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Ausschuss sucht SparmöglichkeitenMeckenheim setzt auf „Halbnacht“-Straßenbeleuchtung

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Gebäude wie die Pfarrkirche werden  nicht mehr angestrahlt.

Meckenheim – Selbst beim Neubau der Trinkwasserleitung in der Ortsdurchfahrt von Altendorf-Ersdorf schlägt die allgemeine Preissteigerung voll durch: Hatte die Verwaltung für die mehrere hundert Meter lange Leitung, die Unterquerung des Altendorfer Baches und 55 neue Hausanschlüsse bisher rund 278.000 Euro veranschlagt, so muss sie jetzt wohl mit Mehrkosten von rund 45 Prozent rechnen. Also mit mehr als 400.000 Euro. Das hat die Verwaltung dem Werksausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend mitgeteilt. Dennoch sind die beiden Ortsvorsteher von Altendorf und Ersdorf, Ferdinand Koll und Otmar Soukup, erstmal froh, dass es mit der Maßnahme nach zwei Jahren Stillstand überhaupt vorangeht, schließlich geht mit ihr die lange geforderte Gehwegverbreiterung in der Ortsdurchfahrt einher.

Ortsdurchfahrt

Noch im Juli hatten die beiden Ortsvorsteher Soukup und Koll moniert, dass im Doppelort Altendorf-Ersdorf nichts weitergeht mit der Verkehrssicherung und hatten die Maßnahmen, insbesondere die Verbreiterung der Gehwege, angemahnt. Wie sich heraustellte, fehlten zu diesem Zeitpunkt Verwaltungsvereinbarungen zwischen der Stadt Meckenheim und dem Landesbetrieb Straßen.NRW. „Ja, die fehlenden Vereinbarungen liegen vor. Es kann weitergehen,“ teilte Otmar Soukup jetzt auf Anfrage mit.

Trinkwasserleitung

Vom Abzweig Unterdorfstraße wird die neue Leitung in der Rheinbacher Straße und der Ahrstraße bis zum Krötenpfuhl verlegt. Dabei müssen der Altendorfer Bach auf einer Länge von rund 60 Metern untergequert und alle Hausanschlüsse erneuert werden. „Es ist dennoch eine Maßnahme, die dringend angeraten ist. Wir müssen alle mit den Kostensteigerungen leben“, erklärte Pia Maria Gietz, Kämmerin und 2. Betriebsleiterin der Stadtwerke Meckenheim. Hier gehe es um die Trinkwasserversorgung und die Verkehrssicherheit. Bei allen Projekten müsse die Stadt jetzt mit erheblichen Mehrkosten rechnen. Das Planungsbüro habe außerdem die Vorgabe, die Kosten zu minimieren. Der Ausschuss stimmte zu, der Auftrag soll noch im Jahresverlauf ausgeschrieben werden, Baubeginn soll wenn möglich 2023 sein.

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Wo kann gespart werden?

Angesichts der extremen Energiekosten – wo kann im Bereich der Stadtwerke gespart werden? Halbnacht nennt die Stadt die neue Art der Straßenbeleuchtung, wenn eins der beiden in den neuen Straßenlampen enthaltenen Leuchtmitteln abgeschaltet bleibt. Bis 2025 sollen alle 3000 Lampen im Stadtgebiet auf die deutlich günstigeren LED-Leuchten umgestellt werden und damit von bisher 27 auf 12 Watt. Bis dahin lässt sich aber der Verbrauch auch schon kräftig reduzieren: Bei 4200 Leuchtstunden spart die Stadt nach eigenen Berechnungen rund 21.000 Kilowattstunden pro Jahr. Hervorgegangen war diese Maßgabe aus dem neu gebildeten Stab für außergewöhnliche Ereignisse. Öffentliche Gebäude wie Rathaus oder Jungholzhalle werden schon nicht mehr angestrahlt. Auf dem Prüfstand steht jetzt auch die Weihnachtsbeleuchtung und damit auch die fast 90 beleuchteten Weihnachtsbäumchen, mit denen die Altstadt dekoriert wird.

Merler Ring

Zügig voran gehen Neubau und Sanierung der Trinkwasserleitung am Merler Ring. 280 Meter sind ab Godesberger Straße bereits verlegt, Anfang dieser Woche wurde mit dem zweiten Bauabschnitt bis zum Erlenhof begonnen. Mit gut acht Wochen Bauzeit rechnet die Stadt.