Konsequenzen aus der Situation im Erzbistum KölnRheinbacher Pastoralreferent reicht Kündigung ein

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Rheinbach Tiersegnung auf Gut Waldau durch Simon Beranek

Auf Gut Waldau hatte Simon Beranek Tiere gesegnet.

Simon Beranek zieht Konsequenzen aus der Situation im Erzbistum Köln. Erst im September war er vom Assistenten zum Pastoralreferenten der Kirchengemeinde St. Martin in Rheinbach aufgestiegen.

Gestern hat Simon Beranek Gemeindemitglieder und Wegbegleiter der Kirchengemeinde St. Martin in Rheinbach darüber informiert, dass er zum 31. August beim Generalvikariat seine Kündigung einreichen werde. Er wolle „die Segel anders setzen“. Als er im Frühjahr 2019 sein Studium beendet und in den Pastoralen Dienst gestartet ist, sei er voller Tatendrang, voller Ideen und Mut gewesen und habe für die Berufung „gebrannt“. In den vergangenen dreieinhalb Jahren sei aus dieser hell leuchtenden Flamme nur noch ein glimmender Docht geworden.

„Festgefahrene Situation“

Das liege an einer aus seiner Sicht „scheinbar festgefahrenen Situation im Erzbistum“. Er nehme viele Sorgen, viele begründete Vorbehalte und Vorwürfe gegenüber der Institution Kirche – gerade und besonders im Erzbistum Köln – wahr. „Ich kann es nur noch schwer ertragen, wie in unserem Erzbistum mit Krisensituationen, Anschuldigungen, Vorwürfen umgegangen wird“, schrieb er in dem Brief, der der Rundschau vorliegt. „Und auch das scheinbar kaum vorhandene Interesse am Synodalen Weg lässt mich nachdenklich und mutlos in die Zukunft blicken.“

Für seine Familie und ihn sind außerdem einige Voraussetzungen und Bedingungen, die der Beruf des Pastoralreferenten – gerade im Erzbistum Köln – mit sich bringe, nur noch schwer zu erfüllen. Während seiner Beauftragungsexerzitien im August sei er noch nicht sicher gewesen, ob er sich für das Erzbistum beauftragen lassen könne, habe es aber dann doch getan, da dieser Beruf alles für ihn bedeute und ihm die Menschen, die ihm anvertraut seien, am Herzen lägen.

„An anderem Ort weitermachen“

„Ich spürte und spüre ja nach wie vor meine Berufung, an der ich auch während der Beauftragungsexerzitien nicht zweifelte. Nach meiner Beauftragung hoffte ich, dass sich meine Sicht auf manche Dinge ändern würde. Das tat sie leider nicht.“ Dies alles habe ihn dazu bewogen, einen neuen Weg einzuschlagen. Er werde zwar aus dem Dienst des Erzbistums Köln, aber nicht aus dem Pastoralen Dienst generell ausscheiden: „Meinem ,Gerufen-Sein’ werde ich in jedem Falle weiter nachgehen – nur an anderem Ort.“ In Rheinbach will er mit dem Pastoralteam bis zum Sommer die Übergabe regeln.

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