Die Schülerzahl in der Schule mit Förderschwerpunkt Lernen ist in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich angestiegen.
Marode TurnhalleDie Verbundschule in Uedorf platz aus allen Nähten

Die Verbundschule in Uedorf hat derzeit 222 Schülerinnen und Schüler.
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Keine Entspannung bei den Schülerzahlen, im Gegenteil: Die Bornheimer Verbundschule, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen in Trägerschaft der Stadt Bornheim, platzt aus allen Nähten. Das ist bereits seit 2020 bekannt. In den vergangenen fünf Jahren ist die Schülerzahl von 173 auf aktuell 222 gestiegen, die Anzahl der Klassen ist von 11 auf 12 gewachsen. Jetzt endlich kommt Bewegung in die Sache: 14 Millionen Euro sollen in die Planungen für den Doppelhaushalt 2027/2028 für den Ausbau sowie den Abriss und den Neubau der maroden Turnhalle eingepreist werden.
Benötigt werden Fachräume
Diese Zahlen wurden in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses vorgestellt. Davon entfallen 4,5 Millionen Euro auf den Erweiterungsbau, sechs Millionen auf die Turnhalle und 3,5 Millionen auf weitere Nebenkosten. Schulleiter André Decker sprach von „einem wichtigen Signal für unsere Schüler, Eltern und das Kollegium nach Jahren des Stillstandes.“
Geplant sind zwei zusätzlich erforderliche OGS-Räume, dies auch vor dem Hintergrund, dass seit diesem Jahr ein Rechtsanspruch für die Offene Ganztagsbetreuung besteht. Benötigt werden weitere Fachräume sowie die Erweiterung des Lehrerzimmers und der Toilettenanlagen. Auch eine Mensa soll geschaffen werden. Die marode Turnhalle aus den 1960er Jahren muss dringend abgerissen und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Die neue Sportstätte wird wie bislang die alte Halle nicht nur von der Schule, sondern auch von den lokalen Vereinen genutzt.
Kapazität reicht nicht mehr aus
In Uedorf werden auch Kinder aus den umliegenden Kommunen des linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreises (RSK) beschult, allerdings reichen die Kapazitäten schon jetzt nicht aus und werden auch künftig nicht ausreichen, um alle Anfragen zu bedienen, heißt es von der Stadt. Laut André Decker wären „rein rechnerisch“ für das linksrheinische Kreisgebiet sogar 245 Schulplätze erforderlich (siehe Kasten).
Daher spiegele das 2021 erarbeitete und 2023 spezifizierte Raumangebot die aktuelle Situation „nicht vollständig zufriedenstellend wider.“ Zudem sei es illusorisch zu glauben, dass eine weitere linksrheinische Kommune sich auf den Weg machen würde, eine neue Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen zu gründen.
Decker trägt zwar das vorgestellte Raumkonzept als Kompromiss mit, eine „dringend notwendige Verbesserung“ sollte aber im Sinne der Förderung der Kinder und zum Wohle des Personals noch einmal überarbeitet werden: „Es handelt sich hierbei eindeutig um kein Wunschkonzert der Schule.“
Bislang mussten Kinder abgewiesen werden
An den beschlossenen Mehrbedarfen von zwei Räumen mit jeweils 72 Quadratmetern ändere sich laut Decker nichts. Sinnvoller als ein großer zusätzlicher Raum wären allerdings kleine Differenzierungsräume, um große Klassen entzerren und äußere Differenzierungen anbieten zu können. Letztendlich appellierte der Schulleiter noch an die Verwaltung: „Halten Sie an der zügigen und wirtschaftlichen Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen fest, schaffen Sie den dringend benötigten Raum zum Wohle aller Beteiligten.“ Bislang musste noch kein Kind aus dem Linksrheinischen abgewiesen werden. Decker hofft, dass dies auch so bleiben wird.
Diesem Aufruf schlossen sich auch die CDU-Fraktion und Uedorfs Ortsvorsteher Bernd Marx (CDU) an: „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Wir müssen jetzt handeln, bevor die Situation vor Ort sich verschärft.“ Die Christdemokraten fordern allerdings auch eine stärkere finanzielle Beteiligung der umliegenden Kommunen: „Die Verbundschule erfüllt eine zentrale Funktion für das gesamte linksrheinische Kreisgebiet.
Diese Verantwortung muss auch gemeinsam getragen werden. Es kann nicht sein, dass alle profitieren und Bornheim allein die Kosten trägt“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Lutz Wehrend im Schulausschuss.
