Historischer KrimiAutorin Regine Brühl hat mit alten Plänen Bad Münstereifel erkundet

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Eine Frau steht auf einer Straße in Bad Münstereifel, im Hintergrund ist das Orchheimer Tor zu sehen.

Im Bad Münstereifel des 17. Jahrhunderts spielt das „Geheimnis der klingenden Messer“ von Regine Brühl.

„Das Geheimnis der klingenden Messer“: Regine Brühls neuer Krimi spielt in der Gegenwart und im Bad Münstereifel des 17. Jahrhunderts.

Auf eine Zeitreise nimmt die Autorin Regine Brühl die Leser in ihrem neuen Buch „Das Geheimnis der klingenden Messer“ mit. Nach „Fachwerkmord“ ist dies   ihr zweiter Band, der in Bad Münstereifel spielt. Nun ist die Autorin tief in die Geschichte der Kurstadt eingetaucht.

Vieles von dem, was Brühl in ihrem Buch verarbeitet, gibt es wirklich. Wie die klingenden Messer, die aus der Renaissance stammen und der Fachwelt tatsächlich Rätsel aufgeben. „Ich bin durch einen Artikel von Flora Dennis, Universität Sussex, darauf gestoßen“, berichtet Brühl.

Der Sinn der Messer aus dem 16. Jahrhundert ist unklar

Die englische Historikerin hatte darin versucht, den Sinn der Messer zu entschlüsseln. Vier Stück gibt es davon, auf die ein mehrstimmiges Stück eingraviert ist, jeweils die Notation für eine Stimme auf einem Messer. „Dennis hat vier Sänger zusammengeführt, die das Stück aufgeführt haben“, so die Autorin.

Ein kunstvoll gearbeitet Messer mit eingravierten Musik-Noten liegt auf einem Buch.

Die klingenden Messer, hier eine Replik der Notationsmesser, stellen Historiker immer noch vor Rätsel.

Die Geschichte habe sie so fasziniert, dass sie Dennis angeschrieben und um weitere Informationen gebeten habe. „Die Messer stammen aus dem Italien des 16. Jahrhundert“, so Brühl. Doch den tieferen Sinn habe auch die Professorin nicht entschlüsseln können.

Bad Münstereifeler Autorin schreibt intutiv

Dennoch erwuchs aus der Faszination für die Messer die Keimzelle ihres neuen Romans. „Ich habe einfach losgeschrieben“, erzählt Brühl. Sie schreibe intuitiv, sehe alles wie in einem Film vor sich: „Und am Ende passt alles zusammen, das ergibt sich, während ich schreibe.“

Mehrere alte Stadtpläne von Köln sind auf einem Tisch ausgebreitet.

Mit alten Stadtplänen hat Brühl gearbeitet, um auch das historische Köln wieder aufleben zu lassen.

Auch die Zeitsprünge aus der Gegenwart ihrer Protagonistin in die Vergangenheit seien spontan entstanden. „Ich wollte das Thema Reinkarnation reinkriegen“, erläutert Brühl. So entwickelte sie neben der Gegenwart eine zweite Zeitebene, die im 17. Jahrhundert in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges spielt. Viele Bücher habe sie gewälzt und intensiv recherchiert.

Vier Jahre Arbeit hat Regine Brühl an ihrem neuen Buch gearbeitet

So ging sie mit einem historischen Stadtplan durch die Innenstadt von Bad Münstereifel, um festzustellen, welche Häuser damals bereits gestanden haben. Die Stiftskirche habe sie so entstehen lassen, wie der Lokalhistoriker Joseph Matthias Ohlerth ihr Erscheinungsbild im Barock beschrieben habe. Teile der Handlung, die im historischen Köln spielen, verortete sie mit historischen Stadtplänen. Vier Jahre arbeitete sie   an dem Buch.

Ihre Mordwaffe hat sie durch die Inspiration eines Pilzkenners gefunden. Der erzählte vom Orangefuchsigen Raukopf, einem Giftpilz, dessen tödliche Wirkung erst nach mehreren Tagen einsetzt, wenn niemand mehr an die Pilzmahlzeit denkt.

Auch das Thema Kunst bringt sie ein, nicht nur durch das Titelbild, das von Maf Räderscheidt gemalt wurde. So lässt sie die Malerin Artemisia Gentileschi auferstehen. „Alle Menschen, die in den Teilen vorkommen, die im 17. Jahrhundert spielen, haben wirklich gelebt“, betont sie. Sie habe sie so beschrieben, wie sie ausgesehen haben dürften. Und wo die Fantasie der Realität ein wenig nachhelfen musste, hatte sie auch wenig scheu, die historischen Fakten zart anzupassen. „Im Buch habe ich die Musik auf den Messern dem Komponisten Claudio Monteverdi zugeschrieben“, gibt sie augenzwinkernd zu. Doch das sei so nicht historisch belegt. „Aber die Musik ist ähnlich.“

Bei den vielen Details habe sie eine Menge gelernt. „Am Anfang hatte ich nur normales Schulwissen über die Zeit – ich habe vieles erfahren“, so Brühl.


Lesungen aus dem neuen Buch

Die Premierenlesung findet am Samstag, 28. Januar, ab 19 Uhr, in Bad Münstereifel im Café Marielle, Unnaustraße 14, statt. Da diese bereits ausverkauft ist, wurde ein zweiter Termin für Samstag, 11. Februar, 19 Uhr, an gleicher Stelle anberaumt. Für die musikalische Untermalung sorgt die Pianistin und Sängerin Johanna Schüller. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Reservierungen sind unter Tel. 02253-9269858 möglich. Darüber hinaus liest die Autorin am Sonntag, 5. Februar, 15 Uhr, in der Katholischen öffentlichen Bücherei in Effelsberg, Stephanusstraße 2. Reservierungen sind unter Tel. 02257-7690 möglich.

Der Kriminalroman „Das Geheimnis der klingenden Messer“ hat 252 Seiten, ist erschienen im Rhein-Mosel-Verlag und ist mit der ISBN-Nummer 978-3898014632 zum Preis von 13 Euro erhältlich. (sev)

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