Michael Sachse stellt zwei neue Restaurants vor: Im Glücksbissen gibt es Teiggerichte aus China und das Fen bietet Sushi am Rande der Altstadt.
Gastro-SzeneFernöstliche Genüsse im Bonner Norden

Essen soll glücklich machen: Das neue Restaurant von Yongliang Wu heißt Glücksbissen und serviert chinesische Nudelgerichte.
Copyright: Meike Böschemeyer
Die chinesische Küche hat weitaus mehr zu bieten als Frühlingsrollen, Peking-Ente oder Schweinefleisch süß-sauer. Für eine weitere Facette landestypischer Spezialitäten stehen Teiggerichte. Nudeln werden in China auf unterschiedliche Weise geformt und zubereitet. Manche werden gefüllt, andere erinnern an Bandnudeln.
Vor allem im Norden Chinas gehören Nudelgerichte traditionell zur alltäglichen Kost. Längst jedoch sind Baozi, Jiaozi und Co. im gesamten Land verbreitet und beliebt. Jetzt gibt es auch in Bonn eine Anlaufstelle für Teiggerichte. Verantwortlich ist Yongliang Wu. Er kam vor etwa einem Jahrzehnt aus seiner Heimat Shanghai nach Deutschland. Seit etwas mehr als einem Jahr betreibt er auf der Poppelsdorfer Gastromeile das „Suppen Bowl Malateng“.
Glücksbissen ist Yongliang Wus zweites Lokal in Bonn
Nun hat er nördlich des Bonner Zentrums ein zweites Lokal eröffnet. Es heißt Glücksbissen. „Essen soll glücklich machen, und das gilt insbesondere für den Verzehr von chinesischen Nudelgerichten “, erklärt er den originellen Namen seines Restaurants. Damit seine Gäste das Lokal auch wirklich glücklich verlassen, wird hinter der Theke emsig Teig gerollt und geformt. Als Standort hat Wu sich für die Räumlichkeiten der früheren Kneipe „Limes“ auf der Theaterstraße gegenüber dem innerstädtischen Finanzamt entschieden. Diese hat er zunächst über vier Monate gründlich renoviert.
Wo früher die Theke des Limes war, steht nun eine halboffene Küche. Die Gäste sitzen auf hellen Bänken und Rattanstühlen. „Ich habe vor allem viel dunkles Holz aus der früheren Kneipe entfernt und eine Trockenbauwand eingezogen“, verrät Yongliang Wu. Über zwei Räume verteilen sich insgesamt 42 Sitzplätze. Für das Frühjahr hofft der Gastgeber, weitere Tische und Stühle auf der gegenüberliegenden Straßenseite aufbauen zu können. Die Speisen lassen sich über das Mobiltelefon am Tisch bestellen. Dafür scannen die Gäste erst den QR-Code und erhalten darüber die Speisekarte.

Längst sind Baozi, Jiaozi und Co. nicht mehr nur im Norden Chinas beliebt.
Copyright: Meike Böschemeyer
Die Vorspeisen wie gebratene Hähnchenspieße (4,90 Euro), Frühlingsrolle (3,90 Euro) oder Edamame (5,90 Euro) unterscheiden sich kaum vom Angebot anderer chinesischer Restaurants. Das ändert sich mit den Nudeln. Weizennudeln werden zum Beispiel mit Sesampaste und Gurke (8,80 Euro) oder Tomaten und Eiern (11,80 Euro) kombiniert. BlangBlang-Nudeln sind Weizennudeln mit Chiliöl, Knoblauch und Frühlingszwiebeln (8,80 Euro).
Die gefüllten Baozi sind rund und werden mit Hefeteig hergestellt. Als Füllung gibt es die Baozi mit geschmortem Rindfleisch (2 Euro), roter Bohnenpaste (2,50 Euro) oder Gemüse-Tofu (2 Euro). Jiaozi heißen die chinesischen Dumplings, die etwa mit Zucchini und Ei, Hähnchen und Mais oder Schweinefleisch und Chinakohl (je 6 Stück für 6,90 Euro) gefüllt werden.
Xianbing sind Teigfladen, die als Variationen mit Karotte und Kartoffel oder Rindfleisch und Zwiebel (je 2,50 Euro) kombiniert werden. Beliebt ist zudem Hühnersuppe mit Wantan, getoppt mit Hähnchen und Mais (11 Euro) oder Garnelen und Karotten (13 Euro). Zum Dessert empfiehlt Wu Mochi oder Sesamkugeln (4 Stück für jeweils 5 Euro). Das Getränkesortiment umfasst Jasmintee und Sake, verzichtet aber nicht auf deutsche Weißweine und Flaschenbiere.
Glücksbissen, Theaterstraße 2 (Ecke Kölnstraße), 53111 Bonn, Telefon (01 62) 6 72 66 66, montags bis donnerstags 11.30 bis 15.30 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr, freitags und samstags 11.30 bis 22 Uhr
Sushi am Rande der Altstadt
Etwa einen Kilometer weiter nördlich hat das japanische Restaurant Fen eröffnet. Verantwortlich ist Van Do Nguyen. Der Gastgeber hat zuvor in verschiedenen japanischen und vietnamesischen Restaurants in seiner früheren Wahlheimat Berlin Erfahrungen sammeln können. Jetzt ist er nach Bonn gezogen und leitet erstmals ein eigenes Restaurant. Damit bereichert er die Stadt um eine weitere Anlaufstelle für Sushi.
Nguyen hat den länglich geschnittenen Gastraum mit 100 Sitzplätzen komplett renoviert. Dabei wurde die Küche versetzt. Die Wände sind in einem anthrazitfarbenen Ton gestrichen. Helle Holztische und -bänke sowie rote und weiße Lampions mit japanischen Schriftzeichen bestimmen das Ambiente. Der Garten soll in Kürze so hergerichtet werden, dass hier weitere Gäste Platz nehmen können.

In der Kölnstraße hat das japanische Restaurant Fen eröffnet.
Copyright: Meike Böschemeyer
Aktuell fokussiert sich das Angebot auf Sushi, Udon Nudelgerichte und Currys. Die Sushi Varianten unterscheiden sich in Special Rolls (ab 13,90 Euro), Maki (6,90 bis 9,20 Euro) und Nigiri (ab 2,40 Euro). Nguyen bereitet zudem Bento. Das sind Lunchboxen, in denen verschiedene Zutaten zu einer Mahlzeit arrangiert werden. Ein Beispiel ist Sashimi Bento (15,90 Euro) mit gebratenem und rohem Lachs, Thunfisch-Sashimi sowie Salat mit Miso-Dressing.
Abgerundet wird das Speiseangebot von Gerichten wie Chicken Udon Nudeln (14,90 Euro) oder Tofu Curry (12,90 Euro) sowie von Suppen und Salaten. Zwischen 11.30 und 17 Uhr gibt es zudem sechs günstige Mittagsofferten wie gebratene Nudeln mit Gemüse für 6,90 Euro oder jeweils sechs Stück Avocado Maki, Gurken Maki und Shitake Maki plus drei Stück Shake Nigiri für 11,90 Euro.
Fen, Kölnstaße 191, 53111 Bonn, Telefon (01 52) 07 44 60 06, montags bis freitags 11 bis 21.30 Uhr, samstags 12 bis 22 Uhr und sonntags 16 bis 21.30 Uhr

