel. Eng wird es auf der Vorgebirgsstraße.

Die CDU-Fraktion beantragt eine neue Einbahnstraßenregelung in Hersel. Eng wird es auf der Vorgebirgsstraße. 

Die prekären Verkehrsverhältnisse möchten die CDU-Politiker in den der drei Bornheimer Rheinorte Hersel, Uedorf und Widdig gerne ändern.

Autofahrer, die in Hersel von der Moselstraße kommend nach links in die Rheinstraße wollen, müssen sich möglichst langsam an den Kreuzungsbereich heranpirschen, die Sicht nach rechts ist eingeschränkt, wenn dann noch Busse oder „Elterntaxis“ die Ursulinenschule und die Grundschule ansteuern, kommt es dort häufig zu problematischen Situationen.

Die Stadt will nun die Überlegungen einer „konzeptionellen Prüfung“

Nicht zuletzt auch, weil die Moselstraße eine wichtige Straße in dem Rheinort ist, da sich dort eine Apotheke, Ärzte und der Edeka-Markt befinden. Auch der Kreuzungsbereich Gartenstraße/Mertensgasse, dort befindet sich die Dreieinigkeitskirche der Evangelischen Emmaus-Gemeinde, ist nur schwer einsehbar und richtig eng wird es auf der schmalen Vorgebirgsstraße, die ebenfalls auf die Gartenstraße mündet.

Diese prekären Verkehrsverhältnisse möchten die CDU-Politiker der drei Bornheimer Rheinorte Hersel, Uedorf und Widdig gerne ändern und haben beantragt, die Einbahnstraßenregelungen im Herseler Ortskern zu ändern und auszuweiten.

CDU wies schon 2020 auf Probleme im Begegnungsverkehr hin

Die Stadt will nun die Überlegungen einer „konzeptionellen Prüfung“ unterziehen – dafür wird -nach entsprechendem einstimmigem Beschluss im Verkehrs- und Mobilitätsausschuss ein externes Fachplanungsbüro beauftragt, das später die Ergebnisse in dem Fachgremium vorstellen soll.

Das fordert die CDU: Neu sind die Anregungen der CDU nicht. Bereits 2020 wiesen die Lokalpolitiker darauf hin, dass es in Hersel zu erheblichen Problemen im Begegnungsverkehr, sowohl auf der Rheinstraße, als auch auf der Gartenstraße komme: „Aufgrund der Vielzahl parkender Fahrzeuge entlang beider Straßen ist ein reibungsloses Passieren entgegenkommender Fahrzeuge vielfach nicht mehr möglich“, schreiben die Antragsteller.

Einbahnstraßenabschnitt soll verlängert werden

Eng und gefährlich werde es vor allem, wenn Eltern zur Herseler Werth-Schule oder zur Ursulinenschule fahren, um ihre Kinder zu bringen und abzuholen. Zusätzliche Probleme entstünden, sobald auch noch Busse, größere Fahrzeuge, zum Beispiel Lkw, die den Edeka-Markt beliefern, oder Müllautos, diese Straßen befahren.

Sorge bereitet den CDU-Politikern vor allem, dass es an diesen Engstellen bei Feuerwehr- und Rettungseinsätzen zu gravierenden Problemen kommen könnte: „Im schlimmsten Fall wären Menschenleben in Gefahr.“ Daher scheint aus Sicht der CDU eine Ausweitung der bereits bestehenden Einbahnstraßenregelungen geeignet – auch, um Schlimmeres zu verhindern.

Einbahnstraßenabschnitt soll verlängert werden

Konkret schlägt die Fraktion vor, den vorhandenen Einbahnstraßenabschnitt der Rheinstraße, beginnend zwischen Nahestraße/Clarenweg bis Moselstraße in nördlicher Richtung bis auf Höhe Rheinstraße 245 zu verlängern. Der Einbahnstraßenabschnitt der Gartenstraße zwischen Mertensgasse und Vorgebirgsstraße soll, bei gleichbleibender Richtung, auf den Bereich zwischen Marienstraße und Nahestraße ausgeweitet werden.

Diese Vorschläge hätten laut der CDU keinen Einfluss auf die nördliche Sackgasse der Rheinstraße, die weiterhin aus beiden Fahrtrichtungen über die Richard-Piel-Straße problemlos erreichbar bleibe. Da die Bereiche Richard-Piel-Straße sowie Gillesweg bis zur Marienstraße ausgespart werden, werde zudem sicher gestellt, dass die Domhofstraße einschließlich des Parkplatzes der Rheinhalle weiterhin aus allen Richtungen ohne Einschränkungen angefahren werden könnten.

Diese Maßnahmen sollen zunächst für ein Jahr befristet getestet und danach evaluiert werden. Auf der gesamten Strecke sollen die Einbahnstraßen für den Radverkehr offenbleiben und, wo möglich, ein Fahrradweg angelegt und eingezeichnet werden.

Stadt lehnt Änderung ab

Das meint die Stadt: Aus Sicht der Stadt ist eine Änderung der Einbahnstraßenregelungen nicht nötig. Von Rettungsdiensten, Feuerwehr oder Verkehrsunternehmen der RSAG lägen bislang keine Meldungen über gefährliche Situationen vor. Die beantragten Maßnahmen würden demnach eher dafür sorgen, dass der Verkehr leichter durch den Ortskern fließe – nicht aber dafür, dass die Verkehrssicherheit erhöht werde. Einbahnstraßen würden „grundsätzlich“ eine Verlängerung von Verkehrswegen bedeuten, was aus Klimaschutzgründen nicht förderlich sei.

Darüber hinaus sei eine Änderung mit erheblichen Auswirkungen auf die bestehende Verkehrssituation verbunden, da davon nicht nur die Rheinstraße und die Gartenstraße sondern auch die Nebenstraßen betroffen wären. Zudem möchte die Stadt vermeiden, dass Autofahrer verleitet werden, Anliegerstraßen für den Durchgangsverkehr zu nutzen. Daher kam die Verwaltung zu dem Schluss, dass die genannten Punkte umfangreich überprüft werden müssten.

Aus dem Rathaus räumt man immerhin ein, dass es zu Problemen mit sogenannten „Elterntaxis“ komme. Hier könne man nachhaltige Lösungen erarbeiten. Sinnvoll, für die Entspannung der Verkehrssituation wäre beispielsweise die Einrichtung von alternierenden Parktaschen oder Baumpflanzungen.

Da die Stadt derzeit ein Mobilitätskonzept erarbeite, könnten die Anregungen der CDU darin aufgegriffen werden. Auch gelte es, Polizei und Feuerwehr einzubinden um nachzufragen, wie sich eine Änderung der Verkehrsführung auf deren Einsatzwege und –zeiten auswirken würde. Ebenfalls müssten die Verkehrsunternehmen, Schulen und natürlich auch die Bürgerschaft mit eingebunden werden. Da die Stadt dies aufgrund ihrer personellen Ressourcen nicht selbst stemmen könne, soll nun dafür ein externes Fachplanungsbüro beauftragt werden.