Zirkus Meik in Bad MünstereifelBesonderes Programm zu den Weihnachtstagen

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Als fliegender Weihnachtsmann zeigt Luftakrobatin Madelain ihre Vorführung unter der Kuppel des Zirkuszelts.

Als fliegender Weihnachtsmann zeigt Luftakrobatin Madelain ihre Vorführung unter der Kuppel des Zirkuszelts.

Bad Münstereifel-Arloff – Das Warten aufs Christkind lässt sich an Heiligabend hervorragend mit einem Besuch im Weihnachtszirkus verkürzen. In vielen Zirkusunternehmen ist es Tradition, an den Festtagen ein weihnachtliches Programm auf die Beine zu stellen.

Wie wunderbar Weihnachten und Zirkus zusammenpassen, zeigt der Zirkus Meik, der an der Kirchheimer Straße sein Quartier aufgeschlagen hat. Die siebenköpfige Familie bietet in Arloff noch bis Silvester ein weihnachtliches Programm samt feuerspuckendem Weihnachtsmann und Weihnachtsengeln. Mit Glühwein und Kunstschnee, der vom Dach des Zirkuszelts herabrieselt, mit den Märchenfiguren Elsa und Olaf aus „Die Eiskönigin“ und vielem mehr bringt die Familie ihre Besucher in weihnachtliche Stimmung.

„Die Atmosphäre, die Musik und die Nummern sind anders“, berichtet die Luftakrobatin Laura. Weihnachtlich kostümiert sind dabei nicht nur die Zirkusleute selbst, sondern auch die Tiere.

Als Weihnachtszirkus tritt die Familie zum vierten Mal auf, zum ersten Mal jedoch in Arloff. „Die Kinder wollten das gerne wieder machen“, erklärt Mutter Vanessa Lauenburger, die bei den Vorstellungen im beheizten Zelt die Moderation und die Technik übernimmt. Lauenburger kommt wie ihr Vater aus einer Zirkusfamilie. Ihr Vater gründete den Zirkus Meik bei Düsseldorf.

Unterricht für die Kinder

„Ich habe vor 19 Jahren selbst den Zirkus besucht und bin dort geblieben“, erinnert sich Markus Knoch, wie er seine spätere Lebensgefährtin kennenlernte. Mit ihr übernahm er später den Zirkus. Vanessa Lauenburgers sieben Geschwister, mit denen sie früher auftrat, haben inzwischen ihren eigenen Zirkus.

Die Familie

Fünf Töchter gehören zur Zirkusfamilie: Madelain (18), Laura (15), Loren (9), Joana (6) und Samantha (4) Lauenburger. Die Ältesten machen Luft-, die Jüngsten Bodenakrobatik. Vater Markus Knoch tritt als Feuerspucker auf. Der 43-Jährige dressiert zudem die Tiere.

Ein indisches Zwergzebu gehört seit einem Monat zu den Tieren der Zirkusfamilie. Hinzu kommen fünf Lamas, vier Ponys, zwei Esel, eine Ziege, drei Hunde, ein Haflinger und ein Watussirind.

Dank der als Haustiere gehaltenen Meerschweinchen und Kaninchen gibt es auch einen kleinen Streichelzoo für kleine Besucher. (ali)

Was im neuen Jahr ansteht, weiß die Familie noch nicht. „Mein Mann fährt durch die Gegend und sucht uns einen neuen Platz“, so Vanessa Lauenburger. So müssten beispielsweise auch Landwirte gefunden werden, um Futter für die Tiere zu erhalten. Spenden, auch in Form von Heu, werden gerne angenommen, doch die Familie stellt klar: „Wir finanzieren uns selbst, wir gehen nicht betteln.“ Denn ärgerlich sei es mancherorts geworden, als Fremde unter ihrem Namen von Haus zu Haus gegangen seien, um vermeintliche Spenden für den Zirkus zu erbitten.

In der Eifel seien die Plätze oft recht teuer, doch die Familie fühle sich sehr wohl hier. „Die Leute hier sind viel netter und auch aufgeschlossener gegenüber fahrendem Volk als an manchen anderen Orten“, findet Vanessa Lauenburger: „Die Kinder sind gut in der Schule aufgenommen worden und haben direkt Freunde gefunden.“ Die beiden jüngsten Töchter gehen im Winter in die Schule im Ort. Die beiden anderen Töchter werden das ganze Jahr über in der Zirkusschule der Evangelischen Kirche NRW unterrichtet.

Wechselt der Zirkus seinen Standort, fährt Katja Düsener aus Rheinbach der Zirkusfamilie seit vielen Jahren hinterher. „Ich bin zwei Tage hier und zwei Tage bei einem anderen Zirkus“, sagt die Lehrerin, die früher an einer Regelschule gearbeitet hat.

Da in der Zirkusschule eine kleine Gruppe von Schülern unterschiedlicher Jahrgänge unterrichtet wird, ist Gruppenarbeit kaum möglich. Jedes Mädchen lernt die seinem Alter entsprechenden Inhalte für sich. Die Abschlussprüfungen finden dann zentral mit denen der Regelschulen statt. Düsener bereitet die Mädchen darauf vor und macht ihre Arbeit sehr gerne: „Ich möchte nichts anderes mehr.“

Durch das Unterrichten im Zirkuswagen ist mit den Jahren das Verhältnis zu der Familie wesentlich persönlicher geworden, als es etwa in einer Regelschule der Fall sei. So backt man auch gemeinsam daheim bei der Lehrerin Plätzchen.

„Weihnachten ist das Fest der Liebe und auch der Freude“, sagt Vanessa Lauenburger: „Die wollen wir verbreiten.“ Zwei Tage wurde das Zelt aufgebaut. Die Proben für den Auftritt, das Verteilen von Flyern nach dem Schulunterricht oder die Online-Hausaufgaben sowie viele weitere Arbeiten wie das Versorgen der Tiere stehen auf dem Tagesplan des Familienunternehmens.

Gerade in heutigen Zeiten habe man es als Zirkus oft nicht leicht. Die 39-Jährige erzählt: „Mein Vater sagte immer: ,Egal, wie schwer es wird, man muss immer weitermachen, man darf nie aufgeben.’“

Es gibt Vorstellungen des Weihnachtszirkus bis zum 31. Dezember täglich um 16 Uhr. Nur an Heiligabend geht es schon um 14 Uhr los – denn auch die Zirkus-Familie feiert abends. Ticket-Hotline: 01577/ 1 38 35 67

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