Die beiden Goldenen Bücher der Stadt Bornheim sind eine wahre Fundgrube: Viele Promis haben sich eingetragen, manche hinterließen schöne Zitate.
„Immer Butter bei die Fische“Was man in Bornheims Goldenen Büchern findet

Die Ex-First Lady Nancy Reagan und Bundespräsidenten-Gattin Veronika Carstens trugen sich 1982 ein.
Copyright: Jacqueline Rasch
Schon der Einband trägt dem Namen Goldenes Buch Rechnung – weiß, marmoriert, mit dezenten goldenen Streifen. Prominente wie die niederländische Königin Beatrix oder die ehemalige First Lady Nancy Reagan haben ihre Unterschriften auf dem Büttenpapier hinterlassen, als sie in Bornheim zu Gast waren. 1971, als das alte Bürgermeisteramt durch das heutige Rathaus in Roisdorf ersetzt wurde, begann die Tradition des Goldenen Buches. Mittlerweile ist das erste Exemplar Teil des Stadtarchivs, des Gedächtnisses der Stadt, das Nachfolgebuch ab 1988 ist auch schon gefüllt, das dritte bestellt. Ein Blick hinein.
Was gleich auffällt: Früher war es üblich, wirklich nur seine Signatur zu hinterlassen, heute dagegen werden auch gerne ganz persönliche Eindrücke und Grußworte formuliert. So füllen nur die Unterschriften derer, die bei der Einweihung des neuen Rathauses am 29. Januar 1971 dabei waren, mehrere Seiten. In messerscharfer Frakturschrift steht das Ereignis stets auf der linken Seite, die Gäste unterschreiben rechts. Fortan werden Tollitäten, Schulbeste, Mannschaften und Einzelsportler mit einem Eintrag geehrt. Im April 1972 steht die Eröffnung der Gemeindehauptbücherei Bornheim an und ist eine Seite wert, der Leiter der Ständigen Vertretung der DDR, Minister Dr. Michael Kohl, kommt im August 1974 vorbei.
Zeugnisse der Stadtentwicklung
Die Einträge sind auch Zeugnis der Stadtentwicklung: Im April 1975 wird das Hallenfreizeitbad eröffnet, genau drei Jahre später das Schulzentrum Bornheim. 1979 übergibt die Stadt das ehemalige Hauptschulgebäude an der Wallrafstraße an die Musikschule. 1981 wird es international: Erst werden japanische Sportler begrüßt, dann israelische. 1982 ist auf jeden Fall in die Bornheimer Geschichte eingegangen als Jahr der Staatsgäste: Am 2. März wird der rote Teppich ausgerollt für Beatrix, die damalige Königin der Niederlande, und ihren Gatten Prinz Claus. Beide waren auf Staatsbesuch in Bonn und machten einen Abstecher nach Bornheim anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Deutsch-Niederländischen Freundschaftsvereins (DNFV), um die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu würdigen und die Zusammenarbeit zu feiern, insbesondere in der Region mit Bonn als damaliger Metropole. Beatrix, die erst zwei Jahre zuvor Königin geworden war, und ihr Mann hielten es royal-schlicht im Gästebuch, sie hinterließen nur ihre Vornamen.
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Am 2. März 1982 trug sich die noch junge Königin Beatrix der Niederlande ein.
Copyright: Jacqueline Rasch
Die Tinte war kaum trocken, da kündigte sich erneut hoher Besuch an. Nancy Reagan, die mit ihrem Mann Ronald, damals Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, auf Staatsbesuch in Bonn war, kam mit Veronica Carstens, der Gattin des Bundespräsidenten, vorbei. Der nicht unumstrittene US-Präsident Ronald Reagan war auf zehntägiger Europareise und im Zusammenhang mit der NATO-Ministerkonferenz am 9. und 10. Juni 1982 in Bonn. In der damaligen Bundeshauptstadt demonstrierten zur selben Zeit rund 200.000 Menschen unter dem Motto „Aufstehen für den Frieden“.
Deutlich weniger dramatische Begleitumstände hatte der Besuch der CDU/CSU-Fraktion im Juni 1984 in Bornheim. Sie ging im Gasthaus Dorfbrunnen Spargel essen. Im selben Jahr wurden auch Ulrike Denk aus Brenig und Jürgen Greil aus Merten zum Eintrag ins Goldene Buch eingeladen: Sie hatte am 100-Meter-Hürden Endlauf bei den Olympischen Spielen in Los Angeles teilgenommen, er war Weltmeister im Tandemfahren der Radfahrer. Ehemalige jüdische Mitbürger der Stadt Bornheim wurden am 2. September 1985 empfangen. Heinz Dahlmann, seinerzeit Bürgermeister von Bornheim, trug sich im Juni 1986 anlässlich seines 60. Geburtstags ein. Die letzte Würdigung galt der Gedenkfeier zum „50. Jahrestag der Reichskristallnacht“ am 13. November 1988 – dann war das erste Buch voll.
Würdigung von Günter Lamprecht
„Es ist interessant, wie sich das neue Selbstverständnis der Stadt begründet hat, das sich in den Büchern niederschlägt“, sagt Stadtarchivar Dr. Simon Oelgemöller. Buch Nummer zwei, das schon mit Gästebuch betitelt wird, hat dieselbe edle, weiß-goldene Optik, aber deutlich mehr lose eingelegte Blätter, Foto und Zeitungsausschnitte. Mancher Promi nutzte es für liebevolle Grußbotschaften, so wie der Charakterdarsteller Günter Lamprecht. Der gebürtige Berliner und seine Partnerin Claudia Amm hatten sich Schloss Rösberg als Wahlheimat ausgesucht. Er schrieb anlässlich eines Empfangs zu seinem 80. Geburtstag: „Nach lebenslanger beruflicher ,Wanderschaft' sind wir im Mai 1998 in Rösberg angekommen und haben im Vorgebirge ein neues Zuhause gefunden. Da gibt es noch eine intakte, wunderbare Natur, angenehme Mitmenschen und einen großartigen Bürgermeister. Heute nehme ich hier im Rathaus meine Glückwünsche entgegen. Wir haben viele Ideen gehabt und Verabredungen für die kommenden Monate getroffen. Ein schöner Tag in Bornheim!“ Das war am 4. März 2010. Lamprecht, der sich auch stark im Landschaftsschutzverein Vorgebirge engagiert hatte, starb 2022.
Tim Mälzer macht's kurz
Gleich zweimal hat sich der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul eingetragen, einmal als Schirmherr des von Dominik Pinsdorf initiierten Aktionsbündnisses „Jugend trifft auf Blaulicht – Gemeinsam als Team“ und jüngst bei der Vorstellung seines aktuellen Buches am 22. Dezember 2025. Starkoch Tim Mälzer, der 2010 in der Europaschule mit der damaligen Bundesernährungsministerin Ilse Aigner eine neue Schulküche eröffnet und damit den bundesweiten Wettbewerb „Küchen für Deutschlands Schulen“ gestartet hatte, machte es kurz im Goldenen Buch. Mit ausladender Schrift heißt sein Gruß aus der Küche: „Und nicht vergessen, immer Butter bei die Fische!“
