Abo

Kölner HaieSchlechte Nachrichten für die Konkurrenz

3 min
Die Kölner Haie feiern ihren Siegtorschützen Gregor MacLeod (Mitte).

Die Kölner Haie feiern ihren Siegtorschützen Gregor MacLeod (Mitte).

Die Kölner Haie haben mit dem 1:0 in München nicht nur ihren ersten Hauptrundensieg seit 2000 in der Deutschen Eishockey Liga klargemacht, sondern auch ihren Status als Topfavorit auf den deutschen Meistertitel unterstrichen.

Die Kölner Haie werden den 1. März 2026 in sehr guter Erinnerung behalten und das in mehrfacher Hinsicht. Das 1:0 beim EHC RB München bedeutete nicht nur den ersten Sieg gegen die Roten Bullen in der Saison 2025/26 der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und den dritten Dreier in der dritten Partie nach der vierwöchigen Olympiapause. Der achtfache deutsche Meister, der seit 2002 auf einen Titel wartet, sicherte sich auch erstmals seit 26 Jahren wieder den Hauptrundensieg. Die Haie sind nach 47 von 52 Spieltagen mit 110 Punkten und 18 Zählern Vorsprung auf die zweitplatzierten Adler Mannheim nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen.

Das bedeutet einerseits, dass das Team von Trainer Kari Jalonen inklusive einer möglichen Playoff-Finalserie Heimrecht genießt und anderseits erstmals seit der Saison 2014/15 wieder für die Champions Hockey League qualifiziert ist. Im Jahr, als die europäische Königsklasse des Eishockeys aus der Taufe gehoben wurde, spielten die Haie nach der bitteren Finalniederlage gegen den ERC Ingolstadt gegen HC Kosice (Slowakei), BiliTygri Liberec (Tschechien) und Oulun Kärpat (Finnland).

Das Team des damaligen Trainers Uwe Krupp schied nach nur zwei Siegen aus den sechs Gruppenspielen vorzeitig aus. Der erste deutsche Stanley-Cup-Sieger verlor unmittelbar nach der Ankunft im Anschluss an die 3:4-Niederlage im letzten Gruppenspiel in Kosice mitten in der Nacht seinen Job. Ein unvergessener Moment.

Nach der langen Pause war es für die Spieler sehr anstrengend, gleich drei Spiele in einer Woche zu absolvieren.
Kari Jalonen, Chefcoach Kölner Haie

Zwölf Jahre später sieht die Welt der Haie gänzlich anders aus. Der hart erkämpfte 1:0-Erfolg bei starken und noch ersatzgeschwächten Münchnern war ein Beleg dafür, dass die Kölner in der Olympiapause weder an Spielrhythmus und Selbstbewusstsein noch an Zusammenhalt verloren haben. „Nach der langen Pause war es für die Spieler sehr anstrengend, gleich drei Spiele in einer Woche zu absolvieren“, erklärte Kari Jalonen die Problematik und konnte nach dem 7:2 gegen Dresden und dem 6:3 gegen Ingolstadt erneut stolz auf sein Team sein.

Auch, weil der KEC nach zwei starken Offensivleistungen zuhause vor 10.796 Zuschauern im ausverkauften SAP-Garden seine defensiven Qualitäten demonstrierte. Vor dem wieder einmal überragenden Janne Juvonen im Tor, der zum fünften Mal in 29 Einsätzen ohne Gegentor blieb, verteidigten die Haie mit Leidenschaft und hoher Intensität. Die Gäste überstanden 9:08 Minuten in Unterzahl, zweimal sogar mit zwei Spielern weniger auf dem Eis. „Unser Unterzahlspiel war sehr gut“, lobte Verteidiger Jan-Luca Sennhenn, während Coach Jalonen die vielen Strafzeiten seines Teams natürlich missfielen.

Am Mittwoch Heimspiel gegen Augsburg

Am Ende reichte ein Geniestreich von Gregor MacLeod in der 35. Minute, um auch den Münchnern nach zuvor drei Hauptrundenniederlagen in einem Duell mit Playoff-Charakter klarzumachen, dass der Weg zum Titel in diesem Jahr wohl nur über die Kölner Haie führt.

Im Endspurt der Hauptrunde geht es im Zwei-Tages-Rhythmus weiter und für den KEC noch darum, den Hauptrunden-Rekord von 116 Punkten nach 52 Spielen der Adler Mannheim aus dem Jahr 2019 zu brechen. Gewinnen die Haie am Mittwoch (19.30 Uhr/MagentaSport) ihr Heimspiel in der erneut ausverkauften Lanxess-Arena gegen die Augsburg Panther, fehlen ihnen dazu nur noch vier Zähler. „Es ist eines unserer Mottos: Wir sind nie zufrieden, es gibt immer Dinge, die wir besser machen können“, sagte Stürmer Parker Tuomie in München und blickte nach vorne: „Wir haben noch sehr gute Gegner vor den Playoffs, das wollen wir nutzen.“ Schlechte Nachrichten für die Konkurrenz in der DEL.