Die Künstlerin Heike Hofmann zeigt ihre Werke unter dem Titel „Immer jetzt“ in der Buchhandlung „Die Leserei“ in Bad Münstereifel.
Ausstellung in Bad MünstereifelEin Bild ist erst dann fertig, wenn es Heike Hofmann gefällt

Mit sichtlicher Freude stellt die in Köln lebende Regisseurin und Künstlerin Heike Hofmann in Bad Münstereifel ihre Malerei vor. Unter dem Titel „Immer jetzt“ lädt sie zu Austausch und Gespräch über ihre Bilder ein.
Copyright: Frank Neuenhausen
In der Buchhandlung „Die Leserei“ in der Bad Münstereifeler Innenstadt sind bis zum 9. Oktober Werke von Heike Hofmann unter dem Titel „Immer jetzt“ zu sehen. Zur Vernissage waren 20 Interessierte gekommen, um sich die Arbeiten von Hofmann, die ansonsten als Regisseurin und Schauspielcoach arbeitet, anzuschauen.
Ihre Bilder und dreidimensionalen Werke sprechen durch die gedeckten, erdigen Farben schnell das Wohlgefühl der Menschen an und wirken sehr harmonisch. Es sind abstrakte Bilder. Dennoch hat jedes einen Titel.
Hofmann ist überzeugt: „Bilder brauchen einen Namen. Ich ärgere mich im Museum, wenn an einer Arbeit dran steht: Ohne Titel.“ Für Hofmann ist der Titel so etwas wie die Taufe einer Arbeit: „Manche Bilder liegen drei Jahre bei mir, bis ich sie fertigstelle. Aber irgendwann ist der Entstehungsprozess zu Ende. Dann braucht das Bild seinen Titel.“
Zusätzlich zu den Bildern hängt ein Mobile in der Leserei
In der Leserei hängen nun Werke mit Bezeichnungen wie „Küstenwege“, „Deep Blue“, „BirkenHain“ oder dem ungewöhnlichen Namen „& wird zu ∞“. Auch ein riesiges Mobile hängt im Raum über der Buchhandlung. Es trägt den Titel der Ausstellung: „Immer jetzt“.
Hofmann lebt mit ihrer Familie in Köln. Sie erzählte bei der Ausstellungseröffnung, dass sie erst vor acht Jahren begonnen habe zu malen. Es war ein „Lustimpuls“, der sie zu einem Kursbesuch an der Alanus-Hochschule angeregt habe. Seither besuche sie jedes Jahr die Freie Kunstakademie in Augsburg für eine Woche, um sich Ideen zu holen und Fertigkeiten zu erlernen. Und um Antworten zu finden auf Fragen wie „Wie mische ich Farben?“ oder „Wie erstelle ich eine Komposition?“
Wie und warum ein Bild oder eine Installation entsteht, verriet die fröhlich und agil wirkende Künstlerin auch: „Ich fange mit inneren Impulsen an und habe kein Endprodukt im Kopf, durch das ich mich leiten lasse. Ich arbeite intuitiv und lasse es geschehen. Dann frage ich mich: Was habe ich da? Wie geht das mit mir in Resonanz? Ich möchte mich von dem, was entsteht, immer wieder selbst überraschen lassen. Was passiert hier? Dann geht der Prozess weiter. Bilder sind fertig, wenn sie mir gefallen.“
Die Modekünstlerin Helena Bischof schuf den Kontakt zur Buchhandlung
Zwei weitere Dinge sind nach Hofmanns Schilderung für das Arbeiten entscheidend: „Beim Malen bin ich ganz im Jetzt. Das ist entspannend. Und bei mir ist alles eine Form der Kommunikation. Die Arbeiten sprechen zu mir, und ich wünsche mir, dass sie auch zu anderen sprechen. Ich bin sehr glücklich, wenn ich merke, dass sie auch anderen etwas zu sagen haben. Meine Arbeiten sollen Impulse für die Begegnung und das Gespräch darstellen. Ich stelle mich zur Verfügung. Eine Art Geschenk, das ich anderen mache.“
Ihr Mobile aus zahlreichen etwa 10 mal 20 Zentimeter großen Einzelbildern ist ein Beispiel für ihre Ideen. Mit je zwei Pinselstrichen auf Aquarellpapier hat sie die sandfarbenen Täfelchen gemalt, die sich nun frei im Raum bewegen können. Die Arbeit nannte sie „Immer jetzt“. Ein Mobile kennt keine feste Form. Es ist immer gerade so, wie es im Moment erscheint. Damit ist es eine anschauliche Installation, die erklärt, was es heißt, „im Jetzt“ zu sein. Für Hofmann ein erstrebenswerter Zustand.
Der Kontakt zur Bad Münstereifeler Buchhandlung entstand über eine andere Kölner Künstlerin, Helena Bischof. Die Modekünstlerin fand die Arbeiten von Hofmann sehr ansprechend: „Mir gefielen die Leichtigkeit in den Bildern, die Farbzusammenstellung und das Material.“ In Bischofs Art von Ausstellungsraum passten die Wandbilder aber nicht. Darum stellte sie den Kontakt zu ihrer Bekannten Katharina Pütz her, die die Buchhandlung „Die Leserei“ und den Veranstaltungsraum betreibt. So kam die Ausstellung in Bad Münstereifel zustande.
Bilder können noch bis zum 9. Oktober angeschaut werden
Während der Vernissage erklärte Hofmann die Entstehung der Bildreihe „Monti e Mare“. Angeregt durch ihre Eindrücke aus der Lombardei in Italien waren diese Bilder entstanden. Das Ergebnis eines ersten Versuchs, auf großer Leinwand die Berge und das Meer nachzumalen, erschien ihr zu langweilig. Also zerschnitt sie das Bild, verwendete die schmaleren Bildränder als wiederkehrende Linie in den entstandenen Quadraten und bearbeitete jedes Quadrat mit neuen Farben und Ideen.
Steht man davor, regt jedes Bild zu einer eigenen Assoziation an. Die Streifen vom Bildrand wirken wie ein Horizont. Nichts davon wirkt langweilig.
Die Künstlerin war sichtbar gerührt und dankbar für das Interesse an ihrer Ausstellung. Es war eingetreten, was sie sich erhofft hatte: „Ich wünsche mir, dass neue Kommunikation entsteht.“ Gerade die Bildtitel fördern dabei einen Dialog, denn sie liefern den gemeinsamen Ausgangspunkt für einen Austausch.
Die Ausstellung von Heike Hofmann ist bis Freitag, 9. Oktober, jeweils zu den Öffnungszeiten der Buchhandlung für Interessierte zugänglich.
