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MittelrheinpokalFrauenbergs Defensive hält gegen Wegberg-Beeck lange stand

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Ein Frauenberger Verteidiger grätscht nach einem Ball.

In der vergangenen Saison noch Kreisliga C in Enzen-Dürscheven, jetzt mit dem langen Bein gegen einen Mittelrheinligisten: Nils Ruland.

Der A-Kreisligist macht dem Mittelrheinligisten Wegberg-Beeck mit einer beherzten Mannschaftsleistung das Leben schwer und verliert nur 0:3.

SV Frauenberg – FC Wegberg-Beeck 0:3 (0:0). Der Ausgang des Erstrundenspiels im Mittelrheinpokal stand schon vorher fest, ganz egal, ob der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Der FC Wegberg-Beeck als Mittelrheinligist war der Favorit gegen den A-Kreisligisten SV Frauenberg. Unklar war allerdings die Höhe des Sieges. Und nach dem Ausscheiden der Frauenberger gegen die JSG Erft 01 im Kreispokal nur drei Tage zuvor, als man mit 1:6 unter die Räder kam, dürfte so mancher Angst vor einem Debakel gehabt haben, denn Wegberg spielt noch einmal zwei Klassen höher als Erft 01. Hinzu kam, dass die Personalsituation des SVF nach dem Ausfall von Wesley Schleicher, der nur für den absoluten Notfall zur Verfügung stand, noch einmal angespannter war.

Doch die Frauenberger überraschten. Mit einer defensiven 5-4-1-Taktik, in der neun Feldspieler verteidigten und vorne Sebastian Kaiser auf lange Bälle wartete, wurden die Räume eng für den Favoriten, der lange Zeit gegen die defensiv konzentriert agierenden Akteure kein Durchkommen fand. Das Spiel fand fast ausschließlich in der Hälfte der Heimmannschaft statt, nur Gästekeeper Tim Seidenfaden stand meist allein in seiner Hälfte und gut 30 Meter vor dem eigenen Kasten. Kaiser band einen gegnerischen Verteidiger permanent. Die restlichen Spieler versammelten sich rund um den Frauenberger Strafraum, sodass das Geschehen auf dem Feld Züge eines Handballspiels annahm.

Ein Frauenberger Spieler springt mit ausgestrecktem Bein hoch, um den Ball anzunehmen.

Thomas de Vries fängt einen Ball artistisch ab.

Wegberg hatte zwar die meiste Zeit den Ball. Doch wirklich Nennenswertes kam dabei selten heraus. Die Frauenberger grätschten, spitzelten Bälle weg, schoben ihre Körper hinein und verteidigten im Verbund. Exemplarisch sei Thomas de Vries genannt, der keinen Ball verloren gab – und zwischendurch auch noch einen Ball vom eigenen Mitspieler dort abbekam, wo es Männern ganz besonders wehtut.

Doch der 38-Jährige war ein Sinnbild für den Willen, den die Frauenberger am Samstagabend vor einer für ein Mittelrheinpokalspiel eher spärlichen Kulisse zeigten. Wegberg-Beeck hatte dafür seinen Fanclub Schwarz-Rote Gallier mitgebracht, der mit Sirene und Fahnen die Spieler anfeuerte und hinterher mit Leuchtfackeln und Konfettikanonen den Sieg bejubelte.

Trotz der Niederlage ist Frauenberg der moralische Sieger

Denn am Ende der 90 Minuten stand es dann doch 3:0 für den Favoriten. Dennoch durften sich die Frauenberger als moralische Sieger fühlen. Mit 0:0 ging es in die Halbzeit, wobei die Gastgeber bei einem Pfostenschuss durch Nico Czichi auch mächtig Glück hatten (23.). Aber die Frustration bei Wegberg stieg, sodass Kapitän Merlin Schlosser seine Mannschaft verbal wachzurütteln versuchte (37.).

Der Fanclub von Wegberg-Beeck hat Leuchtfackeln und Konfettikanonen gezündet und jubelt über den Sieg.

Der Fanclub Schwarz-Rote Gallier feierte die Spieler von Wegberg-Beeck.

Erst in der zweiten Halbzeit fielen dann die Tore. An einen Schuss von Mehmet Yilmaz bekam Frauenbergs Torwart Dominik Schöpfer zwar noch seine Hände, lenkte den Ball aber nur gegen den Pfosten, von dem er ins Tor prallte (52.). Zehn Minute später stand Yilmaz nach einer Flanke richtig und schob den Ball per Kopf gegen die Laufrichtung zum 2:0 ins Tor. Doch dann sollte es bis zur 85. Minute dauern, ehe Elias-Sophién Romeo Khadraoui mit einem Schlenzer ins lange Ecke Schöpfer zum dritten Mal bezwang.

Der Schiedsrichter kam komplett ohne eine Karte aus

Komplett beschäftigungslos war Tim Seidenfaden allerdings auch nicht. In der 20. Minute wurde eine Flanke von Deniz Arigan zu einem halben Torschuss, den der Wegberg-Schlussmann aber problemlos hielt. Und kurz vor Schluss verdiente sich der eingewechselte Ben Huthmacher einen Sonderapplaus, als er seinen Gegenspieler aussteigen ließ und diesem mit seiner Schnelligkeit davonlief.

Erwähnenswert auch, dass Schiedsrichter Lennart Hensen (BC Hürth-Stotzheim) ohne eine einzige Karte auskam. Lediglich eine Grätsche von Nils Ruland war etwas ungestüm, doch der Verteidiger traf den ballführenden Khadraoui nicht, dem auch noch ein Pass gelang.

„Ich bin zufrieden, wir haben uns ordentlich verkauft“, sagte Frauenbergs Trainer Marcel Timm. „Wir hätten uns bei dem ein oder anderen Tor noch besser verhalten können. Und es fehlte uns nach vorne die Entlastung. Aber wir haben alles in die Waagschale geschmissen.“ Eine Analyse, die man so teilen kann.